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Mount Everest
08.05.2018

Was Schwaben auf dem höchsten Berg der Welt fühlten

Schon aus dem Flugzeug ist sie gigantisch: Die Aussicht auf den Mount Everest, den höchsten Berg der Welt. Auch Menschen aus der Region haben ihn schon bezwungen.
Foto: Narendra Shrestha, dpa (Archiv)

Vor 40 Jahren bestiegen Reinhold Messner und Peter Habeler den Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff. Auch Menschen aus der Region haben den Berg bezwungen.

Am 8. Mai vor 40 Jahren gelang dem Südtiroler Reinhold Messner zusammen mit Peter Habeler aus dem Zillertal in Österreich die Erstbesteigung des 8848 Meter hohen Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff.

Bis heute gilt dies als eine der bedeutendsten Leistungen des Alpinismus. Ärzte, Physiologen und andere Bergsteiger hatten im Vorfeld bezweifelt, dass ein Mensch ohne künstlichen Sauerstoff bis auf fast 9000 Meter hinaufsteigen könne. Sie hatten befürchtet, dass bereits ein Versuch mit bleibenden Hirnschäden enden könnte. Messner und Habeler bewiesen das Gegenteil und schrieben Alpingeschichte.

Was Menschen aus der Region auf dem Mount Everest erlebten

Auch Bergsteiger aus der Region bestiegen den höchsten Gipfel der Welt – allerdings mit Sauerstoffmaske. Am 16. Mai 2017 gelang das beispielsweise Dominik Müller aus Riezlern im Kleinwalsertal. Der 47-jährige Chef des Oberstdorfer Expeditions-Veranstalters Amical bestieg mit vier weiteren Alpininisten von der Nordseite auf chinesischem Staatsgebiet den Everest. Diese Route gilt als technisch anspruchsvoller als der Anstieg von Süden. „Wenn du auf dem höchsten Gipfel der Welt stehst, schießen dir die Glückshormone ins Blut, und du spürst dieses wunderbare Gefühl, einen Traum verwirklicht zu haben“, schildert Müller.

Normalerweise könne man aufgrund des rasch wechselnden Wetters und Windgeschwindigkeiten von 50 bis 60 Kilometern pro Stunde sowie Temperaturen von minus 30 bis 50 Grad nur an wenigen Tagen im Jahr auf den Everest steigen. Und oft nur für ein paar Minuten auf dem Gipfel verweilen. „Ich bin fast 30 Minuten alleine oben gewesen, bis die ersten Sherpas und die anderen Expeditionsteilnehmer gekommen sind“, erzählt Müller. Nach ein paar Minuten hat er dann auf dem Satellitentelefon zu Hause in Riezlern gewählt, seiner Frau und den beiden Söhnen mitgeteilt, dass er gerade auf dem höchsten Berg der Welt steht. „Meine Familie konnte mit mir gemeinsam dieses Glücksgefühl teilen.“

Eine Allgäuerin hat alle höchsten Berge der Kontinente bestiegen

Doch ganz oben zu stehen sei nur die halbe Miete, berichtet Müller. „Du musst ja auch wieder sicher und gesund runterkommen.“ Nach dem kräftezehrenden Aufstieg „wirst du beim Abstieg müde, langsamer und immer schwächer, musst darauf achten, dass der Sauerstoff nicht ausgeht und zur richtigen Zeit essen und trinken“, sagt der 47-jährige Berufsbergführer. Bei der 64-tägigen Expedition haben Müller und seine Begleiter zwischen acht und zehn Kilogramm Körpergewicht verloren.

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Wer auf den höchsten Gipfel der Welt will, dem empfiehlt Müller unter anderem, zuerst einmal einen Sechstausender mit einer Expedition zu besteigen. Grundvoraussetzung seien Kondition und Technik. All diese Fähigkeiten müssen die Teilnehmer auch mitbringen, wenn sie mit Müller am 1. Juni aufbrechen, um den 8051 Meter hohen Broad Peak im Karakorum, an der Grenze zwischen Pakistan und China, zu erklimmen. Das ist dann der fünfte Achttausender, den Müller bezwingen möchte.

Julia Schultz aus Memmingen hat alle sieben höchsten Berge der Kontinente bestiegen, und sie hat zu Fuß den Süd- und den Nordpol erreicht. Außer ihr hat kein anderer Deutscher das bisher geschafft.

Ganz oben - was Bergsteiger auf dem Mount Everst fühlen

Den Gipfel des Everest erreichte Julia Schultz im Rahmen einer achtwöchigen Expedition am Morgen des 27. Mai 2017, nachdem die Gruppe um 22 Uhr vom Camp III auf 8300 Metern aufgebrochen war. Es sei schon zuvor eine „spannende Erfahrung“ gewesen, auf 7500 Metern oder weiter oben ohne zusätzlichen Sauerstoff im Zelt nur den Rucksack zu packen. Schon die geringste Anstrengung bringe einen Menschen in dieser Höhe in ordentliche Atemnot.

Bei einem Mitglied der Expedition war beim Gehen der Sauerstoff in der mitgeführten Flasche ausgegangen. „Er fing an, unsicher zu gehen und schaffte kaum mehr einen Schritt“, erzählt Julia Schultz. Dann habe er die Flasche gewechselt und habe wieder zu seiner gewohnten Form gefunden.

Diesen Berg ohne Sauerstoff zu besteigen, sei „geradezu unvorstellbar“, glaubt die Bergsteigerin: „Dieses Talent ist nur wenigen Menschen beschert.“ Ohne Sherpas, Träger und künstlichen Sauerstoff hätte sie es nicht geschafft. Ihr Gefühl auf dem Gipfel? „Dankbarkeit.“

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