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Lindau

16.07.2018

Einbrecher soll Rentner ermordet haben

Ein Einbruch wird zum Tötungsdelikt. Jetzt stehen die Täter vor Gericht.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Zwei Männer brechen in ein Haus ein und suchen nach Wertsachen. Als sie erwischt werden, eskaliert die Situation. Nun wird der Fall vor Gericht verhandelt.

Es geht um Mord, Brandstiftung und Diebstahl – am Dienstag beginnt am Landgericht Kempten die mehrtägige Verhandlung gegen den 37-jährigen Hauptverdächtigen, der im März 2017 einen Rentner in Lindau erwürgt und anschließend dessen Haus angezündet haben soll. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er Mitglied einer rumänischen Bettlergruppe ist. Auf der Anklagebank sitzt außerdem ein 27-jähriger Mann, der das Fluchtauto gefahren haben soll.

Der Rentner überraschte die Eindringlinge

Rückblick: In der Nacht auf den 9. März 2017 sollen der Angeklagte und ein unbekannter Komplize in das ehemalige Bahnwärterhäuschen des 76-jährigen Rentners im Lindauer Ortsteil Zech eingestiegen sein. Die Gruppe suchte nach Angaben der Staatsanwaltschaft nach wertvollen Gegenständen und Bargeld. Auf dem Grundstück befand sich eine bewohnte Einliegerwohnung – diese Räumlichkeiten durchsuchten die Diebe zuerst und schafften bereits einiges Material nach draußen. Der Rentner und Hausinhaber bemerkte die Eindringlinge und stellte sie. Dabei kam es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Der Angeklagte soll dem 76-Jährigen daraufhin den Kiefer gebrochen und ihn solange gewürgt haben, bis dieser starb. Anschließend soll der Hauptverdächtige das Anwesen angezündet haben, um die Tat zu vertuschen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Angeklagte und der nicht näher bekannte Komplize daraufhin vom Gelände flohen. Dabei ließen sie auch das außerhalb des Grundstücks gebunkerte Diebesgut zurück. Der Fahrer des Fluchtautos soll sich aus dem Staub gemacht haben, als er den Brand bemerkte.

Urteilsverkündung für 22. August geplant

Das Verbrechen beschäftigte im vergangenen Jahr die 30-köpfige „Sonderkommission Eichwald“, zu der neben der Kriminalpolizei aus Lindau auch Beamte aus Kempten gehörten. Die Polizei verfolgte nach der Tat zunächst eine Spur nach Rißtissen bei Ehingen (Baden-Württemberg). Die Befragung der 150 Anwohner dort führte die Ermittler schließlich zu dem heute 37-jährigen Angeklagten. Die Beamten nahmen ihn auf einem Supermarkt-Parkplatz in Ulm fest. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Anfang Juli vergangenen Jahres verhaftete die Polizei den zweiten mutmaßlichen Komplizen in Lindau, der vermutlich das Fluchtauto gefahren hatte und ebenfalls zu der rumänischen Bettlergruppe gehören soll. Der Angeklagte hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft schon mehrere Diebstähle begangen. Die rumänische Bettlergruppe war der Lindauer Polizei bekannt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 37-jährigen Mann Mord, schwere Brandstiftung sowie Bandendiebstahl vor. Der 27-jährige Mitangeklagte ist wegen versuchten schweren Bandendiebstahls angeklagt. Die Gerichtsverhandlung ist auf sieben Tage angesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am 22. August verkündet.

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