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Gesundheit

01.07.2017

Immer mehr Azubis psychisch krank

Techniker Krankenkasse sieht beunruhigenden Trend und erklärt eine Ursache

Immer mehr Auszubildende leiden unter seelischen Erkrankungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrem aktuellen Gesundheitsreport. Demnach seien die Fehlzeiten aufgrund beispielsweise von Depressionen, Anpassungs- und Belastungsstörungen seit dem Jahr 2000 um 77 Prozent gestiegen. Beunruhigend findet die Krankenkasse auch, dass 2,5 Prozent der Berufseinsteiger im Freistaat im vergangenen Jahr ein Antidepressivum verordnet bekamen. Das seien so viele wie in keinem anderen Bundesland. Der Schnitt bundesweit liege hier bei 2,2 Prozent.

Christian Bredl, der Leiter der TK in Bayern, kommt zu dem Schluss, dass sich Krankenkassen und Betriebe mehr um die Gesundheit der jüngsten Arbeitnehmergruppe kümmern müssten. Die Arbeitnehmer in Bayern waren nach Berechnungen der TK im Schnitt 13,1 Tage krankgeschrieben. Die Fehlzeiten lagen damit um 14,2 Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt. Auch bei der Arzneiverordnung liegen die Erwerbspersonen unter dem Bundesschnitt. Für den Gesundheitsreport wertete die TK nach eigenen Angaben Daten ihrer 4,8 Millionen versicherten Erwerbspersonen aus, rund 650000 davon aus Bayern, und die von 187000 TK-versicherten Azubis zwischen 16 und 25 Jahren, davon über 27000 im Freistaat. Die Gesundheit der Berufsstarter bildete in diesem Jahr den Schwerpunkt. So seien Auszubildende im Vergleich zu Erwerbstätigen zwar im Schnitt weniger lang krankgeschrieben, aber häufiger.

Als eine Ursache für den hohen Stresslevel der Berufseinsteiger sieht die TK den Medienkonsum. „Viele verbringen ihren Feierabend gern mit digitalen Medien. Das allein muss nicht per se schädlich sein“, sagt Dr. Volker Busch, Leiter der psychosozialen Stress- und Schmerzforschung an der Uniklinik Regensburg. „Aber der Versuch, sie gleichzeitig oder wechselweise zu nutzen,undsoständigabgelenkt und unterbrochen zu sein, kostet das Gehirn Kraft und geht auf Kosten der Regeneration.“ Zumal der Neurologe im Film „Digital ins Berufsleben“, der auf der Homepage der TK zu sehen ist, erklärt, dass Multitasking kaum zu trainieren ist. (huda)

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