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CSU-Politiker
18.03.2019

Söder-Gefolgsmann? In Finanzminister Füracker steckt viel mehr

Albert Füracker wurde unter Markus Söder Finanzminister.
Foto: Lino Mirgeler, dpa (Archiv)

Bayerns Finanzminister Albert Füracker wurde als treuer Gefolgsmann von Markus Söder bekannt. Doch den Landwirt aus der Oberpfalz zeichnet mehr aus.

Die gezielte Provokation ist ein bewährtes Mittel, um einem Politiker brauchbare Antworten zu entlocken. Journalisten, die diese Methode bei Albert Füracker einsetzen, sollten aber auf der Hut sein. Die Antwort kann hart und trocken kommen. Die Frage zum Beispiel, was einen gelernten Landwirt und staatlich geprüften Techniker für Landbau dazu qualifiziert, das Amt des bayerischen Finanzministers auszuüben, kontert der 51-jährige CSU-Politiker mit dem ebenso schlichten wie treffenden Satz: „Ich habe zum Zeitpunkt meiner Berufswahl noch nicht gewusst, dass ich einmal bayerischer Finanzminister werde.“

Füracker – katholisch, verheiratet, vier Kinder – wurde schon früh politisch aktiv, in der Jungen Union (seit 1986) und als Kommunalpolitiker im Landkreis Neumarkt (seit 1990). „Politik ist für mich pure Leidenschaft“, sagt er. Er war Gemeinderat, Kreisrat, Vize-Landrat, stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union und Kreisvorsitzender der CSU. 2008 wurde er in den Landtag gewählt. 2013 wurde er Staatssekretär im neu zugeschnittenen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Fürackers Finanzministerium fertigte Haushalt in Rekordzeit

Größere Aufmerksamkeit – auch in bundesdeutschen Medien – aber wurde ihm erstmals zuteil, als er sich im Machtkampf zwischen Horst Seehofer und Markus Söder als einer der ersten CSU-Leute aus der Deckung wagte und offen für Söder und gegen Seehofer Stellung bezog. Seither gilt Füracker, wo auch immer über ihn geschrieben wird, als treuer Gefolgsmann Söders. Und hartnäckig haftet ihm das Etikett an, dass er von Söder vor allem deshalb zum Finanzminister berufen worden sei.

Dass weitaus mehr in ihm steckt, hat der Landwirt aus der Oberpfalz nach der Bildung der Koalition mit den Freien Wählern eindrucksvoll demonstriert. Den Entwurf des Doppelhaushalts für die Jahre 2019/2020, der aktuell im Landtag diskutiert wird, hat er mit den Fachministern in Rekordzeit unter Dach und Fach gebracht – weitgehend geräuschlos und ohne größere Verwerfungen. Seine Vorgänger nahmen sich dafür nicht selten ein halbes Jahr Zeit. Füracker – als Schafkopf-Spieler mit Strategie und schnellen Entscheidungen vertraut – schaffte seinen ersten Haushalt in rund zwei Monaten.

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.
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Foto: Lino Mirgeler, dpa

Füracker über Söder: "Unterstütze ihn sehr gerne"

„Ich bin eher so der Unternehmertyp“, sagt er zu seiner Arbeitsweise. Aufgaben betrachte er als Projekte, die er „zielorientiert“ zum Abschluss bringe, auch wenn dafür in der Politik oft „ein hohes Maß an Frustrationstoleranz“ vonnöten sei. „Ich versuche, sachlich zu bleiben.“ Wenn Füracker sein Verhältnis zu Söder beschreibt, vermeidet er Begriffe wie Treue oder Freundschaft. Er formuliert nüchtern: „Ich unterstütze ihn sehr gerne.“ Schon in der gemeinsamen Zeit in der Jungen Union hätten ihm Söders Engagement und seine Ideen zugesagt. „Aber“, so fügt er an, „wir sind auch sehr offen miteinander.“

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