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Füssen
31.08.2015

Schloss Neuschwanstein: Was wird aus der Pöllatschlucht?

Das Bild zeigt die eingerüstete Marienbrücke, die saniert wird. Zwischen ihr und dem Schloss Neuschwanstein verläuft die Pöllatschlucht, die gesperrt ist.
Foto: Peter Samer

Der beliebte Wanderweg durch die Pöllatschlucht bei Schloss Neuschwanstein ist seit über einem Jahr wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Außerdem macht ein Aussichtspunkt Probleme.

Wer sich bereits beim Aufstieg von Hohenschwangau aus zum Schloss Neuschwanstein auf diese Attraktion einstimmen möchte, wählt oft den romantischen Weg durch die Pöllatschlucht. Dieses Erlebnis ist den Besuchern jedoch seit über einem Jahr verwehrt, denn der beliebte Wanderweg wurde im Mai 2014 wegen eines Felssturzes gesperrt und ist nach wie vor geschlossen. Noch ist ungewiss, wann beziehungsweise ob die Schlucht überhaupt wieder für Besucher geöffnet werden kann.

Ein beschädigter Fangzaun ist inzwischen zwar repariert und teilweise ausgetauscht worden; trotzdem herrscht noch immer Lebensgefahr in der Pöllatschlucht. Denn im Zuge der Arbeiten hat eine Spezialfirma aus Würzburg weitere Stellen ausgemacht, an denen Steinschlag und Felssturz drohen. „Ein neues geologisches Gutachten wird derzeit erstellt“, sagt Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke.

Eine dauerhafte Sperrung der Pöllatschlucht soll verhindert werden

Gerüchte von einer dauerhaften Sperrung oder explodierenden Kosten für die Sanierung entbehren jeder Grundlage, sagt Hauptamtsleiter Klaus Lang. „Solange das Gutachten nicht vorliegt, weiß man nichts“, betont er. Von der Möglichkeit, dass die Schlucht günstig saniert werden kann, bis zur Feststellung, dass sie nicht zu sichern ist, sei alles möglich. Bei den bisher vorgenommenen Reparaturen sei man jedoch weit unter den im Haushalt der Gemeinde Schwangau veranschlagten 160000 Euro geblieben. Die Kosten belaufen sich laut Lang auf etwa die Hälfte. Die Gemeinde muss diese selbst tragen, da der Freistaat Bayern zwar Eigentümer des Geländes ist, die Gemeinde Schwangau jedoch den Wanderweg unterhält.

Die Pöllatschlucht ist aber nicht die einzige Attraktion rund um König Ludwigs Märchenschloss, die derzeit nicht für Besucher zugänglich ist. Auch die Marienbrücke, von der aus man einen tollen Ausblick auf Schlucht und Schloss hat, ist gesperrt. Hier sind umfangreiche Sanierungsarbeiten in vollem Gange.

Unter anderem wird eine Zugangsbeschränkung gebaut, durch die nur noch eine bestimmte Anzahl an Besuchern gleichzeitig auf die Brücke gelangt. Bis Mitte November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und die Brücke wieder für Besucher geöffnet werden, sagt Cordula Mauß von der staatlichen Schlösser- und Seenverwaltung.

Die Besucherzahlen für Neuschwanstein scheinen nicht in Gefahr

Nun könnte man meinen, dass der Verlust zweier so beliebter Attraktionen in der Hochsaison bei Touristen Ärger auslöst. „Im Gegenteil“, sagt Schwangaus Tourismusdirektorin Petra Köpf: „Die meisten reagieren sehr verständnisvoll.“ Auch wenn die Pöllatschlucht ohne Zweifel für Wanderer ein wichtiger Weg sei. Ihn nutzen viele, um über die Marienbrücke zum Tegelberg zu gelangen, sagt Köpf.

Zwar sei es bedauerlich, dass diese Strecke derzeit gesperrt sei. Aber Sicherheit gehe unbedingt vor. Dies würden Wanderer verstehen, die solche notwendigen Sperrungen auch aus anderen Gebieten kennen.

Dass die Besucherzahlen des Schlosses Neuschwanstein durch die Sperrung der Pöllatschlucht und der Marienbrücke zurückgehen könnten, damit rechnen weder Köpf noch Mauß.

Die meisten Touristen würden ohnehin die Hauptwege zum Schloss nutzen, sagt Tourismusdirektorin Köpf. Auch die für das kommende Jahr anstehende Restaurierung der Prunkräume beeinträchtige die Besucher laut Mauß vorerst nicht. Lediglich die Neuschwanstein-Konzerte können während der Arbeiten nicht stattfinden.

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11.09.2015

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