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Ingolstadt
23.12.2014

Ehec im Kindergarten: Referent stellt Notfallplan auf

Eine Laborantin untersucht EHEC-Kolonien auf einem Nährboden. In einem Kindergarten in Ingolstadt sind drei Fälle der gefährlichen Darminfektion EHEC aufgetreten.
Foto: Matthias Bein dpa/lah (Archivbild)

Nach den Ehec-Fällen in einem Ingolstädter Kindergarten liegen zwei der infizierten Kinder liegen in einer Spezialklinik. Die Bevölkerung ist gewarnt.

Der Ingolstädter Gesundheitsreferent Rupert Ebner ist im Zivilberuf Tierarzt. Ihm ist der Ernst der Lage nach drei Ehec-Infektionen in einem Ingolstädter Kindergarten sehr bewusst. Denn als Veterinär verfügt er über ein tieferes Fachwissen zu Ehec. Die Bakterien findet man im Darm von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen oder Ziegen. Wenn sie auf den Menschen übertragen werden, kann das folgenschwere Auswirkungen haben. Schlimmstenfalls verursachen sie einen Zusammenbruch des Immunsystems. Deshalb hat Ebner jetzt einen Notfallplan aufgestellt.

Anfangs dachten die Ärzte an eine harmlose Magen-Darm-Erkrankung

Bereits am vergangenen Freitag hatte sich der schlimme Anfangsverdacht bestätigt: In einem Kindergarten im Ingolstädter Nobel-Stadtteil Gerolfing waren drei Kinder heftig erkrankt. Anfangs dachten die behandelnden Ärzte, es würde sich um eine vergleichsweise harmlose Magen-Darm-Geschichte handeln. Doch als die Laborwerte vorlagen und abgeglichen worden waren, schrillten alle Alarmglocken: Die drei Kinder haben zweifelsfrei eine Ehec-Infektion. Das Gesundheitsamt hat den Kindergarten daraufhin sofort schließen lassen. Inzwischen sind alle Räume und Außenanlagen desinfiziert. Der Betrieb könnte nach den Feiertagen weitergehen, aber das ist noch offen. Die Stadt geht auf Nummer sicher.

Klinikum Ingolstadt richtet Notfallnummer ein

Das Klinikum Ingolstadt hat eine Notfallnummer eingerichtet, die über die Feiertage besetzt ist. Auch die Bevölkerung speziell im Stadtteil Gerolfing wurde sensibilisiert. Seit gestern wird auf großen Plakaten gewarnt. An alle Eltern mit Nachwuchs im Kindergartenalter wurden Informationsblätter geschickt. Sie werden gebeten, während der Feiertage unter sich zu bleiben. Außerdem sollen Geschwisterkinder keinesfalls größere Menschenansammlungen besuchen. Das ist schwierig, gerade in diesen Tagen. Der Gesundheitsreferent bittet um Verständnis: „Das muss alles sein, denn da geht es um ganz ernsthafte Erkrankungen.“ Die Inkubationszeit beträgt bis zu fünf Tage. Ebner hofft, dass kein neuer Fall hinzu kommt. Es werde alles unternommen, um das zu vermeiden.

Zwei der drei erkrankten Kinder sind in einer Klinik in München untergebracht. Dort verfügt man über eine Spezialabteilung, die für alle schweren Ehec-Fälle in Bayern zuständig ist. Der Zustand der Kinder sei stabil, aber „sehr ernst“, sagte der Gesundheitsreferent gestern. Ebner hatte vor Jahren mit einem schweren Ehec-Fall zu tun. Damals ist ein Kind gestorben.

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