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Jufinale
04.12.2017

Vielversprechende Filmemacher

Melina gibt sich in „Desperandum“ die Schuld am Tod ihrer Schwester. Der Kurzfilm gewann einen Hauptpreis beim Festival Jufinale.
Foto: Bezirksjugendring Schwaben

Nachwuchs-Regisseure präsentieren Werke zwischen Witz und Verzweiflung

„Desperare“ ist das lateinische Wort für „verzweifeln“. Melina ist extrem verzweifelt, kann den Tod ihrer kleinen Schwester einfach nicht verarbeiten. Deshalb hat die junge Filmgruppe namens Mind Projects aus Memmingerberg (Unterallgäu) ihren Kurzfilm „Desperandum“ genannt. Wie er mit einer Dauer von nur fünf Minuten Melinas Gedankenwelt und ihren fiktiven Alltag in der Psychiatrie nachzeichnet, hat die Jury des Schwäbischen Kinder- und Jugendfilmfestivals schwer beeindruckt.

„Desperandum“ ist der Abräumer beim Festival des Bezirksjugendrings Schwaben, hat neben der „Schwäbischen Klappe“ auch noch den Preis des gastgebenden Filmhauses Huber in Türkheim (Unterallgäu) gewonnen. 400 Kinder und Jugendliche präsentierten dort bis zum Wochenende ihre Werke. Während Bildungspolitiker hin und her diskutieren, wie man Medienkompetenz und digitale Bildung in der Schule am besten vermittelt, haben sie die Sache einfach angepackt: Drehbücher geschrieben, Szenen entworfen, manchmal unter Minimalbedingungen nur mit dem iPad gedreht. Neben dem Kurzfilm „Desperandum“, der auch auf der Videoplattform Youtube zu sehen ist, wurden sieben weitere Werke ausgezeichnet, die öffentlich beim bayerischen Finale des Festivals 2018 in Roth bei Nürnberg laufen werden – unter anderem die Produktion „Khodsani – Flucht und ihre Folgen“. Die Crew um die Filmemacher Dosthaye Khob und Mohammad Sharia interviewt fünf Afghanen zu ihren Versuchen, sich in Deutschland eine neue Existenz aufzubauen. Sie wünschen sich Normalität und Frieden, erzählen aber von Einsamkeit und Angst. „Ein wichtiger und bewegender Film“, fand die Jury und vergab den Sonderpreis zum „Stichwort: Heimat“.

Den erhielt auch das Team des Sommerferienprogramms Bad Wörishofen (Unterallgäu). Die 17 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren halten mit dem Tablet fest, was ihnen ihre Heimatstadt bedeutet – mit einer Technik, die auch George Lucas nutzte, um die Monster in „Star Wars“ durchs Bild laufen zu lassen: Stop Motion. Nach einem zweiten großen Regisseur haben sich die Gewinner des erstmals vergebenen Kinderfilmpreises benannt: Die Tarantinos aus Augsburg erzählen in „Die Kiste“ die schräge Geschichte um einen geheimnisvollen Fund aus der Erde. Richtig gute Comedy, sagte die Jury: „In Zukunft ist von der Filmgruppe sicher einiges zu erwarten.“ (AZ)

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