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22.11.2004

Hochhausgegner siegen in München

Das Foto vom Mittwoch (11.11.2004) das Münchner Siegstor und die Zwillingstürme des HighLight Munich Business Towers. Der geplante Bau weiterer Hochhäuser hat in München einen heftigen Streit entfacht. Alt-Oberbürgermeister Georg Kronawitter (SPD) und die "Initiative-Unser-München" warnen vor architektonischen Sünden und "gesichtslosen Vierkantbolzen". Diese würden die einzigartige Münchner Stadtsilhouette mit dem malerischen Alpenblick bei Föhn verschandeln, kritisieren die Hochhausgegner. Sie haben bei einem Bürgerbegehren genügend Unterschriften gesammelt, so dass nun die Münchner bei einem Bürgerentscheid am 21. November die Weichen für die künfti
Foto: rw

München (lb). In München dürfen künftig auch außerhalb der Stadtautobahn Mittlerer Ring keine neuen Hochhäuser über 99 Meter Höhe mehr gebaut werden. Bei einem Bürgerentscheid setzten sich am Sonntag die Hochhausgegner durch. 101.687 Wähler stimmten dafür, dass weitere Hochhäuser außerhalb des Mittleren Rings nur dann zulässig sein sollen, wenn sie nicht höher als die Türme der Frauenkirche sind. Ein generelles Aus für Hochhäuser bedeute dies aber nicht, betonte Oberbürgermeister Christian Ude.

München (lb). In München dürfen künftig auch außerhalb der Stadtautobahn Mittlerer Ring keine neuen Hochhäuser über 99 Meter Höhe mehr gebaut werden. Bei einem Bürgerentscheid setzten sich am Sonntag die Hochhausgegner durch. 101.687 Wähler stimmten nach dem vorläufigen Ergebnis dafür, dass weitere Hochhäuser außerhalb der Stadtautobahn "Mittlerer Ring" nur dann zulässig sein sollen, wenn sie nicht höher als die Türme der Frauenkirche sind und sich in das Stadtviertel einfügen. Erforderlich waren knapp 92 000 Stimmen.

Die Wähler lehnten auch zwei große Bauprojekte ab: Zwei 148 Meter hohe Türme auf dem Siemensgelände und das neue Hochhaus des Süddeutschen Verlags im Münchner Osten.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) reagierte enttäuscht. "Das Ergebnis kann man nicht schönreden, das ist eine herbe Schlappe für den Wirtschaftsstandort München", sagte er. "Der Bürger hat entschieden. Als Demokraten nehmen wir die Niederlage selbstverständlich hin, auch wenn es denkbar knapp war." Allerdings seien knapp 80 Prozent nicht an die Urnen gegangen und hätten damit kundgetan, dass sie die Entscheidung dem Stadtrat überlassen wollten.

An der Abstimmung beteiligten sich nach dem vorläufigen Ergebnis 21,9 Prozent der Wähler. 50,8 Prozent schlossen sich der Initiative der Hochhausgegner an, 49,2 lehnten die Initiative ab.

Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Hans Podiuk, sagte, er sei über den Sieg der Hochhausgegner "nicht sehr glücklich". Jedoch habe Alt-OB Kronawitter viele Aspekte in der Hochhausdiskussion aufgeworfen, die richtig seien. Ude habe polarisiert, anstatt die Lager zu einen.

Auch in anderen Städten gab und gibt es Regelungen zur Höhe. Etwa in Wien durften Bürogebäude früher nicht höher als 65 Meter sein, die Regelung wurde allerdings in den 90er Jahren wegen sinkender Büromieten aufgehoben. In Köln sollte nach Empfehlungen des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege maximal 60 Meter hoch gebaut werden, was aber nicht eingehalten wurde. In Zürich sind in bestimmten Gebieten nur Höhen bis zu 40 oder 80 Meter zugelassen.

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