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Hohenschwangau

09.08.2018

Schloss Neuschwanstein: Ein Märchenschloss als Baustelle

Die Sanierungsarbeiten auf Schloss Neuschwanstein laufen auf Hochtouren.
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Die Sanierungsarbeiten auf Schloss Neuschwanstein laufen auf Hochtouren.
Bild: Benedikt Siegert

Noch nie in seiner Geschichte wurde Schloss Neuschwanstein so umfangreich saniert. Wie die Bauarbeiten laufen und was Experten dabei besonders überrascht hat.

Es hätte sein privates Refugium werden sollen. Ein Schloss, in das er sich vor den politischen Niederlagen in München flüchten konnte. Doch heute ist Ludwigs II. Neuschwanstein vor allem eines: Sehnsuchtsort für 1,5 Millionen Touristen.

Das stellt nicht nur die Infrastruktur vor große Herausforderungen, sondern auch die Bausubstanz des bis 1884 errichteten Prachtbaus. Zum ersten Mal in seiner Geschichte muss das Märchenschloss für über 20 Millionen Euro umfassend saniert werden.

Seit über einem Jahr bereits laufen dafür Arbeiten in Hohenschwangau. „Bis Herbst diesen Jahres rechnen wir mit der Fertigstellung des Torbaus“, sagt Heiko Oehme vom Staatlichen Bauamt in Kempten, das die Maßnahmen überwacht. Rund 2329 Objekte im gesamten Schloss sind von der Renovierung betroffen – darunter 65 Gemälde, 355 Möbel sowie 664 Fenster und Außentüren.

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Im Oktober beginnen Sanierungen in den Prunkräumen

„Im Oktober beginnen dann auch die ersten Sanierungen in den Prunkräumen, im Sängersaal fangen wir an“, sagt Oehme. Erste Erfahrungen dafür haben die Handwerker bereits in der königlichen Wohnung im Torbau gesammelt, wo sich derzeit noch Baustrahler, Gerüste und Schutzfolien türmen. Das soll den Experten nun beim weiteren Vorhaben helfen: „Das war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns bevorsteht“, sagt Oehme und spielt dabei vor allem auf die Restaurierung des Thronsaals und Sängersaals an, die als Prunkstücke gelten.

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker überzeugte sich am Donnerstagvormittag bei einem Ortstermin vom laufenden Stand der Renovierungsarbeiten: „Ziel ist neben der Wiederherstellung eines gepflegten, gealterten Erscheinungsbilds eine dauerhafte Konservierung der historischen Ausstattung und Bausubstanz“, sagte er.

Wann soll die Sanierung abgeschlossen sein?

Für Oehme sind besonders die Ölfilmschichten auf dem Mobiliar eine Herausforderung: „Es hat sich viel Staub und Feuchtigkeit abgesetzt.“ Ziel sei nun, den originalen Farbton wiederherzustellen. Was ihn bislang überrascht hat? „Unter UV-Licht sind bei einigen Gemälden Übermalungen zum Vorschein gekommen, die wir so bisher nicht kannten“, sagt er. Bis 2022 rechnet er mit der Fertigstellung. Neben der Restaurierung wird zudem eine Lüftungsanlage installiert und das Tragwerk des Thronsaals instand gesetzt. Besucher können das Schloss weiter besichtigen.

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