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Sommer-Hitze

19.06.2017

So gießen Sie Pflanzen richtig

Das Mädchen zeigt, was das die Pflanzen jetzt brauchen: viel Wasser .
Bild: Shmel, Fotolia

Wenn es draußen heiß ist, braucht der Garten besonders viel Wasser. Warum es den Pflanzen nicht gut tut, wenn man sie am Abend gießt.

Gießen ist jetzt das Thema für Gartenfreunde. Und zwar „richtig gießen“, wie Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie betont. Denn dabei gilt es etliches zu beachten:

Klotzen statt kleckern:  „Am Feierabend zu Kanne oder Schlauch zu greifen und einfach mal schnell drüber brausen ist das Schlechteste, was man tun kann“, sagt die Gartenbauingenieurin. „Denn davon haben die Pflanzen fast gar nichts.“ Im Schnitt braucht der Gemüsegarten an heißen Tagen zwei bis drei Liter Wasser auf einen Quadratmeter. „Wer bedenkt, dass ein Milliliter Niederschlag nur einen Zentimeter tief in den Boden sickert, dem wird klar, dass die Wurzeln erst etwas vom Wasser haben, wenn auch zehn bis 15 Liter je Quadratmeter gegossen werden.“ Wer sich unsicher ist, wie lange er mit einem Schlauch mit Brause gießen muss, dem rät Scheu-Helgert den Schlauch in eine Zehn-Liter-Kanne zu halten und auf eine Uhr mit Sekundenzeiger zu schauen. Dann weiß man, wie lange man gießen sollte.

Für ordentlich Nass müssen gerade Gemüsegärtner jetzt sorgen. Damit das Wasser wirklich tief einsickert, empfiehlt Scheu-Helgert, einmal in der Woche, etwa am Wochenende, zu einer doppelten Gießaktion am Morgen: „Zuerst ordentlich gießen. Dann das Wasser einsickern lassen und beispielsweise Kaffee trinken oder frühstücken. Und dann noch einmal kräftig gießen.“ Damit zehn Liter einsickern, brauche es etwa eine Stunde.

Auf nassen Blättern entstehen eher Pilzkrankheiten

Morgens gießen:  „Schnecken würden empfehlen, abends zu gießen“, sagt Scheu-Helgert. Sie rät davon dringend ab. Nicht nur, weil Schnecken dann vermehrt kommen und alles kahl fressen. „Wenn Blätter über Nacht nass sind, entstehen eher Pilzkrankheiten.“

Für das frühmorgendliche Gießen spreche auch, dass weniger Wasser verdunstet. Überhaupt sollten Pflanzenfreunde nicht einfach von oben über die Blätter brausen, sondern darauf achten, dass der Boden und damit die Wurzeln ausreichend Flüssigkeit bekommen. Nur wer Gurken angepflanzt hat, der sollte auch die Blattunterseite abbrausen, da dort oft Spinnmilben sitzen.

Auch vertrocknete Pflanzen kann man noch retten

Keine Staunässe: Kübelpflanzen benötigen noch regelmäßiger Wasser als Beetpflanzen. Doch Vorsicht vor Staunässe: Das Wasser im Untersetzer sollte nie länger als etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Gießen stehen. Dann sollte es abgekippt werden.

Notfallmaßnahme Tauchen:  Ist ein Pflanzenballen einmal ganz ausgetrocknet, rät Scheu-Helgert zum Eintauchen der Pflanze in einen Wassereimer. Die Pflanze sollte aber nur so lange im Wasser bleiben, bis Blasen aufsteigen.

Tipps Hilfe zur Pflanzenpflege finden Sie auch auf der Internetseite der Bayerischen Gartenakademie:

 www.lwg.bayern.de/gartenakademie

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