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Wenn wir mit den Corona-Verschärfungen warten, wird es nur schlimmer

Kommentar Von Uli Bachmeier
06.12.2020

In Bayern gelten bald deutlich strengere Corona-Regeln als bisher. Das nervt – ist aber unumgänglich, wenn wir Infektionsketten durchbrechen wollen.

Die vielen Meldungen über illegale Partys, die an diesem Wochenende von der Polizei aufgelöst wurden, lassen vermuten, dass insbesondere viele junge Menschen den Ernst der Lage noch nicht realisiert haben oder die wachsenden Sorgen der großen Mehrheit der Bevölkerung schlicht ignorieren. Derartige Treffen sind zwar wahrscheinlich nicht der einzige Grund für die tendenziell wieder steigenden Infektionszahlen, aber doch ein gewichtiger. Andere Faktoren kommen hinzu. Und unterm Strich steht, dass mehr gegen die Bekämpfung der Pandemie getan werden muss als bisher.

Ausgangssperren und strenge Kontrollen: Die Corona-Regeln in Bayern werden verschärft

 

Selbst wenn es nervt – der Grundsatz, dass Infektionsketten nur durch eine Reduzierung der Kontakte unterbrochen werden können, gilt nach wie vor. Ausgangsbeschränkungen sind, wenn Appelle nicht ausreichend gehört werden, ein probates Mittel, dieses Ziel zu erreichen. Und klar ist obendrein, dass es keine Verzögerungen mehr geben darf. Die Krankenhäuser sind voll. Die Zahl der Todesfälle steigt. Weiteres Zuwarten macht die Lage nur noch schlimmer und am Ende völlig unbeherrschbar. Das kann vernünftigerweise niemand wollen.

Die Corona-Regeln können Sie hier im Detail nachlesen: Diese Corona-Regeln gelten in Bayern

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07.12.2020

EIN GEDANKE IN CORONA-ZEITEN oder "ABER DIE WAHRHEIT ERFAHREN WIR NICHT..."
Michael Ende hielt in einer Notiz schon vor Jahren fest: „Immer wieder tauchte nach 1945 die Frage auf, ob es denkbar sei, dass es je zu einem dritten Weltkrieg kommen könne. Ich glaube, wir befinden uns schon mittendrin. Nur bemerkt es offenbar niemand, weil dieser Krieg nicht territorial, sondern zeitlich geführt wird. Wir haben einen erbarmungslosen Krieg gegen unsere eigenen Kinder und Enkel, gegen die kommenden Generationen, entfesselt. Wir werden ihnen eine verwüstete Welt hinterlassen, auf der das Leben für sie sehr schwer sein wird. Aber da sie ja nicht zurückschlagen können, fahren wir damit fort – wir können schon gar nicht mehr anders – und beruhigen unser Gewissen (sofern es nicht ganz zum Schweigen zu bringen ist) mit der Annahme, dass ihnen schon etwas einfallen wird, um unsere Gemeinheiten wiedergutzumachen."

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07.12.2020

Das mag schon sein, aber was hat das mit Corona und dem Kommentator von Uli Bachmeier zu tun?

