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LTW 2018

18.09.2018

Landtagswahl in Bayern 2018: Datum, Parteien und Infos

Elf kuriose Fakten rund um die Landtagswahl 2018 in Bayern: Können Sie sich beispielsweise vorstellen, wie Blinde oder Gefängnisinsassen ihre Stimmen abgeben?
Bild: Silvio Wyszengrad (Symbolbild)

Die Landtagswahl in Bayern findet am 14. Oktober 2018 statt. Wie viele Parteien stehen zur Wahl? Was muss beachtet werden? Alles Wissenswerte zur Wahl.

1. Bei der Landtagswahl 2018 in Bayern treten 18 Parteien an

CSU und SPD kennt jeder. FDP, Grüne und Freie Wähler wohl auch. Doch dann wird es schon schwieriger. Oder könnten Sie alle 18 Parteien, die an der Landtagswahl 2018 in Bayern teilnehmen, aufzählen?

Die Wahlkreisausschüsse haben am 17. August 2018 über die Zulassung der Wahlvorschläge entschieden. Insgesamt nehmen 18 Parteien und Wählergruppen an der Wahl teil, darunter auch unbekanntere Parteien wie die "V-Partei3 – Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer", die "Partei der Humanisten" (kandidiert nur in Oberbayern) oder die "Partei für Gesundheitsforschung" (kandidiert nur in Oberbayern, Oberpfalz, Oberfranken und Mittelfranken).

2. Stimmkreise der Landtagswahl 2018 in Bayern im Vergleich

In 91 Stimmkreisen werden Wähler bei der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober 2018 ihre Stimme abgeben. Wir haben uns mal die Zahlen der Landtagswahl 2013 genauer angeschaut und verglichen: Der Wahlkreis mit den meisten Stimmberechtigten, nämlich 132.486, war der Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach. Der mit den wenigsten Stimmberechtigten war der Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen - dort sind es gerade einmal 80.148.

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Die höchste Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2013 gab es im Stimmkreis München-Land-Süd: 73,7 Prozent der Wahlberechtigten haben dort ihre Stimme abgegeben. Die geringste Wahlbeteiligung gab es im Stimmkreis Nürnberg-West. Mit 51,7 Prozent ist dort gerade einmal knapp jeder Zweite zur Wahl gegangen.

3. LTW 2018 in Bayern: Kurioses aus der Wahlordnung für Landtagswahlen

Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es nicht für alles penible Regeln gäbe - so auch für die Maße einer Wahlurne. Denn so eine Urne braucht ganz bestimmte Abmessungen, wie in Paragraf 42 der Wahlordnung für Landtagswahlen in Bayern nachzulesen ist: "Die Wahlurne muss mit einem Deckel versehen sein. Ihre innere Höhe soll in der Regel 90 Zentimeter, der Abstand jeder Wand von der gegenüberliegenden mindestens 35 Zentimeter betragen. Im Deckel muss die Wahlurne einen Spalt haben, der nicht weiter als 2 Zentimeter sein darf"

4. Landtagswahl 2018 in Bayern: Wie wählen eigentlich Häftlinge?

"Stimmberechtigte Insassen in Justizvollzugsanstalten können an der Abstimmung nur durch Briefwahl teilnehmen", heißt es in der bayerischen Wahlordnung für Landtagswahlen.

Doch neben Häftlingen gibt es ja noch mehr Menschen, die gern an der Landtagswahl 2018 in Bayern teilnehmen würden - aber es möglicherweise aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht ins nächste Wahllokal schaffen. Für diese Betroffenen setzt die Wahlordnung fest: "Die Gemeinde soll bei entsprechendem Bedürfnis und soweit möglich im Benehmen mit der Leitung eines kleineren Krankenhauses, eines kleineren Alten- oder Pflegeheims oder eines Klosters zulassen, dass dort anwesende Stimmberechtigte, die einen gültigen Wahlschein haben, vor einem beweglichen Wahlvorstand abstimmen."

5. Dürfen Blinde an der Landtagswahl 2018 in Bayern teilnehmen?

Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) kritisiert, dass blinde Menschen an der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober 2018 nicht barrierefrei teilnehmen können. Der BBSB schreibt: "Anders als bei der Bundestagswahl ist es rund 80.000 blinden und sehbehinderten Wählern bei der Landtagswahl in Bayern leider nicht möglich, ihre Stimme selbständig mit Hilfe einer Wahlschablone abzugeben." Eine solche Schablone soll es Betroffenen ermöglichen, ohne die Hilfe einer anderen Person abzugeben. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr gab es die.

Am 14. Oktober 2018 wird es eine solche Schablone nicht geben - aus technischen Gründen: Denn zeitgleich zur Landtagswahl 2018 in Bayern findet die Bezirkswahl statt. Laut BBSB gibt es, wenn man jeweils Erst- und Zweitstimme berücksichtigt, für diese beiden Wahlen insgesamt 364 Stimmzettel (bei 91 Wahlkreisen). "Besonders die Stimmzettel zur Abgabe der Zweitstimme sind so groß und umfangreich, dass die Handhabung einer Wahlschablone bislang kaum möglich ist."

