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Schüler mit Problemen brauchen gute Psychologen

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Kommentar Von Sarah Ritschel
23.07.2019

Im Freistaat kümmert sich ein Schulpsychologe um mehrere hundert Kinder. Das kann nicht funktionieren. Man müsste etwas Entscheidendes ändern.

Es ist jedem von uns klar: Ein Mensch offenbart erst dann seine persönlichsten Probleme, wenn er Vertrauen zu jemandem fasst. Wenn er weiß, dass sein Innerstes bei ihm gut aufgehoben ist. Ein Mensch, den man nur alle heilige Zeit einmal sieht, wird wohl kaum eine solche Vertrauensperson werden. Hier liegt das große Problem in der psychologischen Versorgung an bayerischen Schulen. Die Psychologen dort sind für die Schüler oft weitgehend Unbekannte. Sie arbeiten ganz normal als Lehrer, quetschen ihre Sprechzeiten zwischen zwei Stunden im Klassenzimmer und sollen für hunderte Kinder gleichzeitig da sein. Das kann nicht funktionieren.

Das Wichtigste: Schulpsychologen müssen Zeit für die Kinder haben

Man mag zu Recht einwenden, dass die Mehrzahl aller Schüler keinen Psychologen braucht und mit Eltern gesegnet ist, die bemerken, wenn mit ihrem Kind etwas nicht stimmt. Und man kann darauf verweisen, dass das Kultusministerium die Zahl der Schulpsychologen zuletzt kontinuierlich aufgestockt oder den bereits etablierten Experten mehr Zeit für ihre Arbeit gewährt hat. Doch das genügt nicht. Erfahrene Schulpsychologen wissen, was wirklich helfen würde: Man müsste ihnen alle anderen Aufgaben abnehmen, sie vom Dienst im Klassenzimmer freistellen. So könnten sie ihre gesamte Arbeitszeit dem einzig Wichtigen widmen: wirklich für die Schüler da zu sein.

Lesen Sie dazu auch: Ein Schulpsychologe für 1700 Kinder - kann das gut gehen?

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