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07.12.2020

Wer in der Schule aufgepasst hat, hat gelernt, dass actio = reactio ist. Wenn Herr Söder will, dass die Zahlen sich deutlich reduzieren, muss er die Menschen davon überzeugen, das Richtige (= Kontaktreduzierung) zu tun. Das geschieht aber nicht durch noch mehr Druck und laufende Veränderungen. Sondern durch Verlässlichkeit und logische, nachvollziehbare Regelungen. Ausgangssperre ab 21.00 Uhr - wozu? Diejenigen, die Party machen wollen, bleiben eben bis morgens um 05.00 Uhr. Diese Beschränkung erzeugt nur ein Gefühl des Eingesperrtseins, ohne Effekt zur Senkung der Zahlen. Eine Ausgangsbeschränkung flächendeckend einführen, die in Wirklichkeit keine (bis auf die Unterdrückung des ungeliebten Tagesskitourismus) ist, lässt einen nur Kopfschüttelnd und frustriert da stehen. Warum gibt es noch Groß-Events wie Gottesdienste? Das Argument „stimmiges Hygienekonzept“ kann hier nicht greifen, weil es an vielen anderen Stellen auch nicht akzeptiert wird. Es wären noch ganz viele Beispiele und Vorschläge auflistbar. Wenn man ohne Emotionen die Coronapolitik von Herrn Söder an den Zahlen misst, ist das Ergebnis glasklar - Note 6. Eine Verbesserung tritt - siehe oben - eben nur ein, wenn die Menschen freiwillig mitmachen und nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit „ausbrechen“, weil sie nicht mehr abgeholt bzw. verärgert werden.

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07.12.2020

Actio=reactio

Vielleicht sind die neuesten Maßnahmen nur eine Reaktion auf die Verhalten eines Teils der Bevölkerung. Große Menschentrauben bei Ausschank von Glühwein beispielsweise am Odeonsplatz in München. Hier in Augsburg ebenfalls in kleienren Maßstab. Ansammlungen abends an Tankstellen, .... weil die Freiwilligkeit bei einer Minderheit nichts zählt. Man sieht ja was Frau Klöckner mit Freiwilligkjeit alles (nicht) erreicht.
Wenn die Leute ALLE bisher freiwillig ihre Kontakte heruntergefahren hätten, Abstand gehalten hätten, MNS getragen, dann bräuchte es vieles gar nicht. Bei jungen Leuten und Jugendlichen (Strum und Drang) habe ich noch Verständnis, dass das mal ignoriert wird. Bei nicht mehr ganz so jungen und älteren sollte sich soweit ausgetobt haben, dass man auch eine zeitlang mal die Füße stillhalten kann. Aber solange behauptet wird COVID19 ist nicht neu, Grippe ist schlimmer, usw. und die ganzen Maßnahmen von Widerstandskämpfern und Anne Franks ignoriert werden, muss man mit weiteren reactios seitens staatlicher Stellen rechnen.
Vielleicht sollte man die Sachen immer nicht immer langsam weiter verschärfen sondern mal komplett zu machen. Weihnachten würde sich aufgrund der Schulferien und allgemeinen Urlaubszeit dafür sogar anbieten. Schließlich ist Weihnachten ja die stade Zeit. ;-)


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07.12.2020

Eine Ironie des Schicksals (?), die allen Verharmlosern und Querulanten zu denken geben sollte:

https://www.n-tv.de/politik/Haben-AfD-Hochburgen-mehr-Corona-Faelle-article22215253.html

https://www.bild.de/bild-plus/regional/dresden/dresden-aktuell/corona-sachsen-am-schlimmsten-in-afd-hochburgen-74337072.bild.html

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07.12.2020

Alles klar. Die Kinder gehen nach wie vor zur Schule. Fahren den Weg meist mit den Corona Schleudern des ÖPNV.

Aber nachts wird man in Käfig gehalten wie in der JVA unter Missachtung sämtlicher Freiheitsrechte, obwohl das Risiko einer Ansteckung im Vergleich verschwindend gering ist. Gastronomie und Clubs haben geschlossen. Es ist kalt. Keiner trifft sich draußen aber spazieren gehen nach 21 und verboten.

Unglaublich.

