1. Startseite
  2. Bayern
  3. So läuft der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Lindau

Interaktive Grafik

23.03.2018

So läuft der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Lindau

Erst Ende 2020 geht die elektrifizierte Strecke München–Lindau in Betrieb.
Bild: Becker

Startschuss für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Lindau. Auf was sich Pendler wie Anwohner in den kommenden Monaten einstellen müssen.

Jetzt geht es los: Am Freitag starten die Bauarbeiten für die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Geltendorf (Landkreis Landsberg) und Lindau. Mit 100 Kilometern Länge wird die Baustelle die längste in Bayern sein. Doch für Bahnfahrer bringt dieser Rekord nur wenig Freude. Denn Zugreisende müssen sich auf längere Fahrtzeiten und Zugausfälle einstellen. Und auch für die Anwohner bedeutet der Neubau der Strecke zuerst einmal eines: viel Lärm. Hier ein Überblick, wo genau gebaut wird und auf welche Änderungen sich Pendler einstellen müssen.

Warum wird gebaut?

Die beiden Städte München und Zürich sollen durch die neue Bahnstrecke schneller erreicht werden. Momentan brauchen Zugreisende knapp viereinhalb Stunden, um von München nach Zürich zu fahren. Da überlegen es sich viele, ob sie nicht doch zum Autoschlüssel greifen. Eine Autofahrt dauert rund eineinhalb Stunden weniger. Indem die Strecke zwischen Geltendorf über Memmingen und Lindau bis nach Zürich elektrifiziert wird, können die Züge in Zukunft auch schneller fahren. Nach Angaben der Deutschen Bahn wären Zugreisende dann in dreieinhalb Stunden von München in Zürich – oder andersherum.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Nicht nur die Strecke wird erneuert, auch so mancher Bahnhof wird saniert. Das umfasst die Haltestellen Türkheim, Stetten, Sontheim, Leutkirch und Kißlegg. Zudem werden neue Straßen- und Eisenbahnüberführungen sowie verschiedene Leit- Und Sicherungstechniken und Schallschutzmaßnahmen errichtet.

Mit welchen Einschränkungen müssen Pendler rechnen?

Für die Zugreisende auf der Strecke wird das kommende halbe Jahr kein einfaches. Heute (23. März) beginnen die seit Jahrzehnten geforderte Elektrifizierung und der Ausbau für Neigetechnik. Bis 10. September (Ende der Sommerferien) fährt zwischen Buchloe und Leutkirch kein Zug, zwischen Mindelheim und Memmingen sogar bis 15. Oktober.

Bis zum 10. September müssen Bahnfahrer von den Schienen auf die Straßen wechseln. Alle Zughaltepunkte auf der Strecke zwischen München und Memmingen werden von Ortsbussen angefahren. Das heißt vor allem: mehr Zeit einplanen. So wird der Niederflurbus von Memmingen nach München rund 40 Minuten länger fahren. Wer schneller an sein Ziel kommen möchte, kann den Expressbus über die A96 zwischen Buchloe und Memmingen benutzen. Doch dieser macht nur einen Zwischenstopp in Mindelheim – und braucht dennoch zwanzig Minuten länger, als der Zug. Weiterer Nachteil: Wer mit Kinderwagen, Rollstühlen und Fahrrädern unterwegs ist, darf nur den Ortsbus benutzen.

Auf weitere Einschränkungen müssen sich Bahnreisende im Zeitraum vom 11. Juni bis 2. Juli einstellen. Dann wird der Streckenabschnitt zwischen Buchloe und Geltendorf ebenfalls gesperrt sein.

Auf was müssen sich Anlieger der Bahnstrecke gefasst machen?

Das Aufstellen der Oberleitungs-Masten bedeutet vor allem, dass viele Ramm- und Bohrarbeiten gemacht werden müssen. Die Anwohner entlang des Abschnitts zwischen Geltendorf und Kaufering müssen sich daher tagsüber auf Lärm einstellen.

Selbst das Mindelheimer Frundsbergfest ist von den Bauarbeiten betroffen – zumindest indirekt. Denn für beide Festzüge, die an den Sonntagen 1. und 8. Juli stattfinden, gilt eine andere Strecke. Durch die Sanierung der Bahnstrecke ist das Aquädukt bei Stetten für den Autoverkehr gesperrt.

Wie lange werden die Bauarbeiten dauern?

Der Ausbau der Strecke ist insgesamt auf drei Jahre ausgelegt. Ende 2020 soll das Bahnprojekt abgeschlossen sein.

Wo fangen die Bauarbeiten an?

Bereits am Samstag beginnen die Bauarbeiten zwischen Geltendorf und Kaufering. Wie die Bahn mitteilt, wird zuerst das Baumaterial angeliefert und verteilt. Nach den Osterfeiertagen soll es dann richtig losgehen. Zunächst einmal werden Masten für die Oberleitung errichtet.

Was kostet das Bahnprojekt?

Die Bahn rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von 850 Millionen Euro. Davon fallen allein 130 Millionen Euro auf den Bau des neuen Fernreisebahnhofes in Lindau. Züge werden in Zukunft dann auf dem Festland ankommen – und nicht wie bisher auf die Insel Lindau fahren. Die Schweiz wird sich finanziell ebenfalls an dem Millionenprojekt beteiligen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
leit765236.JPG
Landsberg

Elektrifizierung: Gute Nerven sind gefragt

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden