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Pfefferspray

17.01.2016

Ist Pfefferspray zur Selbstverteidigung wirklich sinnvoll?

Die Nachfrage nach Pfefferspray ist in Deutschland stark gestiegen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Seit den Übergriffen in Köln ist die Nachfrage nach Pfefferspray extrem gestiegen. Doch wie sinnvoll ist es zur Verteidigung? Und darf es überhaupt gegen Menschen eingesetzt werden?

Wie wirkt Pfefferspray?

Der Reizstoff im Pfefferspray hat gleich mehrere Wirkungen. Die Augen brennen und schließen sich krampfartig, wodurch Angreifer orientierungslos werden. Außerdem juckt die Haut und auch die Atmung wird gereizt, was Husten und Atemnot auslöst.

Was ist der Unterschied zu CS-Gas?

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Während beim Pfefferspray der starke Reizstoff aus dem Chilistrauch gewonnen wird, wirkt das rein chemische CS-Gas deutlich milder.

Darf Pfefferspray überhaupt gegen Menschen eingesetzt werden?

Im Gegensatz zum milderen CS-Gas darf Pfefferspray nur zur Tierabwehr eingesetzt werden. Wer es gegen Menschen richtet, macht sich wegen Körperverletzung strafbar. Einzige Ausnahme ist Notwehr. Dafür reicht es nach Angaben der Polizei aber nicht aus, sich beleidigt oder bedroht zu fühlen. Sprecher Robert Frank vom Polizeipräsidium im Augsburg erklärt: "Der Angreifer muss mich schon aktiv körperlich angehen, damit ich Pfefferspray einsetzen darf."

Ist Pfefferspray zur Verteidigung sinnvoll?

Die Polizei rät generell von Pfefferspray ab. "Mehr Sicherheit dadurch ist ein Trugschluss", sagt Sprecher Robert Frank. Denn für den effektiven Einsatz müsse der Umgang damit trainiert werden. "Auch Polizisten üben erst einmal lange an Dummys, bevor sie es einsetzen können", führt Frank aus. Bei Pfefferspray sei die Gefahr groß, sich selbst zu treffen. Leichter Gegenwind reiche dafür schon aus - vor allem bei Sprühnebel statt eines konzentrierten Strahls. Außerdem könne das Spray beispielsweise von Lederjacken zurückspritzen.

Darf es überall mitgeführt werden?

Nicht nur beim Einsatz von Pfefferspray muss viel beachtet werden, sondern auch schon beim Mitführen. Bei öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten oder Demonstrationen sowie in Discos ist es in der Regel verboten.

Ist die Nachfrage nach den Übergriffen in Köln wirklich gestiegen?

Händler bestätigen, dass seit den Übergriffen in Köln deutlich mehr Pfefferspray gekauft wird. Ingo Meinhard, Geschäftsführer des Waffenhändler-Verbands VDB, sagt: "Wegen der Terror-Anschläge in Paris war die Nachfrage schon vorher sehr hoch, seit den Vorfällen in Köln hat sie aber noch einmal extrem zugenommen." Manche Geschäften hätten ihm von regelrechten Warteschlangen berichtet.

Was muss beim Kaufen von Pfefferspray beachtet werden?

Das frei verkäufliche Pfefferspray ist als "Tierabwehrspray" gekennzeichnet. Es unterliegt nicht dem Waffengesetz und darf daher von jedem in Deutschland gekauft werden. Fehlt dieser Aufdruck, dann fällt das Pfefferspray in Deutschland unter das Waffengesetz und ist damit nicht ohne Weiteres erlaubt.

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Die Diskussion ist geschlossen.

19.01.2016

Darf Pfefferspray überhaupt gegen Menschen eingesetzt werden?

Welch eine Frage. Natürlich sollte jeder der sich schlecht gegenüber unseren Frauen benimmt, bekommt eine Ladung bekommen.

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19.01.2016

Was soll das ?, sollen unsere Frauen sich nicht wehren und Reihenweise vergewaltigen lassen. Wenn man keine Frau angreift, dann hat man auch nichts zu beführten.

