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Kommunalwahlen

05.06.2019

CSU nominiert SPD-Mann einstimmig

Günzburgs SPD-Oberbürgermeister Gerhard Jauernig ist von der SPD und der CSU gemeinsam als Kandidat nominiert worden.
Bild: Rebekka Jakob

Diese Kandidatenkür ist wohl einmalig in Bayern: Die beiden Parteien wollen mit Amtsinhaber Gerhard Jauernig erstmals gemeinsam den Günzburger Oberbürgermeister stellen

Seit dem Jahr 2001 hat die Günzburger CSU keinen eigenen Kandidaten mehr für die Wahl des Oberbürgermeisters der Großen Kreisstadt nominiert. Die erste Nominierung seit 18 Jahren fand jetzt statt und ist mehr als ungewöhnlich: 100 Prozent der anwesenden Mitglieder stimmten für Amtsinhaber Gerhard Jauernig, der seit 17 Jahren für die SPD im Rathaus sitzt. Für die Wahl Jauernigs bei der CSU geworben hatte neben dem ehemaligen bayerischen Justizminister Alfred Sauter auch Bezirksrätin Stephanie Denzler. Die heutige Fraktionsvorsitzende der CSU im Stadtrat war Jauernig bei der Oberbürgermeisterwahl im März 2002 knapp unterlegen.

Eine gemeinsame Nominierung von SPD und CSU dürfte bayernweit einmalig sein. Die Gründe liegen für die Vorstände der beiden Ortsverbände, die diesen gemeinsamen Schritt in den vergangenen Wochen eingefädelt haben, auf der Hand: Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sitzt seit seinem Amtsantritt 2002 fest im Sattel, erhielt zuletzt bei der Kommunalwahl 2014 satte 95,7 Prozent der Stimmen. Die Große Kreisstadt Günzburg boomt unter seiner Führung, nicht nur durch den Tourismusmagneten Legoland. Jährlich kommen zwischen 400 und 500 neue Einwohner dazu. Große Unternehmen expandieren oder siedeln sich an. Die Zusammenarbeit im Günzburger Stadtrat gilt seit seinem Amtsantritt als ausgesprochen harmonisch, ein deutlicher Wandel nach vorausgegangenen Jahrzehnten der Grabenkämpfe. Dass nach der SPD mit 100 Prozent der Stimmen auch die CSU-Mitglieder geschlossen für den Amtsinhaber als Kandidaten stimmen würden, hatte dennoch viele Beobachter überrascht.

Die gemeinsame Nominierung des Kandidaten ist nicht der erste Schulterschluss der Parteien im Landkreis Günzburg. Kurz vor der Europawahl hatten vor wenigen Wochen Mandatsträger und Vertreter von CSU, SPD, Grünen, Freien Wählern und FDP im Landkreis erstmals einen gemeinsamen Wahlaufruf veröffentlicht. Darin warben die Parteien dafür, zur Wahl zu gehen, und stellten sich gegen rechtsgerichtete Gruppierungen und Parteien wie die AfD. Diese Zielrichtung spielt auch bei der gemeinschaftlichen Kandidatenkür von CSU und SPD eine Rolle. Sie sei „ein klares Zeichen der demokratischen Parteien gegen populistische Nichtdemokraten“, sagte CSU-Ortsvorsitzende Ruth Niemetz gegenüber unserer Redaktion. Vertreter von CSU und SPD in Günzburg haben im Vorfeld der Abstimmungen in den Ortsverbänden übrigens deutlich gemacht, andere Parteien könnten sich der Nominierung Jauernigs „gerne anschließen“.

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