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Allgäu

20.09.2013

Schreckliche Stunden für die Eltern der toten Israelin Yam L.

Ein Helikopter sucht am Fellhorn nach der verschollenen Yam L.
Bild: Klaus Kiesel

Die Alpine Einsatzgruppe hat die Leiche der vermissten Israelin Yam L. am Fellhorn gefunden. Ihre Eltern sind vor Ort und erleben schreckliche Stunden.

Die seit über einer Woche vermisste Yam L. ist tot. Die Polizei fand am Donnerstag gegen 13.30 Uhr ihre Leiche am Fellhorn bei Oberstdorf – unterhalb des Herzrückengrates auf etwa 1150 Metern Höhe. Die Beamten gehen von einem Unglück aus: .

Die Eltern waren aus Israel ins Allgäu geflogen

Donnerstagmittag an der Fellhornbahn: Mit zitternden Händen zeigt Ela L. ein Foto von ihrer Tochter. Darauf ist Yam mit ihren Geschwistern zu sehen. „Das Bild ist etwa vier Wochen alt“, erklärt die Mutter. Kurz darauf nimmt Ehemann Erez sie in den Arm. Zu dem Zeitpunkt wissen die beiden noch nicht, dass ihre Tochter nicht mehr lebt. Die Eltern sind am Wochenende von Israel nach Wien geflogen. Von dort ging es weiter nach Immenstadt, wo sie übernachten.

„Von hier in der Bahn haben wir das letzte Lebenszeichen von Yam bekommen“, sagt Erez L., als das Ehepaar mit mehreren Polizisten, die sie betreuen, nach oben fährt. Das Lebenszeichen war ein Foto, das die Tochter mit ihrem Handy von sich in der Bahn geschossen und ihren Eltern geschickt hat.

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Yam L. war allein unterwegs

An jenem Dienstag seien Yam L. und zwei weitere Gästen bis zur Mittelstation gefahren – „sie war aber alleine unterwegs“, erinnert sich ein Mitarbeiter der Fellhornbahn. Zudem hat sich ein Zeuge bei der Polizei gemeldet, der sich mit ihr auf dem Weg zur Mittelstation und im Restaurant unterhalten hatte. Darum durchkämmen nun etwa 20 Polizisten der alpinen Einsatztruppe mit neun Spürhunden das Gebiet bis hin zum Söllereck.

Die Mutter hatte ihr noch zum Geburtstag gratuliert

Oben angekommen schauen sich Ela und Erez L. erst mal um. Sie fotografieren das Panorama der Allgäuer Alpen, versuchen, sich zu beruhigen, wirken gefasst. „Es war Yams erste Reise nach Deutschland“, erzählt der Vater. Sie sei Anfang September eine Woche in München gewesen und wollte dann genau so lange im Allgäu bleiben. Am 8. Oktober sollte es von München aus zurück in die Heimat gehen. „Sie hat sich täglich zwei- bis dreimal gemeldet“, sagt Mutter Ela. Und einen Tag vor ihrem 23. Geburtstag nicht mehr. „Am späten Abend habe ich ihr noch eine Nachricht geschickt und ihr gratuliert.“ Yam habe aber nicht mehr geantwortet. „Da wusste ich, dass etwas nicht stimmt.“

Endlich kommt der angeforderte Polizeihubschrauber. Nach kurzer Suche entdeckt der Pilot die Vermisste. Ein Beamter überbringt den Eltern die traurige Nachricht. Der Leichnam wird mithilfe einer Winde am Helikopter geborgen.

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