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Handeln statt Lippenbekenntnissen: Bio muss raus aus der Nische

Kommentar Von Stephanie Sartor
07.08.2020

Die Öko-Branche wächst - womöglich aber zu langsam. Beim Thema Lebensmittel ist die Kluft zwischen Lippenbekenntnissen und Handeln groß.

Die Absichten sind ja durchaus ehrenhaft. Wenn man die Menschen fragt, ob es ihnen wichtig ist, dass die Tiere auf dem Bauernhof viel Platz haben, dass keine Chemie eingesetzt und nachhaltiger gearbeitet wird, dann würden viele aus dem Bauch heraus wohl sagen: Ja, natürlich! Nur bleibt es meist bei Absichten – an der Supermarktkasse werden die guten Vorsätze dann oft vergessen. Denn dann steht etwas anderes im Vordergrund: der Preis.

In Schwaben gibt es mehr als 2000 Bio-Betriebe

So ist es auch zu erklären, dass Bio-Lebensmittel in Deutschland noch immer Nischen-Produkte sind. Ihr Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt betrug nach Angaben des Umweltbundesamtes im Jahr 2018 gerade einmal 5,4 Prozent. Dieser Anteil wird wachsen, keine Frage. Das zeigt etwa auch die erfreuliche Entwicklung in Schwaben, wo es heute mehr als 2000 Biobetriebe gibt – im Jahr 2007 waren es gerade mal 823. Aber reicht diese Geschwindigkeit? Vielleicht geht das alles viel zu langsam angesichts der Probleme, die die Massentierhaltung vielerorts mit sich bringt. Etwa: Pestizide auf den Feldern, die Insekten töten, Vögel, die keine Nahrung mehr finden, oder Schweine, die zum Teil unter erbärmlichsten Zuständen gehalten werden, um dann zu Billig-Schnitzeln zerlegt zu werden.

An der Kasse fällt die Liebe zum Tier dem Preis zum Opfer

Beim Thema Lebensmittel ist die Kluft zwischen lapidaren Lippenbekenntnissen und tatsächlichem Handeln offenbar ähnlich groß wie beim Klimaschutz. Die Frage, ob einem das Thema wichtig sei, würden sicher viele Menschen mit Ja beantworten. Aber das Auto verkaufen? Aufs Rad umsteigen? Mit dem Zug an die Ostsee fahren statt mit dem Flugzeug ans Mittelmeer jetten? Da hört für viele dann die Liebe zum Klima auf. So wie an der Supermarktkasse eben die – offenbar sich selbst vorgegaukelte – Liebe zum Tier dem billigen Preis zum Opfer fällt.

Lesen Sie dazu: Immer mehr Öko-Betriebe: Bio boomt in der Region - auch dank Corona

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Die Diskussion ist geschlossen.

08.08.2020

Das ist doch die Diskussion von vor über 35 Jahren.

Und es ist nicht die Frage, ob ich bereit bin mehr zu bezahlen sondern ob ich bereit bin auf
Fungizide, Herbizide und Pestizide größtmöglich zu verzichten. Und ob ich den Tieren genügend Respekt entgegen bringe. Wenn es mir möglich ist.

Damit einher geht natürlich auch die Lebensqualität der Menschen.

In den letzten Jahren hat sich die legitimierte Bio-Qualität von Demeter und Bioland, um nur die beiden zu nennen, erweitert um eine Billig-Schiene, die dann auch im Preis drastisch reduziert ist.

Der Vergleich von Produkten mit dem Euro_Siegel und genannten Qualitäten von Demeter und Bioland ist das Eine. Erzeugerqualitäten der Bio-Premiummarken im Vergleich mit der Billigstware aus der Ramschkiste kann und darf nicht möglich sein.

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07.08.2020

BIO - ich sehe darin nicht den Vorteil warum ich dafür mehr bezahlen sollte.

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