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Walhalla

18.10.2017

Ein Feuerwerk für die Toten

Am Ufer der Donau im Landkreis Regensburg thront die Walhalla, die König Ludwig I. im Jahr 1830 errichten ließ.
Bild: Armin Weigel, dpa

Vor 175 Jahren wurde die bayerische Rumeshalle bei Donaustauf erbaut. Was es mit dem Prachtbau auf sich hat und zum Jubiläum geplant ist

Der Freistaat Bayern feiert eine Woche lang den 175. Jahrestag der Eröffnung der Ruhmeshalle Walhalla in Donaustauf (Landkreis Regensburg). Besucher haben noch bis kommenden Sonntag, 22. Oktober, freien Eintritt, am Samstag soll es zudem ein prächtiges Feuerwerk geben.

Die Walhalla – der Name kommt aus dem Altnordischen und bedeutet „Totenhalle“ – zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern in Deutschland. Die Grundsteinlegung fand am 18. Oktober 1830, dem 17. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, statt. Zwölf Jahre später wurde die Ruhmeshalle von König Ludwig I. eröffnet. Der Plan des Monarchen war es, die „rühmlich ausgezeichneten Teutschen“ in einem Ehrentempel mit Büsten und Gedenktafeln zu vereinen. Dazu zählte er Geistes- und Geschichtsgrößen aus der „germanisch-deutschen“ Sprachfamilie wie etwa Johann Wolfgang von Goethe.

Ein Platz für eine bedeutende Persönlichkeit kann frühestens 20 Jahre nach deren Tod beantragt werden. Aktuell befinden sich in der Walhalla 130 Marmorbüsten und 65 Gedenktafeln sogenannter verdienter Persönlichkeiten sowie eine Plastik ihres Erbauers Ludwig I.

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Bei der Fertigstellung standen in der Säulenhalle 74 Büsten. Bis heute kamen weitere dazu, unter anderem die NS-Märtyrerin Edith Stein, die NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl und die Gründerin der Armen Schulschwestern, Karolina Gerhardinger. Die bis dato letzten Neuzugänge in der Ruhmeshalle waren nach einem Beschluss des Bayerischen Ministerrates vom August 2006 der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß (2007), die Philosophin und Ordensschwester Edith Stein (2009) sowie der Dichter und Schriftsteller Heinrich Heine (2010).

Die Walhalla steht seit 2016 unter der Obhut der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen – und damit im Zuständigkeitsbereich von Heimatminister Markus Söder: „Die Walhalla ist ein Symbol für die nationale Einheit Deutschlands, für gemeinsame Identität, Sprache und Kultur. Sie ist wesentlicher Bestandteil unserer Heimat Bayern“, sagte der CSU-Politiker beim Festakt zum Jubiläum.

Nach Angaben des Heimatministeriums kommen jedes Jahr rund 130000 Besucher in die Walhalla. Der Besucherservice soll Söder zufolge verbessert werden. Eine Walhalla-App für Handys sei geplant und ab dem kommenden Jahr soll es auch „BayernWLAN“ in der Walhalla geben. Die etwa 250000 Euro teure Sanierung des Fußweges zur Ruhmeshalle soll Ende Oktober abgeschlossen sein. (dpa, kna)

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