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Allgäu

30.05.2014

Koks-Affäre weitet sich aus: Weiterer Polizist im Visier der Ermittler

Die Affäre bei der Allgäuer Polizei zieht immer weitere Kreise.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Die Kokain-Affäre bei der Allgäuer Polizei weitet sich aus: Ein enger Mitarbeiter des suspendierten Chefs der Drogenfahndung soll im Jahr 2012 einen Drogenhändler gewarnt haben.

Die Kokain-Affäre um den Chef der Allgäuer Drogenfahndung, Armin N., zieht immer weitere Kreise. Ein enger Mitarbeiter des hohen Kripo-Beamten aus Kempten soll im Jahr 2012 einen italienischen Drogenhändler über einen Dritten vor Polizeiaktionen gewarnt haben. Wegen dieses Verdachts gab es Ermittlungen gegen den Mann. Ein Polizeisprecher bestätigte dies auf Anfrage.

Das Verfahren wurde im Juni 2013 eingestellt. Doch nach Informationen der Augsburger Allgemeinen wird der Fall neu aufgerollt. Im Februar waren beim obersten Allgäuer Drogenfahnder 1,6 Kilogramm Kokain gefunden worden. Vorausgegangen war der Durchsuchung in den Diensträumen ein brutaler Familienstreit, bei dem der 51-Jährige seine Frau geschlagen haben soll.

Bei Razzien wurde nur wenig Rauschgift gefunden

Seitdem geht das bayerische Landeskriminalamt einer Reihe von merkwürdigen Vorgängen bei der Rauschgift-Dienststelle nach, die der Mann bis zu seiner Verhaftung leitete. Insider berichten von bizarren Ungereimtheiten. So soll etwa ein Verdächtiger aus dem Kemptener Rauschgiftmilieu von einem Drogenfahnder von laufenden Nachforschungen gegen ihn unterrichtet worden sein, während gleichzeitig eine „geheime“ Telefonüberwachung stattfand.

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Die Abhöraktion lief ins Leere. Auch der Frage, warum bei teils groß angelegten Polizeirazzien in der Kokainszene nur wenig Rauschgift gefunden wurde, widmen die Fahnder des Landeskriminalamts offenbar große Aufmerksamkeit.

In Polizeikreisen ist überdies die Rede davon, dass es bereits vor geraumer Zeit eine Zeugenaussage gegeben habe, nach der Beamte der Drogenfahndung bei einer Party anwesend waren, auf der Kokain geschnupft wurde. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür gestern nicht.

Ermittlungsverfahren wegen Geheimnisverrats

Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft München I, sagte lediglich, dass sämtliche Vorgänge bei der Kemptener Drogenfahndung im Rahmen der Untersuchung überprüft werden. Dazu zähle „sicherlich“ auch das Ermittlungsverfahren wegen Geheimnisverrats. Er betonte allerdings, dass es in der Sache weiter nur einen Beschuldigten gebe – Armin N.

Immer deutlicher werden Hinweise, dass es einen Zusammenhang zwischen der Kemptener Kokain-Affäre und der Suspendierung zweier Polizisten einer Sondereinheit zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität gibt. Beide Beamte mussten gehen, nachdem eine Affäre des jüngeren mit einer Gangsterbraut ruchbar wurde. Möglicherweise hatte Armin N. belastende Informationen gestreut, um seine Enttarnung als Kokainkonsument zu verhindern.

Die ausführlichen Hintergründe zu den Vorgängen bei der Polizei im Allgäu lesen Sie am Samstag auf der Dritten Seite der Augsburger Allgemeinen und ihrer Heimatausgaben.

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