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Ronsberg im Ostallgäu
03.09.2009

Ist Penny der älteste Hund der Welt?

1985 war Penny Familie Wulf in Ronsberg (Ostallgäu) zugelaufen. Mit 25 Jahren könnte die Dame der älteste Hund der Welt sein. Foto: SWR3

In Ronsberg lässt sich's offenbar ganz gut leben und arbeiten: 1247 Jobs gibt es in der kleinen Marktgemeinde im Ostallgäu (1650 Einwohner), fast 600 Pendler kommen deshalb unter der Woche täglich in den Ort. Und es lässt sich lange leben.

Ronsberg (AZ) - In Ronsberg lässt sich's offenbar ganz gut leben und arbeiten: 1247 Jobs gibt es in der kleinen Marktgemeinde im Ostallgäu (1650 Einwohner), fast 600 Pendler kommen deshalb unter der Woche täglich in den Ort. Und es lässt sich lange leben: Die älteste Bewohnerin kommt auf 94 Jahre.

Und die älteste Vierbeinerin bringt es in Menschenjahre umgerechnet auf 175. "Mein Hund ist mindestens 25 Jahre alt", sagt Verena Wulf, die am Dienstag im Radio vom Ableben der Hundedame "Chanel" hörte. Mit 21 Jahren galt das bei New York lebende Tier als ältester Hund der Welt.

Alles nichts gegen die Jahreszahl von Penny, dem Berner Sennen-Mischling aus dem Ostallgäu, meldete Frauchen dem Sender SWR 3. Genau kann die pensionierte Lehrerin das Lebensalter nicht bestimmen. Denn die Hündin ist den Wulfs 1985 zugelaufen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die älteste Tochter gerade das Abitur hinter sich. "Der Jäger hat mir auf dem Nachhauseweg von der Schule gesagt, dass auf dem Parkplatz am Wald ein Hund seit Stunden ganz einsam sitzt."

Verena Wulf hat gesucht, aber das - vermutlich ausgesetzte - Tier nicht gefunden. Wie auch? Schließlich hatte sich die inzwischen betagte Dame auf dem Grundstück der Wulfs unter einem Holzstoß versteckt.

Für die Pädagogin im Ruhestand, die den Kindern in der Gemeinde noch heute bei der Hausaufgabenbetreuung hilft, war es keine Frage, das Tier zu behalten. Dass es freilich so lange sein würde, damit konnte niemand rechnen.

"Es ist unglaublich, einfach irre", sagt der Tiermediziner Johannes Pohl, der in Obergünzburg eine Praxis betreibt. "Penny gehörte zu meinen ersten Patientinnen." Ernsthaft gefehlt hat der Hündin nie etwas. "Wir mussten niemals Röntgenaufnahmen machen." Impfungen und in den letzten Jahren auch Aufbauspritzen - das war's schon.

Vor sechs Jahren, kann sich der Tierarzt erinnern, sah es nicht so gut aus. "Penny kam schlecht daher." Und der Doktor notierte, dass wohl nicht mehr viele Impfungen nötig wären. Weit gefehlt. "Der schon damals sehr, sehr alte Hund hat Hartnäckigkeit bewiesen. Und Penny hat immer noch Freude am Leben."

Eine "prognostische Aussage, wie lange es noch geht", will Pohl lieber nicht mehr machen. Kein Wunder: Das Tier, das er 1985 auf eineinhalb Jahre schätzte, hat bereits drei in der Praxis eingesetzte Computergenerationen überlebt.

Pennys Gehör ist nicht mehr so gut, die Sehkraft lässt nach, die Muskelmasse baut ab und das Fell wirkt matt. Aber der Tierarzt attestiert ein "starkes Herz". Und auf regelmäßige Spaziergänge will das Tier ebenso wenig verzichten wie auf das gemeinsame Nickerchen mit dem Familienkater im Körbchen.

Die jüngste Aufbauspritze verpasste Dr. Pohl der 25 Jahre alten Hundedame gestern, damit sie den "Medienrummel" unbeschadet übersteht. Aus Berlin waren eigens Kollegen der Bild am Sonntag eingeflogen, die das Tier in Szene setzten.

Andere Fotografen, bedauerte die Hundehalterin, durften keine Fotos machen. Die Exklusivrechte waren Bild am Sonntag eine hohe dreistellige Eurosumme wert. Hilfsbereit waren Kollegen des Südwestrundfunks, die uns ein Foto der Hündin überließen, das sie von Verena Wulf zuvor erhalten hatten.

Ronsbergs Bürgermeister Gerhard Kraus zeigt sich gestern überrascht über die Rekord-Hündin aus seinem Ort. "Irgendeine Aktion werde ich mir schon einfallen lassen", versprach er.

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