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Oktoberfest 2016

16.09.2016

Droht bei der Wiesn am Samstag der U-Bahn-Kollaps?

Zur Wiesnzeit kommt der Münchner Nahverkehr an seine Grenzen.
Bild: Swm/mvg

Vor einem Jahr musste in München ein U-Bahnhof schließen, als Oktoberfest-Besucher, Fußballfans und Pendler aufeinander trafen. Auch in diesem Jahr gibt es zwei kritische Tage.

Wer zum Oktoberfest fährt, macht das nicht mit dem Auto. Erstens hat man kaum eine Chance auf einen Parkplatz. Und zweitens sollte man entgegen der Äußerung eines früheren bayerischen Ministerpräsidenten lieber nicht mehr fahren, wenn man zwei Maß Bier intus hat. Deshalb erwartet die Bahn auch in diesem Jahr rund zwei Millionen Fahrgäste, die mit Zug, S-Bahn und U-Bahn zur Wiesn reisen.

Wenn zu diesen Wiesnbesuchern auch noch Zehntausende Fußballfans und Demonstranten dazukommen, wird die Beförderung für die Bahn und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zur logistischen Herausforderung. So wird es am Samstag kommen, wenn das Oktoberfest eröffnet wird. Denn am Nachmittag empfängt auch noch der FC Bayern den FC Ingolstadt in der Allianz Arena. Außerdem werden auf dem Odeonsplatz Tausende gegen das Freihandelsabkommen TTIP demonstrieren.

Wenn zeitgleich der FC Bayern spielt, wird es kritisch

Ähnlich kritisch dürfte es am Mittwoch, 21. September, werden. Denn auch da ist die Wiesn in vollem Gange und der FC Bayern hat am Abend um 20 Uhr ein Heimspiel. Gegner ist dann Hertha BSC Berlin. Hinzu kommen noch die Pendler, die am späten Nachmittag die Heimfahrt antreten. Zwar wird das Personal sowohl bei der Bahn und der MVG als auch bei der Polizei zur Wiesnzeit aufgestockt. Außerdem fahren Sonderzüge und -busse auf vielen Strecken, zusätzliche Fahrzeuge, längere Zuge und dichte Taktzeiten sollen dafür sorgen, dass die Volksfesttouristen mit U-Bahn, Bus und Tram schnell und sicher hin-und zurückkommen.

Droht bei der Wiesn am Samstag der U-Bahn-Kollaps?

Das ist neu auf dem Oktoberfest 2016 

Vor einem Jahr kam der Münchner Nahverkehr dennoch an seine Grenzen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, war der U-Bahnhof Odeonsplatz am Abend des 22. September 2015 so überfüllt, dass MVG-Mitarbeiter den Bahnhof sperrten und einen Notruf absetzten. Die Sicherheit hätte laut einem internen Bericht nicht mehr gewährleistet werden können. Doch die Polizei sei so beschäftigt gewesen, dass keine Einsatzkräfte verfügbar waren.

Bahn, MVG und Polizei stocken das Personal auf

MVG-Sprecher Matthias Korte relativiert den Bericht vom letzten Jahr. Damals habe keine unmittelbare Gefahr bestanden. "Die Mitarbeiter setzten nur vorsorglich einen Notruf ab. Die kritische Situation war danach ziemlich schnell wieder überstanden. Es musste gar keine Polizei mehr anrücken."

Dennoch schließt er nicht aus, dass es in diesem Jahr wieder ähnliche Szenen geben könnte. Denn wieder kämen mehrere Ereignisse zusammen. "Wir fordern seit Jahren, zur Wiesn-Zeit keine Fußballspiele anzusetzen. Bisher aber ohne Erfolg." Daher werden wieder 200 zusätzliche Mitarbeiter an Knotenbahnhöfen eingesetzt, die für Ordnung sorgen sollen. Der U-Bahnhof Odeonsplatz wird außerdem während der TTIP-Demo zwischen 11 und 16.30 Uhr komplett gesperrt sein. Es könne aber auch an anderen Tagen vorkommen, dass Bahnsteige zumindest temporär gesperrt werden, wenn sie zu voll werden. Korte versichert aber: "Wir haben das im Griff."

Eine Besonderheit gibt es in diesem Jahr am U-Bahnhof Theresienwiese. Denn die Besucher können wegen des neuen Sicherheitskonzepts auf der Wiesn nicht mehr wie gewohnt vom Ausgang des Bahnhofs direkt auf das Oktoberfest gehen. Stattdessen werden sie zum Bavariaring umgeleitet, wo stichprobenartige Kontrollen stattfinden. MVG-Sprecher Korte empfiehlt deshalb, entweder den anderen Ausgang in Richtung Paulskirche zu nehmen oder gleich vom Hauptbahnhof zu Fuß zur Theresienwiese zu gehen.

Polizei vor Oktoberfest 2016: "Jeder kann sich sicher fühlen" 

Zahlreiche Sonderzüge aus der Region fahren nach München

Bevor es um die Frage geht, welchen U-Bahn-Ausgang man am besten nimmt, muss man aber erstmal dorthin kommen. Wer aus der Region nach München will, kann auf Sonderzüge auf folgenden Strecken zurückgreifen:

Von Nürnberg unter anderem über Treuchtlingen, Ingolstadt und Pfaffenhofen,

Von Donauwörth über Meitingen, Augsburg und Mering,

Von Ulm über Günzburg, Dinkelscherben, Augsburg und Mering,

Von Kempten u.a. über Kaufbeuren, Buchloe und Kaufering.

Die Sonderzüge sind im Internet unter www.bahn.de/bayern bzw. www.s-bahn-muenchen.de aufgeführt. AZ

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