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Camping in Corona-Zeiten

16.07.2020

Camping-Boom: Wo gibt es im Allgäu noch freie Plätze?

Der Campingplatz Hopfensee im Ostallgäu war wochenlang geschlossen und ist nun wieder sehr gut besucht. Doch 40.000 Übernachtungen wurden laut Junior-Chefin Dana Zacek in der Zeit vor Pfingsten storniert.
Bild: Matthias Becker

Plus Camping boomt in Deutschland - und das nicht erst seit Corona. Doch wie voll wird es dieses Jahr im Allgäu? Wo es jetzt noch freie Plätze gibt.

Urlaub im Wohnmobil, Zelt oder Wohnwagen, mit ausreichend Abstand zum Nachbarn und viel frischer Luft. Campen, so heißt es oft, erfreut sich in Corona-Zeiten größter Beliebtheit. Doch stimmt das? „Die Übernachtungszahlen auf Campingplätzen steigen seit Jahren. Dass viele Leute mit dem Wohnmobil unterwegs sind, ist nicht erst seit Corona so“, sagt Georg Spätling, Vorsitzender des Landesverbandes der Campingwirtschaft in Bayern. Wegen der Pandemie blieben die Campingplätze in Bayern aber wochenlang geschlossen. Und auch jetzt werden die Anlagen laut Spätling „nicht überrannt, wenn es nicht gerade Leuchtturmbetriebe sind“. Die Verluste aus dem Frühjahr seien auch mit einem guten Sommer nicht mehr aufzuholen. Er rechnet für 2020 bayernweit mit zwei Millionen weniger Übernachtungen als im vergangenen Jahr. Und wie sieht es im Allgäu aus?

 

 Campingplatz Hopfensee in Füssen: 40.000 Übernachtungen storniert

Inzwischen seien genauso viele Gäste da wie sonst auch zu dieser Jahreszeit, sagt Dana Zacek, Juniorchefin des Campingplatz Hopfensee in Füssen. Verluste gemacht habe der Betrieb vor allem in der Zeit vor Pfingsten, als er gar nicht öffnen durfte. 40.000 Übernachtungen waren für diesen Zeitraum bereits reserviert – und mussten storniert werden. Was bleibt, sind die Hygiene-Regeln. Beispielsweise sind das Kino und das „Zwergenhaus“, in dem normalerweise Kinder bis zu fünf Jahren mit ihren Eltern spielen können, zu. Außerdem passen die Mitarbeiter auf, dass niemand die Sanitärräume ohne Maske betritt.

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1.200 Menschen verbringen laut Zacek aktuell ihre Freizeit auf dem Campingplatz. Eine davon ist Veronika von Bargen aus Viersen (Nordrhein-Westfalen). Sie ist mit ihren zwei Pflegekindern am Hopfensee. Die Einschränkungen stören sie nicht weiter: „Hier beim Campen hat jeder seinen eigenen Platz.“

Campingplatz Gitzenweiler Hof in Lindau: 40 Prozent weniger Besucher

Auch der Campingplatz Gitzenweiler Hof in Lindau ist im Normalfall von Mitte Juli bis Ende August voll. Derzeit ist das aber nicht der Fall. 40 Prozent weniger Besucher als üblich sind es gerade, schätzt Inhaberin Heidrun Müller. Auch andere Anlagen in der Bodenseeregion seien nicht voll belegt, sagt sie: „Unter der Woche ist es zum Heulen.“ Die Gäste blieben kürzer als gewöhnlich. Manche hätten ihren Jahresurlaub schon größtenteils aufgebraucht, andere wollten nur ein paar Tage weg und frische Luft schnappen. Dass die Corona-Krise mehr Leute zum Campen bewegt, glaubt sie nicht. „Camping ist eine Philosophie. Außerdem kauft man sich ja nicht mal schnell ein Wohnmobil für mehrere zehntausend Euro.“

Alpsee Camping in Immenstadt: viele Anfragen

Das sagt auch Ronja Rau, Junior-Chefin von Alpsee Camping in Immenstadt. Sie beobachtet aber, dass es vermehrt Anfragen für Zeltplätze gebe. „Bei schönem Wetter ist unser Platz voll und das ist auch jetzt so“, sagt sie. Seit die Campingplätze wieder öffnen durften, sei die Nachfrage enorm. Sie erinnert sich an einen Tag, an dem 700 Anfragen per Mail ankamen. „Die meisten haben aber bei mehreren Plätzen gleichzeitig angefragt.“ Sie hofft jetzt auf einen schönen Herbst. Die Verluste aus dem Frühjahr auszugleichen, sei aber kaum möglich.

Camping Ottobeuren: Saison bis ins neue Jahr hinein

„Es wird auf jeden Fall ein spannendes restliches Jahr“, sagt Sabine Vollmar von Camping Ottobeuren. Der Platz wird seine Saison bis Mitte Januar 2021 verlängern und nicht wie gewohnt im November schließen. „Weihnachten und Silvester planen wir mit unseren Gästen einige kleine Überraschungen.“ Doch auch Vollmar sagt: „Fakt ist, nicht alle Campingplätze sind derzeit voll.“

Was dagegen boomt, ist der Verleih von Wohnmobilen. „Wir sind im Moment bis Mitte Oktober ausgebucht“, sagt Lutz Peter, Mitinhaber der Camper Vermietung Allgäu im Oberallgäuer Sulzberg. Das sei aber vergangenes Jahr, lange vor Corona, auch schon so gewesen. Was sich geändert hat, seien die Reiseziele. „Heuer machen sich die meisten auf Deutschlandtour.“

Lesen Sie dazu auch: Wie fühlt sich Camping in Corona-Zeiten an? Ein Besuch am Ammersee

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