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Kommunalwahl 2020
18.01.2020

Fünf Politiker erzählen, warum sie (nicht wieder) zur Wahl antreten

Plus Die einen wollen nicht mehr – die anderen unbedingt. Aber was sind die Motive dahinter? Fünf Bürgermeister(innen), fünf Erzählungen.

Hubert Eberle, 61, Oberndorf: „Das erspare ich mir künftig gerne“

Oberndorfs Bürgermeister Hubert Eberle wird nicht mehr antreten. 
Foto: Thomas Hilgendorf

Nach drei Amtsperioden als Bürgermeister von Oberndorf am Lech (Landkreis Donau-Ries) trete ich jetzt nicht mehr an. Vor 18 Jahren habe ich eine Pro- und Contra-Liste gemacht, da überwog das Pro. Im letzten Pfingsturlaub habe ich wieder so eine Liste gemacht, da überwog das Contra. Bei dem Entschluss spielt mein Alter eine Rolle und auch, dass meine Frau noch etwas von mir haben will. Vor allem aber habe ich mich so entschieden, weil die Menschen immer schwieriger werden und die Bürokratie brutal zunimmt. Projekte dauern länger als früher, der Papierkrieg ist größer geworden, da spielen auch haftungsrechtliche Dinge eine Rolle. Zudem lastet der Druck der Bevölkerung stark auf einem. Die Hemmschwelle in den sozialen Medien sinkt extrem. Heute ist der Bürgermeister schuld an allem und zuständig für alles – auch wenn irgendwo ein Kanaldeckel klappert. Letztes Jahr hat mich einer sechs mal am Tag angerufen, weil er sich über die vielen Mücken auf seiner Terrasse ärgerte. Ein Biber hatte ein Loch ins Ufer des Dorfbaches gegraben, wo nun Wasser stand und die Mücken brüteten. Auch für so etwas soll ich als Bürgermeister den Kopf hinhalten. Das erspare ich mir künftig gerne.

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