Unsere Frauen haben recht wenn sie sich wehren, und jeder der sich nicht zusammen nehmen hat, ist selber schuld.

Frauen macht weiter, wehrt euch, ihr seit doch kein Freiwild !

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17.01.2016

Okay, ich bin bereit die Augsburger Allgemeine in Zukunft zu beraten, wenn es um solche Berichte geht.

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17.01.2016

Das auf dem Bild gezeigte Pfefferspray (edit) wird in meinem Geschäft angeboten. Da es sich um ein Tierabwehrspray handelt und in Versionen zwischen 2 million und 3 million scoville heat units (Chilli-Extrakt) erhältlich ist, wird als Treibmittel eine ölige Flüssigkeit verwendet. Dadurch ist das Gemisch schwerer als Luft und fällt wie ein Regen, Wolken die zurück kommen gibt es bei Sprays auf OWasserbasis. Das empfehle ich nicht. Obige Aussage der Polizei ist falsch, das (edit)Spray kommt nicht bei leichtem Wind zurück. Weiterhin darf Pfefferspray erst an Personen ab achtzehn Jahren verkauft werden. Der Bericht stotzt vor Fehlern, ich bedaure, dass in solchen redaktionellen Berichten ständig falsche Angaben gemacht werden.



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17.01.2016

Es ist richtig,sich mit Pfefferspray oder ähnlichem auszustatten nach den Vorfällen der letzten Wochen. ( Köln - Stuttgart -Hamburg -Kühbach u.s.w. ) Eigenschutz ist besser als kein SCHUTZ.

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17.01.2016

Richtig? Ich setze auf Fitness.

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17.01.2016

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Angst der Menschen begründet ist. Alle 3 Gewalten sind in Deutschland aktiv an Vertuschungshandlungen beteiligt - der nächste Skandal kocht gerade in NRW hoch.

Die Gefahr geht vielfach von Billiggeräten und fehlendem Willen/Geiz zu Trainingsschüssen aus. Wer eine Waffe kauft sollte das akzeptieren; ansonsten sind Schallwaffen oder Stinkbomben gegen sexuelle Übergriffe eine gute Alternative.


Es gibt gute Pfefferwaffen die auch eine gewisse Reichweite haben; man sollte bei der Auswahl einer Waffe nicht weniger nachdenken als bei einer Waschmaschine oder einem Fernseher.

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17.01.2016

Also aufgepasst, wenn mich jemand bedroht kann ich mich noch nicht wehren. Wenn jemand einer Frau zwischen die Beine fasst, darf die noch kein Pfefferspray anwenden, weil es nur gegen Tiere eingesetzt werden darf. Nachdem der Belästiger fertig ist, kann die Geschädigte dann die Polizei anrufen und ca eine Stunde warten, um sich bedauern zu lassen.

Was für ein Irrsinn ist denn dieses Gesetz. Wenn mich jemand bedroht oder angreift wehre ich mich mit allem was ich zur Verfügung habe. Pfefferspray ist nur zu empfehlen, wenn es sich nicht um den Nebelspray, sondern um den Strahlenspray handelt. Meine Frau hat den ständig bei sich und es ist uns völlig egal, wer was oder irgend etwas dagegen hat.

Zum Glück brauchen wir uns da keine Gedanken machen, denn es gibt Nachbarländer, in denen dies alles legal ist. Dort wird eben mehr Wert auf Sicherheit der eigenen Bürger gelegt. Und die verkürzte doppelläufige Bockflinte (legal mit Personalausweis erwerbbar) steht neben dem Nachttisch.

Soweit zu den "blöden und ständig belächelten Ösis" !!!!!!!!

Viele sind einfach gescheiter als die Deutschen !

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17.01.2016

Richtig, typisch Deutsch und der Artikel passt noch dazu. Im Merkur wurde gestern geschrieben, dass man sich lieber Pfefferspay anschaffen soll als Gaspistolen :-) .

Die Gesamtheit der sich überschlagenden Meldungen hierzu mutet schon kurios an.

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