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Interaktive Grafiken

27.02.2020

Parteien, Frauenanteil und Sonderfälle: So hat die Region 2014 gewählt

Am 15. März findet in ganz Bayern die Kommunalwahl statt. Wir werfen mit vielen interaktiven Grafiken einen Blick zurück auf die Kommunalwahl 2014.
Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Plus Am 15. März finden in ganz Bayern Kommunalwahlen statt. Kurz vor den Abstimmungen werfen wir einen Blick auf die Amtsinhaber und auf die Wahlen vor sechs Jahren.

In Bayern wird gewählt: Am 15. März 2020 sind alle Wahlberechtigten aufgerufen, gleich mehrere Kreuze zu machen. Je nach Wohnort wählen sie einen neuen (Ober-)Bürgermeister, den Stadt- oder Gemeinderat, einen Landrat und den Kreistag.

Bürgermeisterwahl und OB-Wahl in den Städten und Gemeinden

In fast allen Gemeinden Bayerns wird am 15. März ein neuer Bürgermeister für die nächsten sechs Jahre gewählt. Die letzte Kommunalwahl fand am 16. März 2014 statt. Auch damals mussten sich fast alle Bürgermeister zur Wahl stellen.

Allerdings gibt es Ausnahmen: Wenn etwa durch einen Rücktritt oder den Tod eines amtierenden Bürgermeisters eine Neuwahl außer der Reihe nötig ist, findet die nächste Wahl erst wieder sechs Jahre später statt, also nicht zeitgleich mit der Kommunalwahl.

Kommunen können allerdings die Amtsperiode ihrer Bürgermeister unter bestimmten Voraussetzungen verlängern oder verkürzen, so dass diese sich zum nächsten Mal wieder gemeinsam mit dem Stadt- beziehungsweise Gemeinderat zur Wahl stellen müssen. Das ist etwa in Lauingen (Kreis Dillingen) der Fall. Dort wurde 2014 Amtsinhaber Wolfgang Schenk wiedergewählt. Er starb im Juni 2018, nachdem er in einer öffentlichen Stadtratssitzung zusammengebrochen war. Die Amtsperiode seiner Nachfolgerin, Katja Müller, die im November 2018 ihr Amt antrat, wurde bis zur Kommunalwahl 2026 verlängert.

Auf der Karte ist zu sehen, von welcher Partei der Wahlvorschlag für den Bürgermeister kam, der aktuell im Amt ist. Ein großer Teil der Karte ist grau: Dort kam der Wahlvorschlag entweder von einer Wählervereinigung oder der siegreiche Kandidat wurde von mehreren Parteien nominiert. Auf kommunaler Ebene gibt es immer wieder ungewöhnliche Konstellationen. So wurde der amtierende SPD-Bürgermeister in Günzburg, Gerhard Jauernig, für die Wahl 2020 nicht nur von seiner Partei, sondern auch von der CSU nominiert. 2014 hatte ihn nur die SPD nominiert. Außerdem gibt es Bürgermeister, die in überhaupt keiner Partei Mitglied sind - für eine Nominierung ist das nicht nötig.

Und dann gibt es Bürgermeister, die ganz ohne Wahlvorschlag ins Amt gekommen sind. Das ist möglich, da Wähler bei Bürgermeisterwahlen auch den Namen eines nicht nominierten Kandidaten auf den Wahlzettel schreiben können.

2014 war das in Markt Wald im Landkreis Unterallgäu der Fall. Nachdem der eigentlich nominierte Stefan Kienle seine Kandidatur zurückzog, beschloss Peter Wachler, auch noch anzutreten. Er konnte nicht mehr nominiert werden - doch genügend Bürger schrieben seinen Namen auf den Stimmzettel. Auch in Unterdießen (Kreis Landsberg am Lech) gewann 2014 ein Kandidat, der nicht auf dem Zettel stand: Alexander Enthofer verkündete erst kurz vor der Wahl, dass er ins Rathaus einziehen wolle. 2019 passierte das dann noch einmal: Bei der Wahl in Stetten (Kreis Unterallgäu), die nach dem Tod von Bürgermeister Richard Linzing nötig geworden war, setzte sich Uwe Gelhardt durch - obwohl er nicht auf dem Stimmzettel stand. Auch Gelhardt hatte erst kurzfristig entschieden, zu kandidieren - als die Nominierungsfrist schon abgelaufen war.

Was auffällt: Die meisten Bürgermeister sind Männer. In der Region stehen 368 Bürgermeistern und Oberbürgermeistern gerade einmal 28 Bürgermeisterinnen gegenüber. Eine Oberbürgermeisterin gibt es nicht.

Das könnte sich mit der Wahl 2020 ändern. Unter anderem in Augsburg treten gleich mehrere Frauen für das Amt der Oberbürgermeisterin an (lesen Sie dazu auch: Frauen, Migranten, junge Menschen: So repräsentativ sind die Kandidatenlisten in Augsburg).

Die Wahl der Landräte und Kreistage

Die Landratswahl findet wie die Wahl des Bürgermeisters oder Oberbürgermeisters in der Regel am Tag der bayernweiten Kommunalwahl statt. Doch auch in diesem Fall gibt es Ausnahmen, wenn in einem Kreis ein Landrat zurücktritt oder im Amt verstirbt. Im Landkreis Dillingen war das 2004 der Fall, als der damalige Landrat Anton Dietrich im Amt starb. Seitdem findet dort die Landratswahl nicht mehr gleichzeitig mit der Kommunalwahl statt.

Auch im Kreis Neuburg-Schrobenhausen wird 2020 kein neuer Landrat gewählt - der amtierende Landrat Peter von Grün ist erst seit 2019 im Amt. Sein Vorgänger war Ende 2018 zum Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium berufen worden.

In allen bayerischen Landkreisen wird aber ein neuer Kreistag gewählt. Die Amtsperiode der Kreisräte dauert wie die der Landräte und der Bürgermeister sechs Jahre.

Die Stadtratswahl und die Gemeinderatswahl

In allen Städten Bayerns wird außerdem am 15. März ein neuer Stadtrat gewählt, in allen Gemeinden ein neuer Gemeinderat. Dass sich nach der Wahl aber noch einiges verändern kann, zeigt die aktuelle Zusammensetzung des Augsburger Stadtrates. Die hat nur noch wenig mit dem Ergebnis zu tun, das nach der Wahl 2014 feststand. Hintergrund ist, dass dort mehrere Räte ihre Parteien und Fraktionen wechselten.

Bei der Kommunalwahl kann jeder Wähler so viele Stimmen abgeben, wie es Sitze in seinem Kreistag, Stadt- oder Gemeinderat gibt. Dabei können die Wähler einem Kandidaten auch mehrere Stimmen geben.

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