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Es gibt keinen Grund mehr, die Schulen zu schließen

Kommentar Von Holger Sabinsky-Wolf
14.07.2021

Plus Das Risiko für Kinder, schwer an Covid-19 zu erkranken, ist minimal. Das Risiko, sie ihrer Bildungschancen zu berauben, ist riesig. Höchste Zeit für ein Umdenken.

Wenn man in einem Leitartikel fordert, dass die Schulen ab Herbst unbedingt offen bleiben müssen, wird erwartet, dass man dafür Argumente liefert. Das kommt noch. Drehen wir den Spieß aber erst einmal um und fragen: Warum sollten die Schulen nicht offen bleiben?

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14.07.2021

Wie ist das gerade in Wertingen wegen der Realschule? Wenn das kein Grund ist Schulen zu schließen!

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14.07.2021

7 bestätigte Infektionen, die restlichen sind Kontaktpersonen. Es ist doch positiv, wenn die Infektionen schnell erkannt wurden. Folgende Fragen sind jetzt interessant: wie viele der Kontaktperson sind auch infiziert, welche Infizierten sind symptomatisch und gibt's schwere Verläufe (letzteres sehr wahrscheinlich nicht).

Nur weil es Infektionen geben kann, soll man Schulen komplett schließen? Ist das verhältnismäßig?

Grundsätzlich sind Schulen weiterhin keine Corona-Brutstätten. In Hessen wurden vergangene Woche 1,1 Mio Schnelltests durchgeführt, davon waren weniger als 0,01 % (PCR-)positiv, d. h. weniger als einer von 10.000 Schülern! 112 Tests waren übrigens falsch-positiv...: https://twitter.com/RegHessen/status/1415243254795223042?s=20

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14.07.2021

Sehen wir mal. Aktuell haben sich die Neuinfektionen(in Deutschland) gegen über gestern mehr als verdoppelt, gegenüber vor 1 Woche um ungefähr 60%. Das sind die nackten Zahlen von denen sich jeder nun ein Bild machen kann.

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14.07.2021

Darf ich noch ergänzen, die Verdopplung wird wieder exponentiell weitergehen, aber die meisten verstehen exponentielles Wachstum nicht! Also nicht wundern, wenn wir Anfang August wieder über 50 sind. Wie es vor einem Jahr ablief, weiß ja keiner mehr…

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14.07.2021

Dann bitte jetzt aber Gas geben mit den Impfungen! Übrigens, 10 - 20 % Personen auch mit milden Verlauf erkranken leider an Long Covid. Wird spannend, wenn gerade die Kinder davon betroffen sind. Die haben ja noch viel Zeit zum Geniessen, das ganze Leben lang!

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14.07.2021

Long Covid ist keine "neue" Erkrankung, sondern eine mögliche Folge der Infektion über einen längeren Zeitraum. Das RKI spricht von 10 %, es können mehr, es können aber auch weniger sein. GroßesProblem ist, dass es für den Begriff bisher keine Definition gibt und Studien darüber größtenteils auf Basis von Selbstauskünften/Befragungen basieren. Die Wissenschaft ist sich zumindest darüber einig, dass die Datenlage derzeit noch immer recht schwach ist.

Es deuten sich jedoch folgende Risikofaktoren an:
- hoher BMI
- weibliches Geschlecht
- vorbestehende Erkrankungen
- ein schwerer Covid-Verlauf sowie
- hoher Spiegel von IgG-Antikörpern gegen SARS-CoV-2.

Viele der berichteten Symptome halten nur wenige Wochen an und verschwinden komplett. Natürlich gibt es auch Fälle, die noch Monate über Symptome berichten. Besonders neurologische bzw. psychatrische Beschwerden werden auch noch längerer Zeit gemeldet - wobei diskutiert werden muss, ob dies wirklich aufgrund der Infektion basiert oder ob die "Umweltbedingungen" (Berichtsflut über Corona, teilweise Panikmache durch Medien und Politiker, aber auch Coronafälle im Bekanntenkreis) eine Rolle spielen: https://scilogs.spektrum.de/hirn-und-weg/long-covid/

Bei körperlichen Veränderungen nach einer Infektionen, z. B. Veränderungen im Lungengewebe, hat sich beispielsweise nach einer Untersuchung der Uni Innsbruck gezeigt, dass sich diese Veränderungen im Zeitverlauf wieder zurückgebildet haben: https://inneremed2.tirol-kliniken.at/page.cfm?vpath=forschung/covild-studie

Und bei Kindern ist LongCovid generell ein rares Phänomen und wenn es auftritt, erholten sich die Kids meistens wieder davon innerhalb einiger Wochen, wie eine britische Studie zeigte: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.05.21256649v1.full.pdf

Gerade bei Kindern muss - im Zuge der (politischen) Impfdiskussionen - deshalb eine Risikoabwägung stattfinden zwischen Gefährdung durch eine Infektion und das Risiko der Impfung (Daten aus Israel und den USA zeigen beispielsweise einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung).

Und grundsätzlich: Jeder, der möchte, kann sich durch Impfung, Maske und soziale Distanzierung "schützen"...

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14.07.2021

Wenn wir Glück haben, gibt es bald ein Medikament dagegen.

https://www.br.de/nachrichten/wissen/erlanger-aerzte-heilen-erstmals-einen-long-covid-patienten,Sc0sNcQ

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14.07.2021

Ein kluger und zwingend notwendiger Kommentar

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14.07.2021

Absolut korrekt. Was die Politik im letzten Jahr den Kindern zugemutet hat, zeugt von Ideenlosigkeit auf ganzer Linie gepaart mit einer Politik, deren Sorge vor allem den satten Alten und der Wirtschaft gilt. Es gibt keinen Grund, eine erneute Schließung der Schulen auch nur zu diskutieren. Verstörend finde ich hierbei die Rolle des Herrn Meidinger vom deutschen Lehrerverband, welcher genau diese Diskussion immer wieder anstößt.

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14.07.2021

Vielen Dank für diesen Meinungsbeitrag! Ich hoffe, er findet weiträumig Gehör, v. a. in der Politik.

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14.07.2021

Dem kann ich mich nur anschließen. Erfreulich dass endlich Kritik laut wird und das große Schweigen und Nicken zu allem hoffentlich nun endet. Ein pandemischer Notstand ist jetzt wirklich mit nichts mehr zu rechtfertigen.

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