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Kultusminister Piazolo verwirrt Schüler, Eltern und Lehrer

Kommentar Von Sarah Ritschel
15.12.2020

Jeder hatte erwartet, dass Schüler vor den Ferien digital lernen. Nun soll doch kein Online-Unterricht stattfinden. Die Schulfamilie fühlt sich veräppelt.

Kurz vor Weihnachten hat Bayerns Kultusminister Michael Piazolo sich selbst eine Grube gegraben. Seine Ankündigung, dass an Schulen in den letzten drei Tagen vor Beginn der Ferien größtenteils kein verpflichtender Distanzunterricht stattfinden wird, musste man zwangsläufig als Kapitulation und Schadensbegrenzung deuten.

Eins der größten Probleme, an dem viele Lehrer beim Distanzunterricht zuletzt gescheitert waren, war die offizielle Lernplattform des Kultusministeriums, Mebis. Schüler und Lehrer können darüber Kontakt halten und Materialien austauschen. Das Portal ist in den vergangenen Tagen fast jeden Morgen abgestürzt.

Regeln an Schulen änderten sich oft in Corona-Zeiten

Startklar für den Unterricht übers Internet, prallten die Lehrer an der Fehlermeldung des Systems ab. Natürlich drängte sich der Eindruck auf, dass Piazolo mit dem „Verbot“ des Distanzunterrichts die Schmach einer digitalen Bruchlandung verhindern wollte. Die Mebis-Pannen sind für viele nur ein Beispiel dafür, dass sein Ministerium bei der digitalen Ausstattung der Schulen versagt habe. Diese Vorwürfe können schnell lauter werden.

Die Entscheidung gegen Distanzunterricht am Montag nicht näher zu erläutern, hat zusätzlich und unnötig Unruhe in die Schulen gebracht. Eltern und Lehrer, von ständig neuen Regeln ohnehin entnervt, fühlten sich komplett veräppelt.

Mittlerweile hat das Ministerium klargestellt, dass Lehrer natürlich online unterrichten können, wenn sie möchten. Man habe Druck von allen Beteiligten nehmen wollen. Das ist gut gedacht. Den Ärger der Schulfamilie hat Piazolo durch die x-te Rolle rückwärts aber noch verstärkt.

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15.12.2020

Wenn´s mit der Software nicht funktioniert, ist es doch logisch, dass vom Ministerium nicht dazu verpflichtet wird, diese zu nutzen.

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15.12.2020

Schüler, Lehrer und Eltern werden nicht nur alleine gelassen. Auch die zu verwendende Software ändert sich nun. Hat man erst Stück für Stück Teams und one Note eingeführt, so will das Ministerium nun wieder zurück rudern.

Slapstick...

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