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"Ehrenmord"

24.06.2009

Er erstach seine Tochter, als sie schlief

Türkischer Gastwirt ersticht seine Tochter
Bild: DPA

Der türkische Gastwirt hat seine Tochter erstochen, während sie schlief. Im Falle des "Ehrenmords" in Schweinfurt kommen grausame Details ans Tageslicht.

Schweinfurt (ddp-bay). Eine 15 Jahre alte Schülerin ist in Schweinfurt durch mehrere Messerstiche getötet worden, während sie schlief. Ihr Vater, ein 45-jährige Türke gestand die Messerattacke.

Der Mord eines Türken an seiner 15- jährigen Tochter in Schweinfurt war eine gezielte Tat. Nach Angaben der Polizei in Würzburg nahm der Vater des Mädchens in der Nacht zum Mittwoch ein Küchenmesser und ging in die darunterliegende Wohnung, wo seine Tochter im Wohnzimmer ihrer Großmutter auf einer Couch schlief. Dort stach er mehrere Dutzend Mal auf das schlafende Mädchen ein.

Der 45-Jährige habe zwar ein Geständnis abgelegt, schien aber von der Tat äußerlich unbeeindruckt, erklärte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt. Als Motiv gab er an, er habe Probleme damit gehabt, dass "seine Tochter nicht den muslimischen Weg gehen wolle".

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Am Nachmittag wurde gegen ihn Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittler vermuten Differenzen wegen "völlig verschiedener Lebensauffassungen" als Hintergrund der Tat. Bekannte der Familie zeigten sich erschüttert über die tödliche Messerattacke.

Von der Tat hatten sie aus dem Internet erfahren. "Wir sind schockiert", sagte ein Türke, der den Mann und dessen Tochter aus der Moschee kennt. Wie es zu der Tat kommen konnte, kann er sich nicht erklären. "Er war doch eigentlich ein ruhiger Mensch", sagte er und blickte fragend zum dritten Stock des Hauses, wo die Rollläden heruntergelassen wurden.

Eine Angehörige hatte die Polizei gegen 3.30 Uhr per Notruf alarmiert und gemeldet, dass eine Jugendliche in der Wohnung niedergestochen und dabei schwer verletzt worden sei. "Sie ist dann an den Verletzungen zeitnah verstorben", sagte eine Polizeisprecherin. Der Vater der Jugendlichen sei zunächst verschwunden gewesen, kurz darauf aber von einer Polizeistreife in der Innenstadt festgenommen worden.

Der mutmaßliche Täter betreibt gut zwei Kilometer vom Tatort entfernt einen Imbiss. "Döner+Feinkost" steht auf dem roten Schild. An der Tür des Hauses, vor dem normalerweise zwei Schirme und ein Bistrotisch stehen, hingen am Mittwoch zwei blaue Zettel: "Vorübergehend geschlossen" und "Vielen Dank für ihr Verständnis".

Metsuh Hamzaj, der dem Vater des getöteten Mädchens seit August 2008 den Laden im Erdgeschoss seines Hauses vermietet, zeigte sich fassungslos über die Tat. "Das war ein prima Kerl, immer freundlich und nett", sagte Hamzaj. Er sei auch bei den Kunden in der Umgebung sehr beliebt gewesen. Seine Tochter habe ein Kopftuch getragen und oft in dem Laden ausgeholfen. "Sie war ein bildhübsches, junges, nettes Mädchen", beschrieb er die Schülerin, deren Leben in der Nacht so jäh endete.

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