6. Frauen im Bayerischen Landtag sind eine Seltenheit

Frauenquote? Fehlanzeige! Zu Beginn der 17. Wahlperiode betrug der Gesamtanteil der weiblichen Abgeordneten im Bayerischen Landtag gerade einmal 28,3 Prozent. In den einzelnen Landtagsfraktionen sind die Frauenanteile sehr unterschiedlich. Nach der letzten Landtagswahl in Bayern 2013 hatten die Freien Wähler mit 15,8 Prozent den niedrigsten, die Grünen mit 50 Prozent den höchsten Frauenanteil in ihrer Fraktion.

Seit Oktober 2008 steht dem Bayerischen Landtag mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) erstmals eine Frau vor.

Dem Bayerischen Landtag steht seit Oktober 2008 mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) eine Frau vor. Bis auf die Fraktion der Grünen, die mit Katharina Schulze und Ludwig Hartmann von einer männlich-weiblichen Doppelspitze gemeinsam geführt wird, sind alle anderen Fraktionsvorsitzenden männlich.

7. Die Wahlbeteiligung schwankt - tendenziell sinkt sie aber

Immer wieder heißt es, dass die Menschen im Land total politikverdrossen seien - das sehe man an der sinkenden Wahlbeteiligung. Doch stimmt das? Jein: Die Beteiligung an Landtagswahlen ist zwar verglichen mit der ersten Landtagswahl nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1946, gesunken - allerdings mit deutlichen Schwankungen.

Die bisher höchste Wahlbeteiligung an einer Landtagswahl in Bayern gab es im Jahr 1954 mit 82,4 Prozent. Die niedrigste Wahlbeteiligung mit gerade einmal 57,1 Prozent wurde im Jahr 2003 verzeichnet. Bei der bayerischen Landtagswahl 2013 lag die Wahlbeteiligung immerhin bei 63,6 Prozent.

8. Landtagswahl in Bayern: Die CSU und die absolute Mehrheit

Lediglich bei einer einzigen bayerischen Landtagswahl in den vergangenen 56 Jahren gelang es der CSU nicht, die absolute Mehrheit zu holen. Von 1962 bis 2008 hatte die CSU durchgehend die absolute Mehrheit im Bayerischen Landtag inne, seit 2013 ist dies wieder der Fall. Bei der Landtagswahl 2008 musste sich die Partei mit 45,6 Prozent und 101 von 204 möglichen Sitzen zufrieden geben.

Ob die CSU bei der Landtagswahl 2018 wieder die absolute Mehrheit holt? Unwahrscheinlich, sagen die Prognosen. Aktuelle Umfragen sehen die Partei gerade einmal bei 36 Prozent.

9. Ist ein Selfie in der Wahlkabine erlaubt?

Selfies von sich zu schießen, ist mittlerweile normal geworden - egal ob am Strand, im Restaurant oder am Arbeitsplatz. An einem Ort sollten Sie aber besser auf ein Selfie verzichten: in der Wahlkabine. Denn Paragraf 45 der Bayerischen Wahlordnung für Landtagswahlen besagt: In der Wahlkabine darf nicht fotografiert oder gefilmt werden.

Wer dagegen verstößt, kann von der Wahl ausgeschlossen werden.

10. Wahlkampf online: Blöder CSU-Fehler vor der Landtagswahl 2018 in Bayern

Ein dummer Fehler, der der CDU bereits 2009 passiert ist, hat neun Jahre später die CSU eingeholt. 2009 sicherte sich die Piratenpartei die Internet-Adresse wir-haben-die-kraft.de. "Wir haben die Kraft" - mit diesem Slogan warb damals die CDU im Bundestagswahlkampf.

Dasselbe ist in diesem Jahr der CSU passiert: Die Partei von Ministerpräsident Markus Söder vergaß, sich ihren Wahlslogan "Söder macht's" auch digital zu sichern. Die Bayern-SPD bekam davon Luft und schnappte sich kurzerhand die Web-Adresse www.soeder-machts.de. Statt CSU-Inhalten werden dort nun Markus Söders "Vergehen" (zumindest aus SPD-Sicht) aufgelistet und auf das Wahlprogramm der SPD verwiesen.

Pleiten, Pech und Pannen: Was läuft schief im CSU-Wahlkampf?

