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DHL, Hermes & Co.

25.01.2020

Im Kürbis, beim toten Nachbarn: Wo unsere Leser ihre Pakete suchen mussten

Unsere Leser erzählen ihre kuriosesten Erlebnisse rund um Paket-Zustellungen.
Foto: Matthias Becker (Symbol)

Wenn der Empfänger nicht zu Hause ist, werden Paketboten mitunter kreativ, um die Sendung doch irgendwie zuzustellen. Unsere Leser erzählen ihre kuriosesten Erlebnisse.

Im Idealfall läuft es ja so, dass man ein Päckchen erwartet, der Paketbote klingelt, während man daheim ist, man die Sendung entgegennimmt und sich über den Inhalt freut. Wie gesagt, im Idealfall. Oft genug kommt es aber vor, dass Pakete stattdessen beim Nachbarn oder einer Post-Filiale abgegeben werden, verloren gehen oder der Paketbote das Päckchen irgendwo versteckt.

Wir haben unsere Facebook-Follower gefragt, welche kuriosen Erfahrungen sie schon rund um Paket-Zustellungen gemacht haben. Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den zahlreichen Zuschriften.

 

Wenn ein Toter das Paket entgegennimmt

Kerstin Steiner-Krause aus Bergheim war 2016 Gastgeberin einer Verkaufsvorführung. Die Waren im Wert von mehr als 1000 Euro sollten per Paket ankommen. Als die heute 40-Jährige die Benachrichtigung bekam, dass die Pakete zugestellt worden seien, konnte sie diese jedoch nirgendwo finden. Als sie beim Paketservice nachfragte, sagte man ihr, dass ein Nachbar aus dem Haus die Sendung angenommen und dafür auch unterschrieben habe. "Es war an diesem Tag aber definitiv keiner daheim", erinnert sich Steiner-Krause im Telefonat mit unserer Redaktion.

Auf Nachfrage, wer denn dieser Nachbar gewesen sein soll, nannte man ihr den Namen "Herr Engelhardt". Die Zustellerin gab an, ihn im Hof getroffen zu haben. Der Name war der Bergheimerin durchaus bekannt. Das Problem: Herr Engelhardt, der bis vor Kurzem noch über ihr gewohnt hatte, lebte nicht mehr. "Er war damals gerade drei Wochen tot", erinnert sich Steiner-Krause. "Wir waren zu diesem Zeitpunkt noch sehr betroffen, er hat quasi zur Familie gehört." Wie genau es dazu kommen konnte, dass ein Toter ihre Pakete entgegengenommen haben soll, konnte man ihr nicht erklären.

Die Pakete fand Steiner-Krause letztlich draußen an der Hecke. Dort hatte die Zustellerin sie abgestellt.

Dieses Paket findet garantiert niemand

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte, weswegen wir Ihnen hier das Foto von Birgit Wolf aus Neusäß ganz ohne einleitenden Text präsentieren.

Achtung, nun folgt Ironie: Dieses Päckchen ist so gut versteckt, das findet garantiert niemand.
Foto: Birgit Wolf

Vom Postboten eingesperrt

Ein Erlebnis der besonderen Art kann auch Facebook-Nutzerin Dominique Lauterbach erzählen: Sie schreibt: "Vor ein paar Jahren hatte ich den Fall, dass ich in einem Mehrparteien-Haus wohnte und der Postbote ein längliches Päckchen an die Haustür in den Griff klemmte." Da steckte es nun zwischen Türgriff und Rahmen, diagonal über die Breite der Tür. Eines hatte der Postbote dabei jedoch nicht bedacht: "Das Päckchen war breiter als die Haustüre - und die ging nach innen auf. Wir mussten über den Garten im Erdgeschoss nach draußen, da unser Postbote uns alle so eingesperrt hat."

Mühevoll versteckt

Das Foto, das Facebook-Nutzerin Melissa Ott uns geschickt hat, sieht zunächst nicht so aus, als hätte es auch nur im entferntesten etwas mit einem Päckchen zu tun. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckt man den hellbraunen Karton, den der Paketbote in Ursberg-Mindelzell (Landkreis Günzburg) gut versteckt hat.

