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Donau-Ries

13.10.2019

Hat er seine Frau ermordet? Landwirt steht vor Gericht

Im Ries ist 2018 eine Landwirtin tot bei einer Güllegrube entdeckt worden.
Bild: Martina Bachmann

Plus 2018 wurde im Donau-Ries eine Frau tot nahe einer Güllegrube gefunden. Dem Ehemann wird Mord vorgeworfen. Was spielte sich auf dem Hof ab?

Mehr als ein Jahr ist vergangen, seitdem eine Frauenleiche auf einem Bauernhof in einem Rieser Dorf gefunden wurde. Die 51-Jährige soll in der Nähe der Güllegrube gelegen haben. Ein großer Einsatz von Feuerwehr und Polizei beunruhigte die Bürger, doch sie werden kaum geahnt haben, welche Tragödie sich wohl auf dem Hof abgespielt hat.

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Die Kriminalpolizei Dillingen nahm die Ermittlungen auf. Eine Obduktion ergab schließlich, dass die Frau nicht auf natürliche Weise gestorben ist. Wenige Tage später geriet der Ehemann der Landwirtin und Vater der drei Kinder unter Verdacht. Die Staatsanwaltschaft sprach zunächst von Totschlag, der Ehemann wurde in die Justiz-Vollzugsanstalt nach Gablingen (Landkreis Augsburg) gebracht. Bürger des Wallersteiner Ortsteils Birkhausen (Landkreis Donau-Ries) waren bestürzt – ein ganzes Dorf trauerte. Bürgermeister Joseph Mayer sagte damals gegenüber unserer Redaktion, dass es den Menschen vor Ort ein Bedürfnis sei, den Fall aufzuklären.

Frau tot nahe Güllegrube gefunden: Ehemann räumt Tat nicht ein

Die Ermittlungen kamen nur langsam voran. Informationen über den Tathergang gab es nicht. Die Frau soll mit Gülle beschmiert gewesen sein, hieß es. Aber sie sei nicht in der Güllegrube gefunden worden. Die Ermittlungen wurden immer umfangreicher. Die Bereitschaftspolizei unterstützte die Beamten, eine Drohne flog über das landwirtschaftliche Anwesen, um Aufnahmen zu machen.

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Im Oktober sagte der Ehemann schließlich aus. Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte Staatsanwalt Matthias Nickolai, dass der Ehemann die Tat nicht einräume. Er habe jedoch Angaben zum Sachverhalt gemacht. Konkreter wurde Nickolai nicht. Der Tatverdächtige blieb in Untersuchungshaft.

Befürchtete der Landwirt, Geld zu verlieren?

Mitte April 2019 erhob die Staatsanwaltschaft Augsburg Anklage – aber nicht wegen Totschlags, sondern wegen Mordes. Der Landwirt soll seine Frau mit Schlägen gegen den Kopf getötet haben, hieß es. Die Ergebnisse der Obduktion hätten zu diesem Schluss geführt. Die Staatsanwaltschaft begründet die Anklage gegen den Rieser Landwirt mit dem Mordmotiv Habgier. Darin liegt auch der Unterschied zum Totschlag. Erst mit einem Mord-Merkmal wird Totschlag zu Mord. Oberstaatsanwalt Nickolai sagte, dass der Angeklagte befürchtet haben soll, Geld zu verlieren. Demnach hätte der Mann wegen einer bevorstehenden Trennung das gemeinsam ersparte Vermögen in Höhe von mehr als 130.000 Euro nicht für sich allein beanspruchen können.

Nach diesen Vorwürfen äußerte sich erstmals die Verteidigung. Rechtsanwältin Martina Sulzberger sagte: „Unser Mandant beteuert weiter die Unschuld am Tod seiner Frau.“ Die Mordvorwürfe sollten daran nichts ändern, teilte sie weiter mit. Die Theorie der Staatsanwaltschaft sei „abenteuerlich“, hieß es in einer Pressemitteilung der Kanzlei „Witting, Conzen & Kollegen“ aus München. Sulzberger vertritt den Rieser zusammen mit ihren Kollegen Carolin Arnemann und Nico Werning. Mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln wollen sie für die Freiheit des 54-Jährigen kämpfen, erklärten sie gegenüber Medien. Die Juristen rechneten mit einem langen Indizienprozess und sollten recht behalten.

Bis Januar sind 16 Verhandlungstage geplant. Prozessauftakt vor dem Landgericht Augsburg ist am Dienstag.

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