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Vogelschutz

19.09.2019

Geier sollen nach Bayern zurückkehren

Bartgeier sollen in Bayern wieder heimisch werden. Vor allem im Nationalpark Berchtesgaden finden die Tiere gute Lebensumstände.
Bild: Monika Skolimowska, dpa (Symbolbild)

Vogelschützer beobachten immer mehr Geier im Allgäu. Die Experten wollen sie aber in einer anderen Region ansiedeln - denn im Allgäu drohen gleich mehrere Gefahren.

Über den Allgäuer Bergen kreisende Geier könnten bald ein häufiger Anblick werden. Allein in diesem Jahr wurden sie dort zwölf Mal gesichtet. Zum Vergleich: In ganz Deutschland sah man sie in 20 Jahren 155 Mal. Die Tiere verfügen über eine Spannweite von bis zu drei Metern – die größte aller heimischen Vögel. Allerdings, da sind sich Vogelschützer sicher, sind sie keine Bedrohung für Mensch und Tier. Im Gegenteil: Die Aasfresser reinigen die Umwelt, indem sie tote Tiere vertilgen und so der Ausbreitung von Krankheiten vorbeugen.

Der Bartgeier soll in Berchtesgaden wieder angesiedelt werden

Vor mehr als 100 Jahren waren die Tiere in Deutschland ausgestorben. Seit einigen Jahren sind sie in Österreich wieder heimisch und werden auch in den bayerischen Alpen gesichtet. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) hat untersuchen lassen, wie die Chancen für eine Wiederansiedlung des Bartgeiers in Bayern stehen und wie man sie unterstützen kann. Am Mittwoch hat der Verband in München die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt. „Bayern ist Heimat für Geier. Die Studie zeigt, der Bartgeier hat hier gelebt, er kann hier leben und er soll das auch wieder tun. Und dabei eignen sich vor allem die Ostalpen für eine Wiederansiedelung“, sagte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer. Auch eine Wiederansiedlung des Gänsegeiers wurde geprüft. Weil er wohl auch in früheren Zeiten nur zu Besuch in Bayern und nie heimisch war, kommt er aber für eine Wiederansiedlung nicht in Frage.

Der LBV ist allerdings entschlossen, die Bartgeierpopulation zu vergrößern. Dafür könnten auch Tiere in der Wildnis ausgesetzt werden. Für solch eine Befreiung halten die Vogelschützer den Nationalpark Berchtesgaden am geeignetsten, weil dort Strukturen existieren, die sich um das Schutzgebiet kümmern. Gegen das Allgäu als Befreiungsort spreche unter anderem, dass dort eine natürlich Wiederansiedlung erwartet werden kann. Außerdem fehlen dort Strukturen wie die des Nationalparks. Und den Geiern drohen zwei Gefahren: Auf der österreichischen Seite der Grenze in Tirol bestehe laut LBV eine „latente Gefährdung durch Abschüsse“. Zuletzt sei im Mai in einer Gemeinde im Montafon mutmaßlich ein Bartgeier illegal abgeschossen worden. Die größte Bedrohung für die Tiere seien aber Bleivergiftungen. Die Geier könnten sterben, wenn sie tote Tiere fressen, in denen sich Munitionsreste befinden. Im Nationalpark Berchtesgaden werde anders als im Allgäu mit bleifreier Munition gejagt. Die Vogelschützer wollen in Zusammenarbeit mit den Jagdverbänden die Verfolgung des Bartgeiers in Österreich und die Bleimunition in Deutschland thematisieren.

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Bayerischer Jagdverband zeigt sich gesprächsbereit

Beim Bayerischen Jagdverband zeigt man sich gesprächsbereit: Schießreferent Max Peter von Montgelas sagte unserer Redaktion: „Es ist eine gute Nachricht, dass dieses Tier nach Bayern zurückkehrt.“ Munition müsse mehreren Anforderungen genügen: In erster Linie müsse sie ein Tier sicher, schnell und ohne Qualen töten. Praktische Erfahrungen zeigten, dass bleifreie Munition das nicht in jeder Situation und bei jedem gewährleiste. „Wir sind offen für neue Technologien“, betont von Montgelas. Allerdings sei auch bei Werkstoffen, die Blei ersetzen könnten, die Umweltverträglichkeit nicht unbedingt besser. „In Gebieten, in denen der Geier bedroht ist, könnte man über ein Moratorium für bleifreie Munition nachdenken.“

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22.09.2019

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