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Kinderbetreuung
21.01.2021

Bayern-SPD fordert: Eltern sollen Kita-Gebühren zurückbekommen

Mancherorts laufen die Kitas aktuell fast im Normalbetrieb.
Foto: Lukas Schulze, picture alliance, dpa (Symbolbild)

Die Kritik an der Staatsregierung wegen des mangelnden Schutzes des Personals in Kindertagesstätten wird lauter. Die Landtags-SPD beklagt zu wenig Schutz für Kita-Personal.

Der Lockdown geht in die Verlängerung. Für viele Familien heißt das weiterhin Homeoffice, Homeschool, Homekita. Am Mittwoch stellte Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz die neuen Corona-Maßnahmen vor. Die Veranstaltung verfolgten auch Erzieherinnen und Erziehern via Internet mit. Eine Kita-Leiterin aus dem Raum Augsburg zeigte sich im Gespräch mit unserer Redaktion hinterher enttäuscht: „Es wurde schon wieder nichts für die Erzieherinnen und Erzieher getan! Wo ist eigentlich Ministerin Trautner?“

Viele Erzieherinnen fühlen sich von der Staatsregierung im Stich gelassen

Auch die Landtags-SPD kritisiert, dass nach wie vor zu wenig zum Schutz des Kita-Personals passiere. Doris Rauscher, Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie, schrieb an Sozialministerin Carolina Trautner und fordert eine Schutzstrategie für Kitas. Die Einrichtungen müssten vom Freistaat mit FFP2-Masken ausgestattet werden und kostenlose Antigen-Tests bekommen. Die Politikerin beruft sich auch auf eine nicht repräsentative Studie der AOK, wonach die Erzieherinnen und Erzieher die Liste der Berufsgruppen mit den höchsten coronabedingten Fehlzeiten der vergangenen Wochen anführen. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Staatsregierung nicht reagiert. Das Kita-Personal hat täglich Kontakt zu zahlreichen Familien“, kritisiert Doris Rauscher. Einige Erzieherinnen und Erzieher fürchten im Gespräch mit unserer Redaktion auch um die Gesundheit ihrer eigenen Familienmitglieder, weil sie sich nicht ausreichend schützen können. Sie fühlen sich von der Staatsregierung im Stich gelassen.

 

In einer gemeinsamen Pressemitteilung mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey würdigte Ministerin Trautner diese Woche die Leistung des Kita-Personals sowie der Familien. „Unsere Beschäftigten leisten Herausragendes. Obwohl sich das Distanzgebot zu den Kindern nicht umsetzen lässt, betreuen sie auch in Zeiten hoher Inzidenzwerte die Kinder, die eine Betreuung benötigen. Das verdient allerhöchsten Respekt“, betonte sie und appellierte erneut an die Eltern, die Notbetreuung wirklich nur in Anspruch zu nehmen, wenn dies notwendig sei. Söder sprach in der Pressekonferenz davon, dass derzeit durchschnittlich 18 Prozent der Kinder in der Notbetreuung seien. Es gibt allerdings auch zahlreiche Kitas, die eine Auslastung von über 70 Prozent haben und auf fast Normalbetrieb laufen. In Augsburg liegt der Durchschnitt bei 65 Prozent.

Familien finanziell entlasten? "Das ist das Mindeste"

Um die Familien, die ihre Kinder daheim betreuen, finanziell zu entlasten, fordert Doris Rauscher wie auch SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen, dass der Freistaat ihre Kita-Beiträge übernimmt und nicht Kommunen und Träger auf den Kosten sitzen blieben. „Das ist das Mindeste“, sagte Doris Rauscher. Das könne für Familien ein Anreiz sein, die Notbetreuung nicht zu nutzen. Der Freistaat gebe so viel Geld aus, da dürfe er hier nicht sparen. „Wir beobachten die weitere Entwicklung der Situation und sind derzeit in Gesprächen mit den Trägern und Kommunen“, heißt es aus dem Ministerium.

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