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München
20.01.2015

Das Olympiastadion wird für 76 Millionen Euro saniert

Das Olympiastadion bröckelt - doch nun hat der Stadtrat in München beschlossen, es für 76 Millionen Euro zu sanieren.
Foto: Ulrich Wagner

Die Zukunft des Olympiastadions ist gesichert: Am heutigen Dienstag hat der Münchner Stadtrat beschlossen, das Wahrzeichen für 76 Millionen Euro zu sanieren.

Das Olympiastadion wird München als Veranstaltungsort erhalten bleiben. Der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats hat am heutigen Dienstag einstimmig beschlossen, die denkmalgeschützte Arena für 76 Millionen Euro zu sanieren.

Dadurch sollen vor allem Betriebstechnik und Brandschutz erneuert werden. Auch Schönheitsreparaturen sind geplant- so weit es der Denkmalschutz zulässt.

"Wir haben von vornherein gesagt: Unser Ziel ist, das Olympiastadion als lebendigen Veranstaltungsort zu erhalten", sagte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl nach der Entscheidung. Im Dezember hatten die Sozialdemokraten noch gezögert, die 76 Millionen Euro zu investieren.

Das Olympiastadion gilt als Wahrzeichen

Für viele Münchner ist der Olympiapark ein Wahrzeichen - doch eines, das schon lange bröckelt. Mehr als vier Jahrzehnte nach ihrer Entstehung sind die Sportstätten im Olympiapark in die Jahre gekommen. Die Stadt geht davon aus, dass bis zum Jahr 2032 rund 470 Millionen Euro an Sanierungskosten für die denkmalgeschützten Bauten anfallen. Eine Summe, mit der sich auch einige Dutzend Schulen sanieren oder Kindertagesstätten bauen ließen.

„Uns ist klar, dass der Olympiapark viel Geld kostet“, sagt Arno Hartung, Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH (OMG), die das Gelände betreibt. „Das ist immer ein gewisser Spagat. Aber man muss auch sehen, was der Park der Stadt über die Jahre gebracht hat – und auch in Zukunft bringen kann.“

München leistet sich seinen Olympiapark. Täte die Stadt es nicht, verkäme das olympische Erbe wohl rasch zum Museum. Das wäre nicht im Sinne ihrer Erfinder. Als der Architekt Günter Behnisch mit seinem spektakulären Zeltdach-Entwurf 1967 den Zuschlag für den Bau des Olympiageländes in München erhielt, verfolgte er das Ziel einer „demokratischen Landschaft“: Behnisch, Dach-Konstrukteur Frei Otto, Designer Otl Aicher und der Landschaftsplaner Günther Grzimek wollten keiner abstrakten Idee folgen, sondern rückten die Nutzbarkeit ins Zentrum ihrer Planungen.

Das Konzept der Architekten ging auf. Nach dem Abschied der Athleten zogen Profifußball und Freizeitsport in den Olympiapark ein. Das einzigartige Ensemble ist seit 1998 denkmalgeschützt. Gleichzeitig erfüllen in München – im Gegensatz zu vielen anderen olympischen Stätten weltweit – jedes Jahr rund vier Millionen Besucher das Areal mit Leben. Auch Landschaftsgestalter Grzimek wäre wohl „sehr glücklich über den Zuspruch“, den sein Park von den Münchnern erfährt, meint Keller.

Nach der Sanierung sollen im Olympiastadion wieder große Stars auftreten

Trotzdem bleibt es eine Herausforderung für München, in einem so dynamischen Gebilde wie dem Olympiapark auch dem Schutz der berühmten Architekturdenkmäler gerecht zu werden. Die Nutzung des Geländes bringt auch seine Abnutzung mit sich. „Das ist eine ständige Aufgabe, mit der sich die Stadt auseinandersetzen muss“, sagt Keller.

Aktuelles Sorgenkind ist das Olympiastadion. Wo in der Vergangenheit Fußballfans dem FC Bayern oder dem TSV 1860 zujubelten und Tina Turner, Michael Jackson, Bruce Springsteen, die Rolling Stones oder die Drei Tenöre vor zehntausenden begeisterten Anhängern auf der Bühne standen, ist der Anblick heute eher trist. Das Stadionrund ist grau und rasenlos, als einer der letzten ganz großen Konzertgäste war Robbie Williams da. Das war im August 2013. Mit der jetzigen Sanierung für 76 Millionen Euro, soll das Gebäude wieder für Großveranstaltungen nutzbar sein.

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