1. Startseite
  2. Bayern
  3. Schwester stirbt bei Brand im Kloster - Kerze soll Feuer ausgelöst haben

Kreis Dillingen

06.07.2015

Schwester stirbt bei Brand im Kloster - Kerze soll Feuer ausgelöst haben

300 Retter kämpfen gegen das Feuer in Maria Medingen (Kreis Dillingen). Für eine Franziskanerin kommt jede Hilfe zu spät. Warum das Ganze noch schlimmer hätte kommen können.

Auf den ersten Blick ist gar nichts von der Katastrophe zu sehen, die in der Nacht auf Montag über das Kloster Maria Medingen (Kreis Dillingen) hereingebrochen ist. Die Rosen blühen im Vorgarten und die Morgensonne taucht das Gebäude der Dillinger Franziskanerinnen in ein mildes Licht. Mit den ersten Worten der Provinzoberin Schwester Edith Krupp ist die Idylle vorbei. „Wir haben eine Albtraumnacht erlebt“, sagt sie. Gegen 23.45 Uhr ist nach ersten Ermittlungen der Polizei vermutlich im Nebenraum der Sakristei der Klosterkirche ein Feuer ausgebrochen. Nach Informationen unserer Zeitung soll eine Kerze der Auslöser gewesen sein, die nicht gelöscht worden war.

300 Feuerwehrleute im Einsatz

Die Folge ist einer der größten Einsätze von Rettungskräften im Landkreis Dillingen in den vergangenen Jahrzehnten. Als das Feuer wütet, gilt Brandstufe 5. Das sei vergleichbar mit dem Brand eines Industriegebäudes, informiert Kreisbrandmeister Jürgen Schön. Etwa 300 Feuerwehrleute, Notärzte, Rot-Kreuz-Mitarbeiter und Helfer des Technischen Hilfswerks rücken an, um das Feuer zu löschen und die 34 Franziskanerinnen, die den Haupttrakt des Klosters bewohnen, zu retten. Für eine Ordensschwester kommt jede Hilfe zu spät. Die 78-Jährige wird im zweiten Obergeschoss des Klosters gefunden. Nach etwa 45 Minuten brechen die Retter die Reanimationsversuche erfolglos ab.

Wilhelm Frech ist seit 29 Jahren Hausmeister im Kloster, das nicht mehr bewohnbar ist. Als er am Morgen danach die Margarethen-Kapelle sieht, ringt er um Worte. „Das ist Wahnsinn“, sagt der Ziertheimer. In der Kapelle mit dem Grab der seligen Margarethe Ebner ist der Putz von der Decke gefallen. Das Rokoko-Juwel ist total verrußt. Der Nebenraum der Sakristei ist ausgebrannt. Auf die kostbaren Gemälde und Kreuze im ganzen Kloster hat sich schwarzer Ruß gelegt. Aber es hätte noch schlimmer kommen können, wie Frech erläutert.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Aufmerksame Schwester bemerkte den Brand

Zum Glück habe eine Schwester gehört, dass ein Fenster in der Sakristei explodierte. Er mag gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn der Brand unbemerkt geblieben wäre. Für die Franziskanerinnen sind nun Feldbetten in der Turnhalle nebenan aufgestellt worden. Wie es weitergehen soll, weiß zur Stunde noch niemand. Auch nicht die Generaloberin der Dillinger Franziskanerinnen, Roswitha Heinrich. „Es ist für uns ein harter Schlag, dass eine Mitschwester bei diesem Brand gestorben ist“, sagt sie. Sie hofft, die Tragödie aus dem christlichen Glauben heraus zu bewältigen.

Die Anteilnahme bei den Bürgern im Landkreis Dillingen und darüber hinaus ist groß. Das Kloster Maria Medingen gilt wie das Mutterhaus der Franziskanerinnen in Dillingen, das gerne als schwäbisches Rom bezeichnet wird, als geistliches Zentrum. Bischof Konrad Zdarsa hat mit Bestürzung auf die Nachricht vom Großbrand und dem Tod der Schwester reagiert. „Soweit es uns möglich ist, werden wir seitens des Bistums den Schwestern in der kommenden Zeit zur Seite stehen“, kündigte er an. Hilfe hat auch Mödingens Bürgermeister Walter Joas angeboten, der als Maschinist beim Brandeinsatz die Nacht hindurch im Einsatz war. Unterstützung werden die Schwestern nötig haben. Die Polizei hat noch keine Schätzung des Schadens vorgelegt. Er dürfte aber in die Millionen gehen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Düster und glatt: Wenn Autofahrer im Winter ohne geeignete Winterreifen unterwegs sind, kann das gefährlich und teuer werden. Foto: Oliver Krato
Wetter heute

Wetterdienst warnt vor Glätte und Schnee am Montagmorgen

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket