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08.01.2019

Frau zur Prostitution gezwungen

Opfer hatte Sex mit über 100 Freiern

An einem Samstag Ende März 2018 endet in München ein Martyrium. Eine 26-jährige Frau meldet sich auf einer Polizeidienststelle. Die Beamten nehmen eine Anzeige auf. Die Vorwürfe: Zwangsprostitution, Zuhälterei, Vergewaltigung. Sie habe mit 100 bis 150 Männern schlafen müssen, gegen Geld, das sie nicht behalten durfte, berichtet die aus Afghanistan stammende Frau. Kurz darauf werden ein Mann und dessen Verlobte als Verdächtige festgenommen.

Der 28-jährige Mann und seine 29-jährige Verlobte müssen sich seit Montag nun vor dem Landgericht München I verantworten, weil sie die Frau zum Sex mit mehr als 100 Freiern gezwungen haben sollen. Beide Angeklagte haben die Vorwürfe bestritten. Weitere Angaben zur Anklage verweigerten sie. Angeklagte und Opfer stammen aus Afghanistan.

Der Mann hatte das Opfer laut Anklage in einem Online-Chat kennengelernt und im November 2017 mit dem Eheversprechen von Berlin nach München gelockt. Er habe die damals 26-Jährige damit unter Druck gesetzt, dass sie, nachdem sie mit ihm Sex gehabt hatte, keine Jungfrau mehr und darum von ihm abhängig war. In der Folge habe sie mit ihm und der Mitangeklagten in einer Wohnung leben und den Kontakt zu ihrer Familie abbrechen müssen. Nach knapp einem Monat sei das Opfer über Internetportale zur Prostitution an Männer vermittelt worden, so die Anklage. „Wenn du mich liebst, dann machst du das für mich“, soll der Angeklagte gesagt haben. Die Verlobte des Angeklagten bahnte Kontakte an. Sie brachte die 26-Jährige zu Freiern in Hotels, auf Parkplätzen, in Wohnungen, und holte sie von dort wieder ab. An manchen Tagen musste sie mit drei bis vier Männern nacheinander verkehren. Den Verdienst, im Schnitt 1000 Euro pro Woche, musste sie abgeben.

Mehrmals hätten die mutmaßlichen Täter sie zudem in der Wohnung vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht. Zudem hätten sie Druck aufgebaut, indem sie damit drohten, ihre Prostitutionstätigkeit und den Verlust der Jungfräulichkeit an ihre Familie zu verraten.

Für das Verfahren sind sieben Termine bis Ende Januar angesetzt. Auch das Opfer soll aussagen. (dpa)

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