Newsticker
Italien verschärft Corona-Maßnahmen in einigen Regionen
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Flächendeckende Diesel-Fahrverbote sollten vom Tisch sein

Münchens OB Reiter

31.01.2019

Flächendeckende Diesel-Fahrverbote sollten vom Tisch sein

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter will die Stickstoffdioxid-Belastung in seiner Stadt nicht verharmlosen.
Bild: Matthias Balk, dpa (Symbol)

München kämpft gegen ein Fahrverbot und den drohenden Verkehrskollaps. Stuttgart führt das Negativ-Ranking an.

Die Luft in deutschen Städten wird sauberer – zumindest ein bisschen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ist die Belastung mit Stickstoffdioxid im vergangenen Jahr insgesamt leicht zurückgegangen. Im neuen Negativ-Ranking der Behörde ist nun Stuttgart mit 71 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft die am stärksten belastete Stadt. München hat sich von 78 auf 66 Mikrogramm verbessert und liegt damit nur noch auf Platz 2. Insgesamt wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm noch in mindestens 30 Städten überschritten. Die Daten aus 35 weiteren Städten, die 2017 noch über dem Grenzwert lagen, liegen teilweise noch nicht vor.

Dennoch zeichnet sich in der Debatte um mögliche flächendeckende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in einzelnen Stadtgebieten eine Trendwende ab – und das liegt vor allem an den neuen Befunden aus München. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wollte es nämlich genauer wissen. Statt nur an der viel befahrenen Landshuter Allee und am Stachus zu messen, ließ er Anfang vergangenen Jahres im Stadtgebiet 20 eigene Messstationen errichten. Das Ergebnis: Nur an vier Stellen lag der Jahresmittelwert über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm. „Flächendeckende zonale Fahrverbote“ für Dieselautos sollten seiner Ansicht nach in München damit vom Tisch sein. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Reiter: „Ich will da nichts verharmlosen, aber es sieht nicht mehr so dramatisch aus wie noch vor einigen Jahren.“

Bau eines Radschnellwegs im Norden Münchens?

Das Messergebnis des Umweltbundesamtes (66 Mikrogramm an der Landshuter Allee) steht nach Aussage Reiters nur auf den ersten Blick im Widerspruch zu den Befunden der Stadt. Zum einen habe sich auch dieser Wert deutlich verbessert – er lag im Jahr 2014 noch bei 86 Mikrogramm. Zum anderen zeigten die eigenen Messungen der Stadt, dass es eben nicht ausreicht, nur an einem Punkt zu messen und dann „mathematisch“ auf das ganze Stadtgebiet hochzurechnen. Reiter lässt jetzt gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern prüfen, ob es an besonders belasteten Stellen technische Möglichkeiten gibt, die Verschmutzung der Luft mit Stickstoffdioxid zu senken – etwa durch Begrünung. Außerdem will er, um für mehr Klarheit zu sorgen, 20 weitere Messstationen einrichten.

Gleichzeitig bemüht sich die Stadt mit Unterstützung der Staatsregierung um ein Konzept gegen den Verkehrskollaps. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) will den Ausbau der Nordumfahrung (A99) vorantreiben und der Stadt beim Bau eines Radschnellwegs im Norden Münchens zur Seite stehen. Ein weiterer Aspekt im Kampf gegen das Verkehrschaos ist die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs – mitunter zu Lasten der Autofahrer. So wird im Münchner Stadtrat diskutiert, ob Pkw-Fahrbahnen geopfert werden sollen, um für Busse Express-Spuren einzurichten, damit diese nicht mehr im Stau stehen. (mit sast)

Lesen Sie dazu auch: So kämpft München gegen den Verkehrskollaps.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

01.02.2019

"....
Übrigens die heutigen Grenzwerte gelten seit etwa 10 Jahren und wurden von der christlich-liberalen CDU/CSU/FDP-Regierung eingeführt. Grundlage waren sehr viele - unverdächtige - Studie..."

Da irren Sie sich aber erheblich !

Diese Fantasie - Grenzwerte gehen auf eine Richtlinie des europäischen Superstaates "EU" . Die europäischen "Fachleute" nunmehr hatten diese Fantasie-Werte ungeprüft von der WHO übernommen . Das ist ja das Ulkige dabei : der Richtwert ,der zum Beispiel in Mexico Stadt , auch in Dehli / Indien gilt , gilt dann auch in München oder in Kissing .

Das muß man sich einmal durch den Kopf gehen lassen . Obwohl in Mexico Stadt , in Dehli oder in Auckland völlig andere Bedingungen gelten (Temperatur, Wind, Straßenbelag, Bevölkerungsdichte,Verkehrsaufkommen etc.) , sollen die Grenzwerte überall gleich sein ?!

