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Hysterie löst im Tierskandal keine Probleme

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Kommentar Von Uli Hagemeier
17.08.2019

Menschen, die Tiere quälen, müssen bestraft werden. Doch aus dem Fehlverhalten einzelner darf kein Generalverdacht abgeleitet werden.

Was seit den ersten Vorwürfen gegen einen Bad Grönenbacher Landwirt aufgedeckt wird und passiert, ist nicht normal. Wir sehen ein Zusammentreffen von Fehlverhalten, fehlgeleiteter Politik, Aktionismus und Hysterie.

Nach Tierskandal: Hexenjagd auf Landwirte ist nicht in Ordnung

Menschen, die Tiere quälen, müssen bestraft werden. Aus dem Fehlverhalten Einzelner kann aber kein Generalverdacht für Tausende Bauern abgeleitet werden. Es kann auch nicht sein, dass man Tierschutz fordert und gleichzeitig Landwirte bedroht. Es darf nicht sein, dass eine Hexenjagd auf Tierhalter beginnt.

Es ist Unfug, dass Landes-, Bundes- und EU-Politiker das Wachstum landwirtschaftlicher Betriebe mit viel Geld fördern, jetzt aber die „Massentierhaltung“ anprangern. Es ist ein Hohn, dass der Freistaat das Hohelied von Verbraucher- und Tierschutz singt, die für Kontrollen notwendigen Stellen aber nicht besetzt. Es ist nicht mehr verhältnismäßig, wenn zur Durchsuchung eines Bauernhofs so viele Beamte anrücken wie zur VW-Zentrale im Dieselskandal.

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Fakten im Tierskandal von Bad Grönenbach sachlich betrachten

Es ist infam, dass Einkäufer von Supermarktketten in Verhandlungen mit Molkereien die Preise drücken wollen mit dem Argument, Allgäuer Milch lasse sich nicht mehr verkaufen. Es ist beschämend, wenn Verbraucher hohe Standards für Tierwohl und Lebensmittelsicherheit fordern, dabei aber möglichst wenig Geld ausgeben wollen.

Ja, aus dem, was in einigen Ställen entdeckt worden ist, müssen wir lernen und Konsequenzen ziehen. Aber das gelingt nur dann sinnvoll, wenn wir alle die Fakten wieder sachlich betrachten.

Lesen Sie dazu auch: Nach Tierskandal: Landräte fordern mehr Personal für Veterinärämter

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