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Corona-Pandemie
26.08.2021

Neue Corona-Verordnung für Bayern ohne FFP2-Pflicht

Die FFP-2-Masken-Pflicht soll in Bayern bald fallen.
Foto: Marijan Murat (Symbol)

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist die Inzidenz der Gradmesser für alle Corona-Auflagen. Das wird sich nun ändern. Bayern sucht neue Maßstäbe im Umgang mit dem Virus.

Wegen der wachsenden Zahl an vollständig gegen Corona Geimpften wird es ab der kommenden Woche in Bayern eine völlig neue Corona-Verordnung geben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte am Donnerstag in München an, dass etwa die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen, nicht mehr entscheidend sei und auch die FFP-2-Maskenpflicht fallen werde. Möglich sei eine neue Strategie, weil durch die Impfungen sowohl der Schutz des Lebens als auch eine Verhinderung bei der Überlastung des Gesundheitssystems gut erfüllt seien, sagte der CSU-Chef am Donnerstag in München.

"Wir werden eine einfachere und verständlichere Verordnung auf den Weg geben", betonte Söder. Basis dafür sei das seit dieser Woche geltende 3G-Prinzip mit Freiheiten für Geimpfte, Genesene und Getestete. Zudem werde es Warnstufen geben, die die Krankenhausbelastung berücksichtigen. "Wir werden entsprechende Bettenzahlen definieren", sagte Söder.

Neue Corona-Verordnung ohne FFP2-Pflicht und mit Krankenhausampel

Je nach Auslastung der Kliniken und der Zahl der Corona-Erkrankungen mit Langzeitfolgen werde es eine gelbe und rote Warnstufe geben, bei der es dann strengere Auflagen gelten würden, sagte Söder. Für die rote Warnstufe sei die Belegung der Intensivbetten relevant. "Wenn in den Krankenhäusern etwas ankommt, dann müssen wir reagieren."

In den Schulen soll der Präsenzunterricht nach den Ferien mit vermehrten Tests und einer vorläufigen Maskenpflicht auch am Sitzplatz gesichert werden. In weiterführenden Schulen seien drei Tests pro Woche geplant, in Grund- und Förderschulen sollen die sogenannten Lollitests eingeführt werden, die genauere Ergebnisse lieferten. Bei letzteren werde auch geprüft, inwiefern sie auch für Kindertagesstätten eingesetzt werden könnten.

Die Quarantäneregelung an Schulen soll ebenfalls vereinfacht werden. Wenn etwa ein Schüler positiv auf Corona getestet werde, müsse nicht mehr automatisch die ganze Klasse in Quarantäne gehen, sagt Söder. Stattdessen sollen die Mitschüler dann eine Woche lang täglich getestet werden. "Ein zweites Schuljahr wie das letzte wäre nicht gut", sagte Söder und verwies auf psychosoziale Probleme und besondere Nachteile von Kindern aus bildungsfernen Schichten.

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Söder kündigte zudem an, dass auch die Impfkampagne weiter intensiviert werden müsse, gerade auch im Internet und in sozialen Netzwerken. Hier müsse es darum gehen, den Verunsicherten neue Angebote zu machen und gezielt auf Falsch-Informationen zu reagieren. Söder betonte, er gehe davon aus, dass es eine realistische Chance gebe, dass sich am Ende 80 bis 85 Prozent der Bevölkerung impfen lassen würden. Dazu beitragen werde auch, dass die Corona-Tests (außer in Schulen) ab Oktober kostenpflichtig würden.

Söder: Kein weiterer Lockdown wie in den ersten drei Corona-Wellen

Söder betonte, dass es keinen weiteren Lockdown wie in den ersten drei Corona-Wellen mehr geben solle. Dies sei im Umgang mit Geimpften und Genesenen nicht mehr rechtlich möglich. Generell habe die Möglichkeit zur Impfung dazu geführt, "dass die Gefährdungslage der Bevölkerung sich deutlich reduziert hat".

Darüber hinaus, erklärte Söder, werde in Bayern die Pflicht zum Tragen von FFP-2-Masken fallen, künftig würden sogenannte medizinische Masken gleichgestellt. Die Maskenpflicht werde zudem bei Veranstaltungen unter freiem Himmel ebenso wegfallen wie die unterschiedlichen Vorgaben für Sitz- und Stehplätze. Im Innenbereichen gelte die Maskenpflicht aber weiterhin auch am Sitzplatz sofern nicht genügend Sicherheitsabstand möglich sei. Wenn der Schulstart im September gut funktioniere, seien ab Oktober auch Lockerungen bei Diskotheken und Clubs möglich. Söder betonte aber, dass hier dann besondere Auflagen zum Tragen kämen wie die Pflicht zur Vorlage eines PCR-Tests.

Die Vereinfachung der Regeln werde sich durch alle Bereiche des Lebens ziehen, sagte Söder weiter. Als Beispiel nannte er, dass es etwa bei Veranstaltungen in Gastronomie zwar weiter bei Auflagen bei der Personenzahl und der 3G-Regel bleibe, in den eigenen vier Wänden würden sie dafür aber alle wegfallen.

Die nächste Kabinettssitzung in Bayern findet am kommenden Dienstag statt. Söder betonte, dass in den kommenden Tagen die Details zu den Neuerungen erarbeitet und anschließend im Kabinett besprochen würden. (dpa)

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26.08.2021

@Afred W.
@Wolfgang B.
Welche Maßnahmen hätten Sie zu Beginn bei einem, bis dato unbekanntem, Virus unternommen?
Und welche Maßnahmen sind denn angemessen oder unangemessen und würden Ihren "Gusto" entsprechen?

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27.08.2021

Das wurde doch schon 100e Male, nicht nur von uns, hier aufgeführt. Zwei Anmerkungen: 1. Bei der Verbreitung von Viren z.B. durch Kontakte oder Aerosole ist es relativ egal ob das Virus neu oder ein alter Bekannter ist. 2. Maskenpflicht im Freien, z.B. an der Wertach, Verbot von kontaktlosenb Freiluftsportarten ... .

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26.08.2021

" Wenn der Schulstart im September gut funktioniere, seien ab Oktober auch Lockerungen bei Diskotheken und Clubs möglich. Söder betonte aber, dass hier dann besondere Auflagen zum Tragen kämen wie die Pflicht zur Vorlage eines PCR-Tests."

Diesen Satz finde ich am Interessantesten. Es freut mich sehr, dass in Zukunft nur noch PCR-Tests akzeptiert werden. Die Schnelltests sind in meinen Augen schon lange obsolet. Und das geht für die Leute dann richtig ins Geld.

Das wird dann das Hauptargument sein, sich impfen zu lassen.

Warum gilt die PCR-Pflicht erst ab Oktober und nicht sofort?

Das wäre ein richtiger Booster für die Impfkampagne !

In diesem Sinne

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26.08.2021

Söder ist ein Wendehals erster Güte. Ich freue mich auf die Wahlen.

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26.08.2021

Das ist doch nur eine Wahlunterstützungsaktion. Unser MP wird viele Gründe finden, eine Minute nach Abgabe des letzten Stimmzettels die Daumenschrauben wieder anzuziehen. Schade, daß man nicht ermitteln kann, wie viele ihm auf den Leim gehen werden.

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