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07.12.2020

Paar Fragen. Wieviel gehen nach 21 Uhr spazieren? Das noch im Dunkeln und Kälte? Außer man hat einen Hund. Wieviele treffen sich privat um diese Uhrzeit (in Wohnungen, ...)?
Vermutlich letztere deutlich mehr. Die Ausgangssperre wird in erster Linie die privaten Treffen verringern weil wenn man da nicht übernachtet muss man ja wieder irgendwann auf die Straße.
Private Treffen werden ein größeres Infektionsrisiko darstellen wie Schule, Arbeit oder ÖPNV. Dort wird in der Regel mehr auf MNS und Hygiene geachtet und damit das Risiko verringert.
Deshalb ist der Vorschlag der Grünen wegen Betriebsurlaub sinnlos. Das viele dann mehr Zeit haben sich privat "ohne" Hygieneregeln zu treffen.
Was auch absolut zum Kopfschütteln war, sind die Glühweinausschänke (nicht nur in Augsburg), wo sich dann ganze Menschentrauben davor bilden .... sehr sinnig in jetziger Zeit.
Irgendwie haben einige immer noch nicht kapiert, dass unser Gesunheitssystem uns um die Ohren fliegt. Das Perosnal ist am Limit. Oder sollen die 24 Stunden 7 Tage die Woche arbeiten?
Betten, Maschinen, Masken kann man kaufen. Das Personal muss erst (jahrelang) ausgebildet werden. Da hilft auch kein klatschen.
Muss der Arzt demnächst entscheiden wen er sterben lassen muss. Der 72-jährigen mit Corona oder den 25-jährigen der mit 160 kmh auf der Landstraße die Kontrolle über sein Auto verloren hat?
Ein Arzt ist Arzt geworden um Leben zu retten, nicht um zu entscheiden wer zeimlich sicher sterben muss. Sogar noch dabei zusehen muss, wie jemand qualvoll langsam aber sicher erstickt. Sehr menschenwürdig.

(edit/mod/NUB 7.2)

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07.12.2020

Mit den Corona Schleudern im ÖPNV dürften sie wohl recht haben. Zumindest zu den Schulzeiten sieht es an manchen Stellen sehr schlecht aus, denn auch ältere Menschen müssen auch zu dieser Zeit mitfahren weil auch sie Termine wahrnehmen müssen ob nun beim Arzt oder bei anderen Stellen. Abstand halten bei lauten Kindern und schlechter Belüftung ist einfach nicht möglich. Insbesondere bei den schlimmsten Fällen muss dringend etwas geändert werden, schließlich stehen genug unbenutzte Busse in den Hallen der stillgelegten Reiseunternehmer.

Spazierengehen bei der Kälte wird kaum zutreffen aber private Treffen können verhindert werden und das wird wohl das Ziel der Maßnahme sein. Noch es ist doch kein Leben wie im Käfig, denn am nächsten Tag gibt es schließlich wieder Kontakte entweder in der Arbeit oder Schule. So schlimm ist das wirklich nicht, denn wirklich einsam ist man auf der Intensivstation. Ältere Menschen sind meist vernünftiger aber die trifft es leider am härtesten.

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07.12.2020

Lieber Richard,

wenn es darum geht private Treffen nach 21 Uhr zu verhindern, dann sollte dies dann auch so in der Verordnung erscheinen. Wäre kein Problem. Aber das pauschale verbieten, die Wohnung ab 21 Uhr zu verlassen, ist für Füssen Zweck zu weit gefasst.

Es gibt genug Menschen, die abends gerne noch einmal spazieren gehen. Kontakt zu anderen hat man dabei aber in der Regel nicht und damit auch keine infektionsrisiken. Durch die bestehenden Kontaktbeschränkungen ließe sich das auch vermeiden.

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07.12.2020

(Fast) nichts hat in den letzten Wochen geklappt. Aber warum kommen die Herrschenden nicht auf den Gedanken, daß die Maßnhamen falsch waren? Das einzigew was diese können, ist nochmals einen draufsetzen. Wenn sie Fehler potenzieren wird nichts besser.

