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Kriminalität

13.08.2019

Mutter und Tochter vermisst: Polizei findet Teppiche mit Blutspuren

Im Truderinger Forst fand die Polizei zwei Matten mit Blutspuren.
Bild: Polizeipräsidium München

Seit vier Wochen werden eine Mutter und ihre Tochter aus München vermisst. Als tatverdächtig gilt der Ehemann der 41-Jährigen. Nun hat die Polizei neue Erkenntnisse.

Seit dem 13. Juli sind eine 41-jährige Münchnerin und ihre 16-jährige Tochter verschwunden, von ihnen fehlt nach wie vor jede Spur. Doch die Polizei hat mittlerweile neue Erkenntnisse. Das berichteten der zuständige Staatsanwalt, der Leiter der Mordkommission und Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins im Rahmen einer Pressekonferenz.

Die beiden Frauen hatten ihre Wohnung in München Ramersdorf-Perlach am 13. Juli gegen 14 Uhr verlassen, um einkaufen zu gehen, und wurden seitdem nicht mehr gesehen. Auch bei Angehörigen meldeten sie sich nicht - obwohl Mutter und Tochter als zuverlässig gelten.

Mutter und Tochter vermisst: Blutspuren liefern neue Erkenntnisse

Die Polizei durchsuchte daraufhin den Truderinger Forst im Südosten Münchens nach Leichen. Bei der Suche waren rund 650 Beamte im Einsatz. Dort wurden ein Teppich und eine Schmutzfangmatte gefunden, die in der Wohnung der Familie fehlten. An beiden Gegenständen fand die Polizei Blutspuren der beiden Vermissten. Als tatverdächtig gilt der Ehemann der 41-Jährigen, er wurde laut Josef Wimmer, dem Leiter der Mordkommission, in diesem Waldstück gesehen. Er sitzt wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft.

In einer Pressekonferenz präsentierte die Polizei neue Erkenntnisse
Bild: Maria Heinrich

Der Deutsch-Russe ist seit einem Jahr mit der Münchnerin verheiratet und der Stiefvater ihrer 16-jährigen Tochter. Er meldete die beiden Frauen als vermisst, machte jedoch widersprüchliche Angaben. Die Polizei geht laut Wimmer von einem Tötungsdelikt aus. Der Beschuldigte schweigt immer noch. Zu einem möglichen Motiv könne sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern, betonte Staatsanwalt Ken Heidenreich. Es gebe Hinweise, dass es in der Wohnung zu einer Gewalttat gekommen sei.

Polizei geht im Fall der beiden Vermissten aus München von Totschlag und Mord aus

Es sei davon auszugehen, dass die beiden Frauen nicht mehr am Leben seien, betonte Josef Wimmer. "Wir gehen davon aus, da die beiden nicht mehr gesichtet wurden und jedes Lebenszeichen fehlt. Außerdem legen die Spuren dies nahe." Nach dem aktuellen Ermittlungsstand sei zuerst die Mutter, dann die Tochter getötet worden. Bei der Mutter handle es sich wohl um Totschlag, die Tochter sei jedoch wahrscheinlich ermordet worden. "Das legen die Spuren und Indizien nahe", berichtete Staatsanwalt Ken Heidenreich im Rahmen der Pressekonferenz. "Die familiären Hintergründe müssen geklärt werden."

Man hoffe, dass die Leichen bald gefunden werden. Während der Pressekonferenz appellierte Heidenreich an die Anwohner, die in der Nähe des Truderinger Forstes leben, sich bei ungewöhnlichen Wahrnehmungen, vor allem Müllabladungen, zu melden. Auch Hundehalter, die zwischen dem 12. und dem 14. Juli im Truderinger Forst etwas Ungewöhnliches gesehen haben, werden gebeten, sich zu melden. Auch die Fahndungsbilder sind nach wie vor relevant. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen", betonte Josef Wimmer.

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