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Förderprogramm
18.10.2017

Digitale Klassenzimmer sollen in Bayern zur Regel werden

In Bayern sollen die Klassenzimmer digitaler werden.
Foto: Carmen Jaspersen, dpa

Tafel und Kreide waren einmal - wirklich? Digitale Technik soll endlich in allen bayerischen Schulen Einzug halten - auch wenn nicht jeder Schüler ein eigenes Tablet bekommen soll.

In den kommenden Jahren sollen an allen bayerischen Schulen digitale Klassenzimmer zur Regel werden. Die Staatsregierung legt dafür ein Förderprogramm in dreistelliger Millionenhöhe auf, um die Kommunen bei der Einrichtung zu unterstützen. 40 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr fließen, 122,5 Millionen Euro sind für den nächsten Doppelhaushalt 2019/20 vorgesehen. Diese Zahlen, die aber nur ein Einstieg sein sollen, nannten Kultusminister Ludwig Spaenle und Staatssekretär Georg Eisenreich (beide CSU) am Mittwoch in München. Insgesamt soll das Programm das Volumen eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags haben, erklärte das Kultusministerium.

Noch ist unklar, wie die neuen Klassenzimmer aussehen

Wie die digitalen Klassenzimmer genau aussehen sollen, ließen die beiden Politiker offen. Darüber wolle man gemeinsam mit den Kommunen sprechen - diese sind für Schulbauten und die Ausstattung zuständig. Im ersten Halbjahr 2018 sollen die Förderrichtlinien für digitale Klassenzimmer stehen - dann soll klar sein, wie die Basisausstattung aussehen sollte. "Wir wollen die Kommunen auch nicht unter Druck setzen. Das muss gut sein, aber es muss leistbar sein", sagte Eisenreich.

Als Beispiel nannte er mindestens "eine wie auch immer geartete digitale Tafel". Dass jeder Schüler ein eigenes Gerät in der Schule haben müsste, sieht er allerdings nicht. "Ich halte es inhaltlich nicht für notwendig, dass jeder Schüler immer ein Laptop oder Tablet hat", betonte Eisenreich. Es gehe bei dem Förderprogramm auch nicht darum, Klassenzimmer von oben bis unten mit Technik vollzustellen.

Informatik ist nun Pflicht

Eisenreich betonte, neben Lesen, Rechnen und Schreiben werde der Umgang mit digitalen Medien und der digitalen Welt "die vierte Kulturtechnik" sein. Die Schüler müssten auch dafür die nötigen Kompetenzen vermittelt bekommen. Deshalb sei es auch so wichtig, dass Informatik nun Pflichtfach in allen weiterführenden Schulen werde. Spaenle und Eisenreich kündigten zudem umfassende Fortbildungsprogramme für Lehrerinnen und Lehrer an.

Der SPD-Bildungsexperte Martin Güll nannte die CSU-Pläne unzureichend. "Seit Jahren wird von allen Seiten gefordert, flächendeckend Overhead-Projektoren mal gegen Tablets und digitale Tafeln auszutauschen - und, Überraschung, ein Jahr vor der Wahl fällt der CSU ein, hier mal Geld reinzustecken", sagte er. Das allein sei aber nicht ausreichend: "Lehrerinnen und Lehrer benötigen alle entsprechende Fortbildungen, der Lehrplan muss angepasst werden, es braucht Richtlinien für die technische Unterrichtsausstattung - und selbstverständlich muss die Staatsregierung dafür Sorge tragen, dass alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ausgerüstet werden."

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Digitale Ausstattung ist Voraussetzung für zukunftsfähige Bildung

Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte, endlich habe auch die Staatsregierung erkannt, dass die digitale Ausstattung an den Schulen eine wesentliche Voraussetzung für eine zukunftsfähige Bildung sei. "Unsere Forderung, die IT-Bildung an bayerischen Schulen durch Bereitstellung entsprechender Ausstattung sowie eines geeigneten staatlichen Finanzierungsprogramms voranzutreiben, wird nun Eins-zu-eins von der Staatsregierung übernommen." Die Kommunen dürften dabei aber nicht alleine gelassen werden, betonte er. 

Thomas Gehring (Grüne) forderte eine "Fortbildungsoffensive" für Lehrer und ein pädagogisches Konzept für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Das seien "Gelingensbedingungen" für die Vorbereitung bayerischer Schülerinnen und Schüler auf die digitale Welt. dpa/lby

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