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Frankreich

31.10.2009

Entführter Lindauer Arzt angeblich wieder im Krankenhaus

Der Lindauer Arzt Dieter K.

Der nach Frankreich verschleppte Arzt aus dem Raum Lindau befindet sich offenbar erneut in einem Krankenhaus. Am Dienstag könnte sich entscheiden, ob der 74-Jährige ausreisen darf.

Hamburg (ddp). Der nach Frankreich verschleppte 74-jährige Arzt aus dem Raum Lindau (Bodensee) befindet sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" erneut in einem Krankenhaus.

Der Inhaftierte sei auf Drängen der deutschen Botschaft in die Krankenstation des Gefängnisses in Mulhouse verlegt worden, berichtete das Magazin am Samstag vorab. Das Auswärtige Amt habe in der vergangenen Woche zumindest eine konsularische Betreuung des Mannes organisieren können. Er werde nun medizinisch angemessen versorgt.

Dem Bericht zufolge wird am Dienstag in Paris über eine Haftbeschwerde des pensionierten Arztes entschieden. Dass der 74-Jährige nach Deutschland ausreisen dürfe, gelte jedoch als unwahrscheinlich.

Entführter Lindauer Arzt angeblich wieder im Krankenhaus

Der Mediziner war 1995 in Abwesenheit von der französischen Justiz zu 15 Jahren Zuchthaus wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt worden, weil er für den Tod seiner damals 15-jährigen Stieftochter Kalinka verantwortlich sein soll. Er soll ihr eine letztlich tödliche Dosis eines Betäubungsmittels gespritzt haben, um sich an ihr zu vergehen. Die in Deutschland geführten Verfahren waren dagegen aus Mangel an Beweisen eingestellt worden. Die deutsche Justiz verweigerte die Auslieferung.

Der Arzt war schließlich Mitte Oktober aus Bayern nach Frankreich verschleppt worden. Bei dem 72-jährigen mutmaßlichen Entführer handelt es sich um den leiblichen Vater Kalinkas. Er soll gemeinsam mit Helfern die Verschleppung begangen haben, um den Arzt so der französischen Justiz zuzuführen. Der bei der Entführung verletzte Arzt wurde in Frankreich zunächst in einem Krankenhaus im Elsass behandelt und dann festgenommen. Wegen der Verschleppung wird sowohl in Frankreich als auch in Deutschland ermittelt.

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