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Verkehr

05.09.2019

Grüne verlangen schnelle Reaktivierung von 18 Bahn-Nebenstrecken

Die Grünen verlangen die schnelle Reaktivierung von 18 Bahn-Nebenstrecken in Bayern.
Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Viele kleine Bahnstrecken wurden in der Vergangenheit dichtgemacht. Nun wollen etliche Kommunen wieder Bahnverkehr auf dem Land - doch die Reaktivierung ist schwierig.

Die Grünen verlangen die schnelle Reaktivierung von 18 Bahn-Nebenstrecken in Bayern. Die Staatsregierung hat bislang aber nur für einzelne dieser Strecken die Wiederinbetriebnahme in die Wege geleitet. Dies geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums in München auf eine Landtagsanfrage des Grünen-Abgeordneten Markus Büchler hervor. Er wirft Minister Hans Reichhart (CSU) vor, die Gelder zum Bahnausbau nur für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München zu verbauen, "auf Kosten der Mobilität auf dem Land".

Verbindung Gessertshausen-Langenneufnach soll bis 2022 kommen

Nach Angaben des Ministeriums gibt es erst für 3 der 18 Strecken konkrete Terminpläne für die Aufnahme des Zugverkehrs. Demnach soll bis Ende 2022 in Schwaben die Verbindung Gessertshausen-Langenneufnach kommen, in Mittelfranken soll bis Ende 2024 die Strecke Gunzenhausen-Wassertrüdingen in Betrieb gehen. Die seit mehreren Jahrzehnten diskutierte Verlängerung der Münchner S-Bahn-Linie 7 von Wolfratshausen bis Geretsried soll in knapp zehn Jahren Wirklichkeit sein.

Darüber hinaus stuft die Staatsregierung derzeit nur noch die Strecken Volkach-Seligenstadt in Unterfranken sowie Dombühl-Wilburgstetten in Mittelfranken als "reaktivierungswürdig" ein. Erst wenn eine Prognose ergibt, dass mindestens 1000 Reisende pro Werktag auf einer Strecke unterwegs sein werden, hält das Verkehrsministerium eine Wiederinbetriebnahme für vertretbar. Auf der niederbayerischen Strecke Gotteszell-Viechtach im Bayerischen Wald gibt es derzeit einen Probebetrieb, der klären soll, ob diese Fahrgastquote erreicht werden würde.

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Viele Strecken wurden schon vor Jahrzehnten geschlossen

Die Initiativen zur Reaktivierung solcher Strecken, die meist vor etlichen Jahrzehnten geschlossen wurden, gehen regelmäßig von den Kommunen in den betroffenen Regionen aus. Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen spricht von "Fehlentscheidungen der Vergangenheit" und unterstützt die Wiederbelebung der alten Trassen.

Bayern verlangt dann aber, dass die Sanierung von maroden Schienen und ähnliche Bauarbeiten von einem Infrastrukturunternehmen ohne Zuschuss des Freistaats gestemmt werden. Dies sei keine Landesaufgabe, betont das Ministerium. Der Beitrag Bayerns liege anschließend darin, für zwölf Jahre einen regelmäßigen Zugverkehr für die Strecken zu bestellen.

Grüne fordern Reaktivierung der Bahnstrecken

Den Grünen ist dies zu wenig. Sie fordern, dass Bayern selbst Reaktivierungsprozesse startet, fördert und zum Abschluss führt. Dies machten auch Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und andere Bundesländer. Minister Reichhart schiebe "die Bahn auf dem Land aufs Abstellgleis, anstatt klimafreundliche Mobilität auf dem Land zu organisieren", kritisierte Büchler. (dpa)

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05.09.2019

Die Aussage im Artikel ist so nicht richtig: lt. Webseite der BEG laufen für etliche weitere im GV betriebene Strecken derzeit Untersuchungen betreffend Reaktivierungsmöglichkeiten im PV (z. B. Maxhütte-H. - Burglengenfeld, Lohr Bf - Lohr-Stadt). Die geforderten "schnellen" Reaktivierungen gibt es i. d. R. nicht, da vorhergehende umfangreiche Abstimmungen (siehe Senden - Weißenhorn) meist Jahre dauern. Auch nicht im grünen BaWü, siehe dort die sog. Württ. Schwarzwaldbahn, die derzeit von wegen der Bockigkeit einer Anliegerkommune (Renningen) in die Warteschleife geht. Daher die Bitte um eine etwas genauere Recherche bzw. - Adresse Partei - um etwas weniger politischen Populismus.

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05.09.2019

Was die Grünen alles fordern - ohne Rücksicht auf die Kosten die dadurch entstehen. Nicht umsonst hat man die Strecken stillgelegt. Landauf, landab fehlt es zudem auf bereits existierenden Strecken an entsprechendem Personal, erschwerend kommt hinzu, dass man auch alle dazugehörigen Bahnhöfe verscherbelt oder zweckentfremdet hat.
Vorrangig wäre eine vernünftige Preisanpassung. Was soll der Schwachsinn, wenn eine lausige, einmalige Hin- und Rückfahrt oft mehr kostet als eine Tankfüllung fürs Auto und man ist mit letztgenannten wesentlich schneller, pünktlicher und direkter am Ziel.

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05.09.2019

Zuerst sollten die Defizite im Bahnverkehr der Großstädte beseitigt werden.

Aber die Grünen wissen um die Probleme mit Naturschutz, Artenschutz und Flächenschutz die einen Ausbau extrem langwierig und teuer macht.

Weil es aber wegen Greta ganz schnell gehen muss, startet man eine Show mit ein paar Nebenbahnen. Nur jetzt einfach ohne Potentialabwägung die Reaktivierung von 18 Strecken zu fordern ist nicht seriös. Was ist denn lt. den Grünen die Untergrenze für die tägliche Fahrgastzahl? Warum frägt die Presse hier nicht kritisch nach?

Das andere Problem sind explodierende Kosten bei den entsprechenden Bauarbeiten. Vielleicht kann ja die AZ mal einen Bericht zur Reaktivierung der Staudenbahn machen. Da könnte für den Leser ein aufschlussreiches Erlebnis möglich sein...

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