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Lungenkrebs
21.06.2014

Helmut Dietl: Ein trauriger Geburtstag

Helmut Dietl, die deutsche Antwort auf Woody Allen, wird 70. Er kämpft gegen den Lungenkrebs.
Foto: Jens Kalaene, dpa

Einer der bedeutendsten deutschen Filmemacher wird 70. Zu diesem Anlass ist Helmut Dietl nicht zum Feiern zumute. Er kämpft erbittert gegen Lungenkrebs.

Er hat der Münchner Schickeria den Spiegel vorgehalten, sich über die gefälschten Hitler-Tagebücher lustig gemacht und über das „Suchen und Finden der Liebe“ sinniert. „Die einen kriegen Kinder, die anderen machen Filme. Jeder wehrt sich auf seine Weise gegen den Tod, so gut es geht“, sagte Helmut Dietl, einer der bedeutendsten deutschen Regisseure, einmal in einem Interview. Jetzt wird der Filmemacher 70 Jahre alt, und er kämpft gegen den Krebs.

Helmut Dietl kämpft gegen Lungenkrebs

Im November 2013 hatte er seine schwere Krebserkrankung in der Wochenzeitung Die Zeit öffentlich gemacht. Einen Monat zuvor hatte er selbst die erschütternde Diagnose erhalten: Lungenkrebs mit Heilungschancen von höchstens zehn Prozent – „eher drunter“. Überrascht war er von der Krankheit nicht, wie er sagte. „Wenn man bedenkt, wie viel ich geraucht habe, dann ist es geradezu ein Wunder, dass es so lange gut gegangen ist.“ Sechs Jahre zuvor hatte er mit dem Rauchen aufgehört und bis dahin nach eigener Berechnung ungefähr eine Million Gitanes geraucht.

Im Mai hat Dietl seine Chemotherapie abgeschlossen.„Es war hart, aber wir sind am Ende damit zufrieden. Denn immerhin hat sich dadurch sein Zustand nicht noch verschlimmert.“, sagte seine Ehefrau Tamara. Kurz zuvor war Dietl beim Deutschen Filmpreis in Berlin mit der Goldenen Lola für sein Lebenswerk geehrt und mit Standing Ovations gefeiert worden. „Danke, danke, danke! Bitte setzen Sie sich hin, sonst muss ich weinen“, sagte Dietl, als sich die 1800 Gala-Gäste respektvoll von ihren Plätzen erhoben. Er dankte ausdrücklich seiner Frau. Die Tatsache, dass er an diesem Abend auf der Bühne stehe, habe er ihrer Pflege in den vergangenen Monaten zu verdanken.

Dietl wurde als deutsche Antwort auf Woody Allen gefeiert

Dietls letzter, mit Spannung erwarteter Film „Zettl“, die Fortsetzung seiner Kultserie „Kir Royal“, floppte 2012 zwar grandios, früher aber, zur Zeit seiner ganz großen Erfolge, wurde der Regisseur von Filmkritikern als deutsche Antwort auf Woody Allen gefeiert. Er ist der geistige Vater von Kultfilmen wie „Schtonk“ (1992) und „Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ (1997).

Ebenso wie Woody Allen deckte der im oberbayerischen Wiessee geborene Dietl mit Ironie menschliche Schwächen auf. Berühmt wurde er mit den Serien „Monaco Franze“ (1983) und eben „Kir Royal“ (1986). Dietl selbst ist zum vierten Mal verheiratet und hat drei Kinder mit verschiedenen Frauen. „Man darf nicht den Glauben an die große Liebe verlieren, selbst wenn die Erfahrung das Gegenteil lehrt“, sagte er einmal. dpa

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