Deswegen messen die Griechen in Athen ja auch oberhalb 35 Meter - weil sie ihre Messstation auf dem Dach eines Hochhauses platziert haben und damit immer die "Grenzwerte" unterschreiten werden !

Verkehrsminister Scheuer war eher Perplex wegen der Chuzpe und Unverfrorenheit , mit welcher die Grünen sowie Umweltideologen ihren Kreuzzug zur Umformung der Mobilität in der Öffentlichkeit vortragen , ohne dabei rot zu werden .

So wurde bei M. Illner von der beiwohnenden Umwelt-Ideologin ja vorgetragen , daß der Besitz mehrerer Autos ja höher "bestraft" -sprich besteuert werden sollte .
Also keine Steuer/Abgabe für das Fahren , sondern schon für das reine "Besitzen" ! Interessant ! Für das "Besitzen/Eigentum" bestraft zu werden - das war bisher nur in der Sowjetunion,China,Venezuela etc. - im Kommunismus so .

Offener und frecher können links-grüne Ideologen ihren Umformungs-Feldzug gar nicht mehr beschreiben . Vor so viel ideologischer Frechheit wäre auch ich sprachlos gewesen !

Permalink
01.02.2019

"Da irren Sie sich aber erheblich !"

Die EU-Grenzwerte zur Luftreinhaltung wurden in Deutschland 2008 durch die christlich-liberale CDU/CSU/FDP-Regierung in nationales Recht umgesetzt. Können Sie mit etwas googeln nachlesen. Wer sich hier irrt, sind nur Sie.


"Also keine Steuer/Abgabe für das Fahren , sondern schon für das reine "Besitzen" !

Die deutsche Kfz.-Steuer ist schon immer eindeutig und ausschließlich auf den Besitz eines Kfz. und keinesfalls auf das "Fahren" abgestellt. Das weiß sogar der keineswegs "perplexe" doch ganz miserabel argumentierende Scheuer und der immer beifällig nickende und süffisant grinsende Präsident der Auto-Mafia.


"Für das "Besitzen/Eigentum" bestraft zu werden - das war bisher nur in der Sowjetunion,China,Venezuela etc. - im Kommunismus so ." Offener und frecher können links-grüne Ideologen ihren Umformungs-Feldzug gar nicht mehr beschreiben . Vor so viel ideologischer Frechheit wäre auch ich sprachlos gewesen !"

Solch sinnfreies lächerliches Geschwurbel sollten Sie sich sparen - es zeigt nur Ihre Unkenntnis der Sachlage und fällt auf Sie zurück.



Permalink
01.02.2019

>> Die EU-Grenzwerte zur Luftreinhaltung wurden in Deutschland 2008 durch die christlich-liberale CDU/CSU/FDP-Regierung in nationales Recht umgesetzt. <<

Wenn die das nicht getan hätten, wäre ein EU-Vertragsverletzungsverfahren die Folge gewesen. Das haben wir inzwischen x-fach bei anderen Themen erlebt.

ABER FAKE NEWS Alarm:

2008 war keine christlich-liberale Regierung an der Macht, sondern eine GroKO!

https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_Merkel_I

>> Das Kabinett Merkel I war die vom 22. November 2005 bis zum 28. Oktober 2009 amtierende deutsche Bundesregierung in der 16. Legislaturperiode. <<

Permalink
02.02.2019

PETER P. (diesmal stimmt's):

"2008 war keine christlich-liberale Regierung an der Macht, sondern eine GroKO!"

Da haben Sie natürlich recht. Wichtig ist nur, dass die CSU munter mit dabei war. Und das von ihr angezettelte Grenzwertetheater ein Schuss in den Ofen werden könnte:

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/stickoxide-die-eu-will-die-diesel-grenzwerte-checken-doch-anders-als-von-scheuer-erwartet/23939278.html?ticket=ST-238353-pJobZbYLtzuSFFfGwMXj-ap6

Die EU-Kommission lässt sich hoffentlich nicht von den deutschen Autobossen und bayerischen Provinzpolitikern am Nasenring durch die Manege ziehen.

Permalink
31.01.2019

Mittlerweile ist ja eindeutig belegt , daß die "Grenzwerte" willkürlich (ideologisch und politisch) -aufgrund der jahrelangen "Arbeit der realitätsfernen Umweltlobby- festgelegt wurden und bar jeder wissenschaftlich-medizinischen Vernunft sind .