11. Landtagswahl in Bayern: Die CSU und der Landtagspräsident - eine mehr als 70-jährige Geschichte

Seit der ersten Landtagswahl nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 hat die CSU in jeder Wahlperiode den Landtagspräsidenten gestellt. Dieser nimmt nach dem Ministerpräsidenten das zweithöchste Amt im Freistaat ein. Momentan hat Barbara Stamm das Amt inne. Deren Tochter Claudia sitzt übrigens auch im Bayerischen Landtag - vormals als Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. 2017 trat sie aus und gründete ihre eigene Partei mut.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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14.09.2018

Der Freistaat wird freier

Endlich specken auch die Christen ab. Jahrzehnte waren die Angehörigen der Unionsparteien blind gegenüber Problematiken der Alleinstehenden. Die letzte Bundestagswahl zeigte bereits, dass der Frauen- und Familienwahn in den Politiken der Volksparteien, von dem auch weite Teile der Flüchtlings- und Zuwandererpolitik bestimmt sind, in zusehendem Maße zum Auslaufmodell geworden ist. Falsch verstandene Inhalte in den Glaubenslehren sind die Gründe hierfür. Nicht nur bei den Christen. Auch die Bevölkerung in Bayern hat gelernt, dass sie sich in solchen Zusammenhängen von religiösen Einflüssen frei machen muss. Auch sie hat offensichtlich verstanden, dass sich ein religionsfreies Leben im Alltag menschlicher gestalten sollte und hierfür alle Bevölkerungsanteile mit einbezogen werden müssen. Auch die Singles, die leistungsfähiger sind, als Familienmenschen.

Die Sozialdemokraten erhielten ihre Quittung mit der letzten Bundestagswahl und dümpeln auch in weiten Teilen der Republik noch hinter der AFD oder sind gleichauf mit den Grünen. Selbst beide Unionsparteien zusammen können im Bund keine Regierungsfähigkeit erzielen. Auffällig hierbei ist, dass bundesweit die Anzahl der Nichtwähler in den meisten Fällen annähernd dem Ergebnis aus dem Mikrozensus entspricht, dass die Zahl der Haushalte, die von Alleinstehenden geführt werden, abbildet.

Die ebenfalls noch in diesem Jahr anstehende Hessenwahl wird vermutlich nicht wieder zu einer rot-grünen Koalition führen. Auch wird es für Jamaika nicht reichen. Hierfür sind die Grünen zu unzufrieden mit den Ergebnissen der bisherigen Regierungsarbeit, die sie nicht ausreichend als Koalitionspartner haben mittragen können. Zu befürchten ist ein Linksruck in Hessen. Den braucht man in Bremen, wo im nächsten Jahr die erste Landtagswahl stattfindet, nicht zu fürchten.

Hier haben sich die Christen, da sie selbst keine glaubwürdigen Politiker aus der eigenen Fraktion ins Feld schicken können oder die an ihren Posten im Landesparlament klammernden Mitglieder der Unionsfraktion nicht zu ersetzen vermögen, einen politischen Noname aus Unternehmerkreisen an die Spitze geholt. Die letzte Umfrage für Bremen ergab, dass die Union wieder gleichauf mit den Sozis sei, wären am Sonntag Bürgerschaftswahlen in Bremen.

Hier hat man in Unionskreisen aber schon nach der letzten Wahl zum Landesparlament die Erfahrung gemacht, dass sich die Grünen im Zweifel immer für die Sozis entscheiden und nie für die Union, geht es um die Bildung der Regierung für das kleinste Bundesland. Aber gelernt hat man bei den Christen nichts. Wie schon bekannt, von den Fraktionsangehörigen der Union in Bremen ist nichts weiter zu erwarten, als Familienfrustrationen zu thematisieren und in den politischen Mittelpunkt zu stellen. Bremen hat zudem die höchste Quote von Hartz-IV-Empfängern. Jedoch steht kein solcher an der Spitze der Christen. Eine unchristliche wie menschenverachtende Volkspartei, diese Union. Nicht anders also, als die Sozis. Die Fronten zu den Grünen sind zum Glück auch bundesweit verhärtet.

Die Bereitschaft, sich für die in Bremen in 140.000 Singlehaushalten lebenden Alleinstehenden zu verwenden, war erneut nicht gegeben. Hier werden die Unionsvertreter wieder ohne Erfolg um eine Regierungsbeteiligung in einer GroKo schleimen. Darauf freuen sich Alleinstehende in der CDU in Bremen einmal mehr besonders stark.

Für alleinstehende Nichtwähler in den Unions-Parteien zeichnet sich ab, dass sie richtig handelten, auf Grund fehlendem politischen Interesses an ihrer gesellschaftlichen Situation und nicht vorhandener Berücksichtigung bei der Vorteilspolitik, die sich ausschließlich auf Familie bezieht, schon über Jahrzehnte nicht zu wählen. Nun werden sie sich gleich bei drei anstehenden Landtagswahlen freuen können, dass eine Volkspartei alleine wieder nicht regierungsfähig sein wird und die andere, zu Recht als alte Tante bezeichnete, noch mehr an Vitalität verlieren wird. Schließlich wollen auch sie, die zumeist auch noch Steuerzahler der ersten Klasse sind, ein wenig davon haben, die Melkkühe der Nation zu sein. Und sei es nur schenkelklopfenden Spaß an den entgleitenden Gesichtszügen der Verlierer unter den christlichen wie sozialen Unfug verzapfenden Volksparteien nach Wahlen.


Insbesondere ist die diesbezüglich letzte Bastion des Freistaates zukünftig freier und Alleinstehende ohne Familie und Verwandtschaft freut es. Auch die Hessen wählen noch in diesem Jahr.


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