Der Postbote hat das Paket gut versteckt - im Kellerschacht. Die Deko hat er anschließend wieder ordentlich auf dem Gitter positioniert.
Foto: Melissa Ott

Sie schreibt dazu: "Mein Bruder hat lange nach seinem Päckchen gesucht. Der Postbote hat sich auch mächtig ins Zeug gelegt und alle Kräfte mobilisiert." Als Ablageort hatte der Zusteller angegeben, das Paket "links neben der Türe am Kellerschacht" deponiert zu haben. Doch das wäre wohl zu einfach gewesen. Stattdessen muss er zuerst die Dekoration auf dem Kellerschacht-Gitter und dann das Gitter selbst entfernt haben, anschließend das Paket in den Schacht gelegt und alles wieder zurückgebaut haben. "Er hat die Dekoration meiner Eltern schön ordentlich wieder drauf gestellt", schreibt Melissa Ott.

Wo wohnt Nachbar "Müllerhaus"?

Ein Paket suchen, das bei einem Nachbarn abgegeben worden sein soll - davon kann auch Bernd Pillmeier ein Liedchen singen. Der 42-Jährige aus Klosterlechfeld erinnert sich an ein "Kuriosum", wie er es selbst nennt, das sich 2018 zugetragen hat: "Wir hatten damals etwas bestellt, das Paket kam mit Hermes. In unserem Briefkasten fanden wir eine Benachrichtigung, dass das Paket beim Nachbarn 'Müllerhaus' abgegeben wurde", erzählt er am Telefon.

Für Pillmeier war logisch, dass das Paket beim Nachbarn 'Müller' sein müsse. War es aber nicht, Nachbar Müller wusste von nichts. "Wir haben nur einen Müller in der Straße", sagt Pillmeier. Gemeinsam mit seiner Frau machte er sich auf die Suche, klapperte alle Anwohner in der Straße ab. Doch sein Paket blieb unauffindbar. Letztlich half der Zufall weiter: Als Pillmeiers Ehefrau den Müll hinausbrachte, fand sie das Paket. Es lag im Mülltonnen-Häuschen.

"Darauf wären wir nicht gekommen", sagt Bernd Pillmeier. Aus eigener Erfahrung weiß er, unter welchem Druck Paketboten stehen. "Die Kollegen sind froh, wenn sie das Paket los sind", sagt er. So etwas ist ihm dennoch unverständlich. "Man zahlt ja schließlich Geld dafür, dass man das Paket bekommt."

Höllisch gut verstecktes Päckchen

Auch Facebook-Nutzerin Vanessa Tia hat uns ein kurioses Erlebnis beschrieben: "Es war Halloween und online stand, dass das Paket abgelegt wurde. Wo stand nicht dabei. Gesucht wie blöd. Bis ich den Halloweenkürbis geöffnet habe..."

Sieht nicht nur gruselig aus, eignet sich offenbar auch als Paket-Versteck.
Foto: Michael Reichel, dpa (Symbol)

Vom Paketboten als "Depp" bezeichnet

Ihre "kurioseste Erfahrung", wie sie sie selbst nennt, machte Doris Gutmann vor knapp zwei Jahren. Damals lebte die heute 51-Jährige noch im Augsburger Textilviertel. In ihrem Briefkasten hatte sie eine Benachrichtigung gefunden, dass sie ihr Paket abholen könne. Eines hatte der Zusteller jedoch vergessen, auf die Karte zu schreiben: wo ihr Paket ist.

Gutmann klebte daraufhin die Karte auf den Briefkasten, versehen mit einem Post-It, auf dem sie den Paketboten fragte, wo er das Paket abgegeben habe. Statt einer hilfreichen Antwort stand am nächsten Tag jedoch nur folgendes auf dem Zettel: "Umdrehen, Depp!"

"Auf die Möglichkeit, die Karte umzudrehen, war ich tatsächlich auch schon gekommen", erzählt sie im Telefonat. Doch auch auf der Rückseite stand nicht, wo die Sendung liegt. Doris Gutmann machte sich daraufhin bei allen Nachbarn auf die Suche - erfolglos. Fündig wurde sie schließlich nach langer Suche in der Postfiliale am Hauptbahnhof. Als sie dort erzählte, dass der Zusteller sie als "Depp" bezeichnet hatte, sagte man ihr lediglich, dass er sowas natürlich nicht dürfe.

Mittlerweile wohnt Doris Gutmann im Affinger Ortsteil Mühlhausen. "Jetzt haben wir einen ganz netten Paketboten", sagt sie.

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