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Prozess in Kempten

03.03.2014

Mehrfach vergewaltigt: Gutachterin zweifelt an Aussagen von Mädchen

Vor dem Landgericht Kempten wird derzeit ein Missbrauchs-Prozess neu aufgerollt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Im Kemptener Prozess um die mehrfache Vergewaltigung einer Minderjährigen hat eine Psychologin die Angaben des mutmaßlichen Opfers zumindest in Teilen in Zweifel gezogen.

Die Gutachterin sagte am Montag vor dem Landgericht, das Mädchen habe wenig Details zu den Vorfällen nennen können und sei bei Fragen zu den vorgeworfenen sexuellen Übergriffen ausgewichen. Seit Januar muss sich ein 47 Jahre alter Mann zum zweiten Mal wegen Vergewaltigung seiner Tochter vor Gericht verantworten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das erste Urteil aufgehoben.

Der Vater von drei Töchtern soll sein ältestes Kind von 2006 bis 2011 in Lindenberg (Landkreis Lindau) immer wieder zum Geschlechtsverkehr genötigt haben. Die Schülerin soll zwölf Jahre alt gewesen sein, als er sich das erste Mal an ihr vergangen haben soll. Als sie begann, sich gegen die sexuellen Übergriffe zu wehren, soll der Vater sie auch geschlagen haben.

Angeklagter war bereits verurteilt worden

Im ersten Prozess war der Mann 2012 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Der BGH hob das Urteil aber wegen eines Verfahrensfehlers auf, so dass der Fall nun neu verhandelt wird.

Der BGH hatte gerügt, dass die Überprüfung der Glaubwürdigkeit des Mädchens eine besondere Rolle hätte spielen müssen. Wie in der ersten Verhandlung macht der Angeklagte keine Angaben zu den Vorwürfen.

Nach Angaben der Psychologin könnten Kränkung, Ängste und Hassgefühle den Boden für eine Falschaussage bereitet haben. "Solche Dinge können Motor für unwahre Aussagen sein." dpa/lby

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