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Nürnberg

20.04.2015

Der Fahrer schweigt nach der Auto-Attacke auf Café-Besucher

In Nürnberg ist ein Mann wohl absichtlich vor einem Café in eine Menschengruppe gefahren.
Bild: Leuthel/dpa

Nachdem ein Autofahrer in Nürnberg wohl absichtlich in eine Gruppe von Café-Gästen gefahren war, sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Was trieb ihn zu der Tat?

Träge flattert das rot-weiße Absperrband der Polizei im Wind. Jemand von der Polizei muss Mühe gehabt haben, das Plastikband am Sonntagabend in der Nürnberger Innenstadt nach der Tat um die Pfosten zu binden. In wirren Knoten ist das Polizeiband um die Absperrung geschlungen, die die Menschen auf dem Bürgersteig vor den Autos auf der Straße schützen sollen.

Der Wucht des VW Passat konnten sie wenig entgegensetzen. Der 42-Jährige soll nach Zeugenaussagen sogar noch einmal Gas gegeben haben, als er am Sonntagabend auf die zehn Menschen zugerast war, die vor dem Imbiss an Tischen im Freien saßen. Es war ein Schreckensmoment für die Gäste. Der Täter flüchtete, kam aber nicht weit. Nur wenige hundert Meter entfernt wurde er festgenommen.

Wie ein umgeknickter Grashalm liegt einer der Pfosten nun auf dem Bürgersteig. Nach dem Zusammenstoß hatte sich ein Bild der Verwüstung geboten: Stühle lagen kreuz und quer, dazwischen Plastikflaschen, Ketchupspritzer und Sitzpolster. Auch ein Stromverteilerkasten lag aus der Verankerung gerissen auf dem Gehweg.

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Politische Hintergründe schließen die Ermittler aus

Jetzt fragen sich alle, warum der Mann auf die Menschengruppe zusteuerte? Die Suche nach dem Motiv hat begonnen. Die Ermittler vermuten einen persönlichen Konflikt als Ursache, denn Täter und Opfer kannten sich wohl. Sie stammen aus Osteuropa.

Politische Hintergründe schließen die Ermittler bisher ebenso aus wie medizinische Ursachen oder einen Verkehrsunfall. „Irgendwas muss gewesen sein, aber um das zu klären, müssen wir erst einmal die drei Geschädigten vernehmen“, erklärte ein Polizeisprecher. Dies war aber aus gesundheitlichen Gründen noch nicht möglich.

Die gute Nachricht: Allen drei Opfern der Auto-Attacke ging es am Montag schon wieder besser. Der Mann, der am Sonntagabend die schlimmsten Verletzungen davon- getragen hat, befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr. „Er befindet sich auf dem Weg der Besserung“, sagte der Polizeisprecher. Ein anderer Mann muss noch wegen mehrerer Knochenbrüche behandelt werden. Ein Verletzter konnte dagegen schon aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Haftbefehl wegen dreifachen versuchten Mordes

Der Fahrer selbst schweigt bisher. Am Montagnachmittag ist der 42-Jährige der Ermittlungsrichterin in Nürnberg vorgeführt worden. Dort hat er nach den Worten von Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke keine Angaben auch zu möglichen Hintergründen und Motiven der Tat gemacht.

Weil die Attacke gemeingefährlich war, sei Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des dreifachen versuchten Mordes erlassen worden. Der Wagen des Mannes sei sichergestellt worden. Um die Geschwindigkeit des Autofahrers zu bestimmen, hat die Polizei einen Gutachter eingeschaltet.

„Gott sei Dank ist keiner gestorben“, sagt Imbiss-Chef Muharem Idrizi. Gäste sitzen an diesem Montagnachmittag nicht vor seinem Lokal in der prallen Sonne. Der Balkan-Imbiss ist für sein Cevapcici und nicht für seine gute Aussicht bekannt. Von den Tischen vor dem Laden hat man die viel befahrene Allersberger Straße gut im Blick. Von hier ist auch der Mann am Sonntagabend mit seinem Wagen gekommen. (mit dpa)

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