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Harburg

27.03.2008

Kurioser Streit um die doppelte Langgasse

Die doppelte Langasse in Harburg sorgt für Ärger.

In Harburg streiten zwei Stadtteile um einen Straßennamen. Die Langgasse gibt es zweimal. Briefe landen deshalb bei der falschen Adresse und Lkws stehen in der Einfahrt eines Einfamilienhauses statt auf dem Frimengelände. Doch die Bewohner bleiben hart und wollen ihren Straßennamen verteidigen. Von Sandra Baumberger

Von Sandra Baumberger

Harburg - Bürgermeister Wolfgang Kilian aus Harburg (Kreis Donau-Ries) steckt in einer Zwickmühle: In seinem Stadtgebiet gibt es zwei Straßen mit dem gleichen Namen. Eine Langgasse im Stadtteil Ebermergen und eine zweite Langgasse im sieben Kilometer entfernten Stadtteil Großsorheim. Relativ unproblematisch war das, solange es diese Straßennamen nur inoffiziell - im Sprachgebrauch - gab.

Seit 1984 in Großsorheim die Straßen benannt wurden, gibt es die Langgasse dort offiziell. Zwei Jahre später war Ebermergen dran und wollte ebenfalls unter keinen Umständen auf seine Langgasse verzichten. Da keine Einigung zu erreichen war, wurden kurzerhand beide Langgassen beibehalten - und seither währen die Probleme: Zwar kennen die Postboten ihre "Langgassener" mittlerweile so gut, dass falsch zugestellte Briefe die Ausnahme sind. Doch weniger ortskundige Paketboten stoßen an ihre Grenzen. Nicht zuletzt deshalb, weil auch die modernen Navigationsgeräte wegen der gleichen Postleitzahl nicht unterscheiden. Auch Firmen machen Druck: Während in der einen Langgasse händeringend auf eine Lieferung gewartet wird, steht der 40-Tonnen-Lkw unverhofft in der Zufahrt eines Einfamilienhäuschens in der anderen Langgasse.

Und daran, was passieren könnte, sollte einmal ein Rettungswagen fehlgeleitet werden, will Bürgermeister Kilian gar nicht denken. Außerdem ist ein neuer Stadtplan für Harburg in Planung. Gründe genug, das Dilemma zu lösen: Eine der beiden Straßen soll umbenannt werden. Bloß welche? Die Leute aus dem Stadtteil Ebermergen berufen sich auf das Glück der frühen Stunde, das ihnen die Langgasse offiziell zuerst bescherte. Die Ebermergener verweisen auf die Größenverhältnisse: In Großsorheim sei die Langgasse mit 16 Anwohnern so lang ja nicht, wohingegen die Ebermergener Langgasse mit ihren 66 Anwohnern den Namen mit Recht trage.

Der Vorschlag eines Stadtrates aus Ebermergen, sich des Dialekts zu bedienen und eine der beiden Langgassen in "Langgass" umzubenennen, stößt zwar in beiden Lagern auf Befürworter. Doch auch hier ist die Frage, wer das "e" abtreten soll. Bürgermeister Kilian will schnellstmöglich eine Entscheidung. Auch wenn er weiß: "Schläge von einer Seite gibt es auf jeden Fall."

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