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Modekette
10.11.2015

Primark eröffnet 2017 in Ingolstadt

In Ingolstadt will Primark 2017 eine Filiale eröffnen.
Foto: Henning Kaiser, dpa

In Ingolstadt wird Primark seine erste bayerische Filiale eröffnen. Nun bestätigt der Textildiscounter den Einzugstermin - und verrät noch mehr.

Lange hielt sich Primark bedeckt. Dass die Modekette ihre erste bayerische Filiale in Ingolstadt eröffnen will, ließ ein Sprecher bereits im Frühjahr diesen Jahres verlauten. Doch wann es soweit sein soll, dazu gab es zunächst keine Angaben. Wie ein Sprecher unserer Redaktion nun offiziell bestätigte, wird Primark 2017 in Ingolstadt eröffnen. Nach einem Umbau wird der Textildiscounter in die City Arcaden in der Innenstadt ziehen. Auch zur Fläche des Geschäfts äußerte sich Primark: Auf rund 4900 Quadratmetern soll in Ingolstadt Mode verkauft werden.

Primark: Der Preis zieht die Massen an

Bislang führt Primark in Deutschland 19 Filialen, 2009 eröffnete die erste in Bremen. Primark expandiert flächendeckend - in Deutschland und auch im Rest von Europa. Es ist der Preis, der die Massen anzieht und die Modekette so erfolgreich macht. In den Geschäften gibt es Schmuck für 1,50 Euro, ein T-Shirt für zwei oder eine Jeans für neun Euro.

In Ingolstadt fiebern viele der Eröffnung entgegen. Auf Facebook finden sich diverse "Fanseiten", insgesamt über 13.000 User teilen online ihre Vorfreude miteinander.

Die Kritik allerdings ist mindestens genauso laut. Denn: Wie die günstigen Preise zu angeblich fairen Produktionsbedingungen zustande kommen können, ist für viele fraglich. Sie reagieren mit Skepsis, aber auch mit lautstarkem Protest.

Proteste bei Eröffnungen von Primark-Filialen

Bei der Eröffnung neuer Primark-Filialen treffen immer wieder Fans, darunter vor allem jugendliche Kunden, auf Gegner, die den Textildiscounter wegen fragwürdiger Produktionsbedingungen in Billiglohnländern kritisieren. Im Sommer vergangenen Jahres hatten angebliche in Kleidungsstücke eingenähte Hilferufe von Mitarbeitern für Aufsehen gesorgt. Primark nannte diese "SOS"-Botschaften allerdings eine Fälschung.

Negativ geriet die Kette auch in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass das Unternehmen Kleidung in der Fabrik in Bangladesch hatte fertigen lassen, deren Gebäude im April 2013 eingestürzt war und mehr als 1100 Arbeiter unter sich begraben hatte.

Primark wehrt sich unermüdlich gegen die Kritik: Seit 2006 setzt sich der Textildiscounter für ethischen Handel ein, ist Mitglied der Ethical Trading Initiative. Auf seiner Internetseite versucht der Moderiese, zu konkreten Vorwürfen Stellung zu beziehen und wichtige Fragen wie "Wie kann Primark die günstigen Preise anbieten?" ("Keine teuren Werbekampagnen", "große Mengen, niedrige Kosten", "Wir gestalten und produzieren effizient") zu beantworten. Auch die bekannten braunen Papiertüten mit dem blauen Primark-Schriftzug sollen offensichtlich nicht nur die günstig erworbenen Kleidungsstücke, sondern auch den Nachhaltigkeits-Gedanken transportieren.

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