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Lichtenfels

31.05.2019

Kundin beleidigt Fleisch-Verkäuferin: Ihr Chef verteidigt sie im Netz

Eine Kundin beleidigt eine Fleisch-Verkäuferin. Der Geschäftsführer des Supermarkts hat die Verkäuferin öffentlich in Schutz genommen.
Bild: Daniel Karmann, dpa (Symbol)

Der Facebook-Post eines Geschäftsführers aus Bayern hat hohe Wellen geschlagen. Er verteidigte öffentlich eine Fleisch-Verkäuferin.

Eine Mutter steht vor der Fleischtheke und ermahnt ihr Kind: "Wenn du weiterhin nichts für die Schule lernst, dann stehst du auch mal dort hinten." Dabei zeigt sie auf die Fleisch-Verkäuferin. Dass die sich nicht gerade geschmeichelt fühlt, ist verständlich. Nun hat der Geschäftsführer des Supermarktes aus Oberfranken, in dem die Verkäuferin arbeitet, öffentlich auf den Zwischenfall reagiert.

In einem Facebook-Post macht Geschäftsführer Christian Werner auf das beleidigende Verhalten der Kundin aufmerksam. "Dieser Post geht an die junge Mutter, welche heute vor unserer Fleischtheke mit dem Finger auf die Verkäuferin gezeigt hat und zu ihrem Kind sagte: "Wenn Du weiterhin nichts für die Schule lernst, dann stehst Du auch mal dort hinten!", heißt es in dem Beitrag.

Geschäftsführer setzt sich für Fleisch-Verkäuferin ein

Gleichzeitig räumt er mit Vorurteilen auf. In seinen Filialen würden nur gut ausgebildete Fachkräfte, "mit Schulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung" arbeiten. Wer nichts für die Schule lerne, lande nicht hinter der Fleischtheke sondern in der Schlange vom Arbeitsamt, so Werner.

Zuletzt wendet er sich nochmals direkt an die Frau: "Einen Abschluss in Empathie und Menschlichkeit, Respekt und Wertschätzung erhält Ihr Kind nicht in der Schule - aber das erledigen wir später gerne für Sie."

Handelsverband Bayern spricht von "keinem grundlegendem Problem"

Mittlerweile wurde der Beitrag mehr als 37.000 Mal geteilt, Tausende kommentierten darunter und sprachen dem Geschäftsführer ihre Zustimmung aus. "Ein Hoch auf den Chef, der so hinter und für seine Mitarbeiter steht!", schreibt eine Nutzerin unter den Post. Eine andere meint: "Ich finde es schade, dass unsere Arbeit so ein schlechtes Ansehen hat. Ich mag meinen Job, auch wenn man öfter mit Leuten zu tun hat, die denken man wäre der Fußabtreter für ihre schlechte Laune und mangelnde Empathie."

Dass der Beitrag so hohe Wellen im Netz schlagen würde, habe er nicht gedacht, sagte der Werner am Freitag. Eine Ausnahme war der Fall aber nicht. "Solche Situationen erleben wir häufiger", kritisierte Werner. Es fehle bei einigen Kunden die Wertschätzung dem Personal gegenüber. Ein Sprecher des Handelsverband Bayern sagte auf Anfrage zu dem Fall lediglich: "Es gibt kein grundlegendes Problem." (mit dpa)

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31.05.2019

Ja, ja die ehrgeizigen Eltern, sie wollen ihre Kinder zur Intelligenz - die sie selbst nicht besitzen - unbedingt zwingen. Manchmal wäre es gut, wenn die Lehrer in der Schule den Mut hätten den Eltern mitzuteilen: "Ihr Kind ist nicht zu faul das Klassenziel zu erreichen sondern schlichtweg zu unbegabt". Diese Offenheit würde viele Probleme im Vorfeld lösen helfen.

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