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Gymnasium
05.04.2017

Das neue G9 startet schon in diesem Herbst

Bayern kehrt nach jahrelanger Kritik von Eltern, Schülern und Pädagogen zum neunjährigen Gymnasium zurück.
Foto: Armin Weigel, dpa

1850 neue Lehrer, weniger Unterricht am Nachmittag: Was sich in Bayern mit der Wieder-Einführung des neunjährigen Gymnasiums ändert.

Jetzt geht alles ganz schnell an Bayerns Schulen: Schon die Schülerinnen und Schüler, die im Herbst dieses Jahres übertreten, werden ihr Abitur an einem neuartigen neunjährigen Gymnasium machen. Gleichzeitig sollen alle anderen Schularten und die berufliche Bildung im Freistaat massiv gestärkt werden. Das sind die Kernpunkte des milliardenschweren Bildungspakets der Staatsregierung, das am Mittwochabend von der CSU-Landtagsfraktion beschlossen wurde.

Es sieht neben Investitionen in den Schulbau und in neue Lehrstühle die Schaffung von insgesamt rund 1850 zusätzlichen Lehrerstellen sowie 150 zusätzlichen Stellen für Verwaltungskräfte an den Schulen vor. Das ist in der Summe weit mehr, als sich Bildungspolitiker aller Parteien im Landtag zu Beginn der langjährigen Debatte erhoffen konnten.

CSU-Fraktion fällt Entscheidung über Bildungspaket

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) zeigte sich höchst zufrieden. „Das ist jetzt etwas, was für ein Vierteljahrhundert trägt“, sagte er vor Beginn der Fraktionssitzung. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte, dass die Reform allen Schülern und nicht nur den Gymnasiasten zugutekommen soll.

„Wir wollen durch unser Tun bekräftigen, dass wir für das gegliederte Schulsystem sind“, sagte Seehofer vor der Abstimmung in der Fraktion und machte auch gleich klar, dass er keine Zweifel an der Urheberschaft aufkommen lassen will. „Das Bildungspaket war meine Entscheidung“, sagte er und fügte hinzu: „Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, das ist eine Generationen-Entscheidung. Was wir hier machen, wird Signalwirkung für ganz Deutschland haben.“

Bis 19.30 Uhr diskutierte die CSU-Fraktion am Mittwochabend das Bildungspaket. Dann fiel die Entscheidung – einstimmig, bei einer Enthaltung. Sie kam vom früheren CSU-Chef Erwin Huber, der noch unter Ministerpräsident Edmund Stoiber als Staatskanzleichef maßgeblich an der damals heftig umstrittenen Einführung des G 8 in Bayern beteiligt war.

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Wer im Herbst aufs Gymnasium wechselt, ist im G9 dabei

Bei der Entscheidung am Mittwoch blieb nur strittig, wer sich am Ende durchgesetzt hat. Anders als zuvor von Seehofer dargestellt, beansprucht auch die Fraktion einen maßgeblichen Anteil. Fraktionschef Thomas Kreuzer betonte, die Entscheidung, auch die anderen Schularten zu stärken, „geht auch auf Anregungen aus der CSU-Landtagsfraktion zurück“. Sie sei ein großer finanzieller Kraftakt. Finanzminister Markus Söder bezifferte die zusätzlichen Kosten bis 2025/26 auf 870 Millionen Euro.

Das neue neunjährige Gymnasium – mit einer „Überholspur“ für Schüler, die schon nach acht Jahren Abitur machen wollen – soll mit dem Schuljahr 2018/19 gleichzeitig für die fünften und sechsten Klassen starten. Das ist möglich, weil die fünfte Klasse am alten G 8 und am neuen G 9 praktisch identisch ist. Wer also in diesem Herbst aufs Gymnasium wechselt, ist im neuen G 9 schon dabei. Alle, die bereits jetzt am Gymnasium sind, sollen das alte G 8-Abitur machen.

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05.04.2017
Ohne sich negativ über diese Entscheidung zu Äußern, ob denen heute schon bewusst ist, daß es diesmal ein ganzes langes Jahr keine Abi-klasse gibt und nicht zwei Jahrgänge gleichzeitig,
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