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Die Kirche muss Verantwortliche des Missbrauchsskandals benennen

Kommentar Von Daniel Wirsching
29.02.2020

Die Kirche muss ihr oft gegebenes Versprechen vollständiger Transparenz endlich einlösen. Um der Sache, der Opfer und ihrer selbst Willen.

Gewiss, die katholische Kirche hat viel getan, um Missbrauchsfälle in den eigenen Reihen aufzuklären. Aber auch zehn Jahre nach dem Bekanntwerden systematischen Missbrauchs in Ettal und andernorts, zehn Jahre nach dem Einsetzen einer Flut von Enthüllungen steht sie in mancher Hinsicht noch immer ganz am Anfang.

Die Katholische Kirche muss die Verantwortlichen des Missbrauchs endlich benennen

Etwa, was die (Be-)nennung von Verantwortlichkeiten und Verantwortlichen angeht. Bestes Beispiel dafür ist der seit Jahren unter Verschluss gehaltene „Westpfahl-Bericht“.

Es ist gut, dass das Erzbistum München und Freising sich nun zu einer neuen unabhängigen Untersuchung bereit erklärt hat. Warum jedoch bleibt jene aus dem Jahr 2010 weiter unter Verschluss?

Missbrauch in der Kirche: Die Verantwortlichen dürfen nicht mehr geschützt werden

Angesichts des wenigen, das damals öffentlich wurde, kann man nur zum Schluss kommen: Hier sollen noch lebende potenziell Verantwortliche, möglicherweise Generalvikare und Erzbischöfe (unter ihnen der spätere Papst), geschützt werden. Auch, indem man auf Zeit spielt.

Statt Vertrauen zurückzugewinnen, nimmt man Spekulationen in Kauf und leistet eine allenfalls halbherzige Aufarbeitung. Die Kirche muss ihr oft gegebenes Versprechen vollständiger Transparenz endlich einlösen. Um der Sache, der Opfer und ihrer selbst Willen.

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29.02.2020

Zum Glück wurde der öffentliche Pranger abgeschafft. Das Rechtsverständnis in manchen AZ Artikeln finde ich schon mehr als bedenklich. Es sind die Gleichen die sich über Hass und Hetze beklagen und selbst den Rechtsstaat in Zweifel ziehen und Emotionen schüren. Mit einer öffentlichen Demütigung ist weder den Opfern, noch dem Recht genüge getan. Nur weil ein öffentliches Interesse besteht, manche sagen dazu auch Voyeurismus, muss man die oft verjährten Straftaten nicht öffentlich machen. Das macht der ausgewogene Rechtsstaat schon richtig. Ob allerdings eine Verjährungsfrist von 20 Jahren bei schwerem Missbrauch ausreicht, kann man schon zur Diskussion stellen.

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