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07.12.2020

Was würden Sie denn vorschlagen? Kritisieren ist gut, konstruktive Vorschläge wären besser …

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08.12.2020

Ich habe meine Vorschläge schon mindestens 10x veröffentlicht/geschrieben das sollte reichen. Fragen Sie auch mal bei Herrn Enninger nach - ein Vorschlag von mir zur Einhaltung von Abständen(noch vor dem Shutdown)wurde abgelehnt

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06.12.2020

Sehr geehrter Herr Bachmeier, wer bezahlt sie eigentlich. Herr Söder oder die CSU. Von einem Journalisten erwarte ich eigentlich neutrale Berichterstattung. Ihre Kommentare die ich lese sind immer eine Lobpreisung der Politik des Herrn Söder. Herr Söder verordnet Bayern seit Monaten die strengsten Maßnahmen aber an den Infektionszahlen ändert sich nichts. Auch die Panikmache bezüglich der Patienten in den Notaufnahmen kann ich nicht nachvollziehen. Ich verfolge die Zahlen auf Intensivregister.de seit Monaten. Der Anteil der Covid-Patienten an der Gesamtanzahl der Intensivbetten bewegt sich je nach Bundesland zwischen 3 und 18 %. Bei der Beurteilung der Todesfälle muss auch differenziert werden ob mit oder an Covid verstorben. An Alkohol, Rauchen, Krebs, Diabetes sterben jedes Jahr weitaus mehr Menschen als an Corona. Warum unternimmt Herr Söder dagegen nichts. Ist hier die Lobby der Industrie größer.

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07.12.2020

Nein, er verordnete eben nicht die strengsten Maßnahmen. Und doch an den Infektionszahlen hat sich schon was geändert. Sie sind nicht weiter exponentiell gestiegen - aber und das sind die Lehren aus dem Lockdown light (mit dem man eben nicht so massiv vor allem Eltern und Schüler wieder belasten wollte), es reicht eben nicht, um sie so herunterzufahren, wie es notwendig ist.

Die Krankenhäuser sind am Anschlag. Augsburg könnte schon niemanden mehr aufnehmen, wenn es nicht Covid-Patienten an andere Krankenhäuser abgeben könnte. Sie behaupten also, dass die Klinikleitung lügt? Und das Gerede, dass unterschieden werden müsse, ob jemand an oder mit Covid19 gestorben ist, kann ich auch nicht mehr hören. Bei den gern angeführten Zahlen aus dem drastischen Grippewinter fragt da komischerweise niemand danach. Wenn jemand Krebspatient ist, wird eine Covid19-Erkrankung für ihn nicht gerade förderlich sein. Und ohne sich eine solche einzufangen hätte er vllt. noch eine gut Zeitlang gelebt. Ich wünsche Ihnen trotz ihrer unsympathischen Einstellung nicht, dass sie je an dieser fiesen Krankheit erkranken.

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07.12.2020

Interessant wäre, ob es überhaupt noch Grippe Fälle gibt und wie sich diese Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren im Hinblick auf Corona entwickelt haben.

Gab es möglicherweise schon vor 2020 Corona Fälle?

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07.12.2020

Es mag ja sein, dass sie in einigen Sachen recht haben.
Nur die Corona Todesfälle mit anderen Todesfällen zu vergleichen scheint mir etwas zu schräg. Natürlich würde sich auch bei anderen Todesfällen etwas ändern lassen, wenn sich die Politik und die Bevölkerung dahinter klemmt.

Ob nun mit oder an Corona verstorben ist im Grunde egal, denn jeder würde gerne noch eine Weile weiterleben ob nun Raucher- Krebs- oder Coronapatient. Allerdings kann die Anzahl der Corona Verstorbenen massiv reduziert werden wenn sich alle Menschen auch vernünftig verhalten. Was vernünftig ist, zeigt alleine die Erfahrung mit Corona und der Blick auf andere Ländern, insbesondere nach Asien.
Nur die Meinung, dass es auch andere Todesarten gibt, ist auf jeden Fall viel zu kurz gesehen und lässt die Corona Todesrate steigen anstatt zu reduzieren. Ich möchte nicht auf der Intensivstation liegen und nach Luft ringen, egal ob die Ursache Krebs oder Corona ist.

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