Wenn in einem Büro (in einer Räumlichekit also , in welcher sich der Arbeitnehmer normalerweise 7-8 Stunden am Tag aufhält)-weitaus höhere Grenzwerte gelten dürfen als auf Straßen und dies damit begründet wird, daß an diesen Straßen sich ja auch ältere Menschen , Kinder und kranke Menschen aufhalten KÖNNTEN ,während sich im Büro ja durchwegs nur erwachsene gesunde Menschen aufhalten -
dann stimmt etwas nicht mit angeblichen "Wissenschaftlichkeit" bei der Festlegung dieser Grenzwerte .

Wenn man mit klarem Verstand die entsprechenden Aussagen,Diskussionen,politischen Klarstellungen etc verfolgt, merkt man sehr schnell , daß es sich hier ganz klar um einen rein ideologisch-politischen Kampf gegen die "Individual-Mobilität" (in Form des Autos) handelt !

Mittlerweile haben ja mehrfach Grüne , aber auch Vertreter der "Ideologie"-Umweltverbände (wie BUND,Umwelthilfe etc.) nachweisbar kundgetan , daß sie (in ihrem Kreuzzug) natürlich nicht zufrieden sind , wenn das Verbrennungsmotor-Auto durch andere , alternative Modelle ersetzt werden würde , aber der Individualverkehr gleichbleibend hoch wäre.

Vielfach äußert ja der eine oder andere Umwelt-Ideologie (ob von den Gründen oder den Umweltverbänden) seinen "Traum" von einer Stadt ganz ohne Autos (auch wenn dieses Auto technisch gar keinen Schadstoff produzieren würde) .

Man sieht - es geht um etwas ganz Anderes bei diesem Kreuzzug !

Permalink
01.02.2019

"Man sieht - es geht um etwas ganz Anderes bei diesem Kreuzzug !"

Da haben sie zum Teil recht. Es geht um mehr - nicht um ganz Anderes.
Nämlich im Grunde um Mobilität. Was wäre gewonnen, würden wir in einigen Jahren in weitgehend emissionsfreien Blechkisten noch mehr als heute schon stehen statt fahren?
Was nur für inzwischen stumpfsinnig und rammdösig gewordene Zeitgenossen und -innen, deren Horizont an der Nasenspitze endet, eine durchaus erstrebenswerte Perspektive sein könnte . . .

"Vielfach äußert ja der eine oder andere Umwelt-Ideologie (ob von den Gründen oder den Umweltverbänden)"
???

Übrigens die heutigen Grenzwerte gelten seit etwa 10 Jahren und wurden von der christlich-liberalen CDU/CSU/FDP-Regierung eingeführt. Grundlage waren sehr viele - unverdächtige - Studien. Ideologen wie Dobrindt oder der Phrasendreschflegel Scheuer - köstlich und blamabel gestern Abend sein Rumgeeiere bei Maybritt Illner - lagen damals noch in den Windeln.

Permalink
01.02.2019

>> daß an diesen Straßen sich ja auch ältere Menschen , Kinder und kranke Menschen aufhalten KÖNNTEN ,während sich im Büro ja durchwegs nur erwachsene gesunde Menschen aufhalten -
dann stimmt etwas nicht mit angeblichen "Wissenschaftlichkeit" bei der Festlegung dieser Grenzwerte. <<

Es dürfte eine Tatsache sein, dass sich auf unseren Straßen auch regelmäßig ältere Menschen , Kinder und kranke Menschen aufhalten.

Permalink
01.02.2019

Sehr geehrter Peter P.:

1. Es gab, gibt und kann keine "wissenschaftlichen" Grenzwerte hinsichtlich der NO- bzw. NOx-Belastung der Luft geben.

2. Wissenschaftlich abgesichert ist nur die Schädlichkeit dieser Einträge in die Atemluft.

3. Wie hoch die Dosierung ist, die uns Vater Staat zumutet ist eine rein politische Entscheidung und wird es bleiben. Das hat sogar Scheuer kapiert.

4. Dass jetzt nach 10 Jahren Ruhe die Diskussion über Grenzwerte und Standorte der Mess-Stationen penetrant von Politik und Industrie forciert wird, hat nur einen Grund: Die Herrschaften wollen vom eigenen Totalversagen und ihrer Kungelei zum Schaden von uns allen in der Diesel-Affäre ablenken.

Permalink
01.02.2019

Herr Kr. etwas verwirrt was die Zuordnung Name zum Beitrag angeht?

Permalink
02.02.2019

PETER P.:

Pardon, kommt im Eifer des Gefechts schon mal vor. War keine böse Absicht.

Permalink
31.01.2019

Bravo Herr Reiter - hoffentlich stehen Sie das auch durch!

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren